Windows verfügt inzwischen ebenfalls über vorinstallierte Software, Microsoft hat sich von der Smartphone-Branche diese schlechte Angewohnheit angeeignet.
Schon 2021 erklärte Meizu dem in der Handybranche üblichen Modell der „rückwärtigen Gebührenerhebung“ den Krieg und brachte die Meizu 18-Serie auf den Markt, die als „Drei-Null“-Handys beworben wurde: Null Werbung, Null Push-Mitteilungen, Null vorinstallierte Apps. Wie wir alle wissen, war dieser Versuch von Meizu nicht erfolgreich. Die rückwärtige Gebührenerhebung ist bis heute unerschütterlich und hat sich sogar auf den ausländischen Markt ausgeweitet.
Kürzlich gab es Meldungen, dass Microsoft in der Vorschauversion Windows 11 Build 26340.9354, die am 8. September veröffentlicht wurde, die optionale Anleitung „Assisted Setup“ getestet hat. Nachdem Benutzer die erste Inbetriebnahme (OOBE) abgeschlossen haben, können sie mit einem Klick Software wie TikTok und Netflix installieren.
Kommt Ihnen das nicht bekannt vor? Mit diesem Schritt hat Microsoft die vorinstallierten beliebten Apps, die bei inländischen raubkopierten Windows-Versionen üblich sind, offiziell legitimiert. Genauer gesagt gibt es in der letzten Phase der Windows 11-Installation, wenn das System die Meldung „Ihr PC ist bereit“ anzeigt, eine neue optionale Einstellung namens „Optionale Einstellungen anzeigen“. Wenn Sie diese Option auswählen, werden auf der Seite sechs beliebte Apps aufgelistet: WhatsApp, Duolingo, TikTok, Netflix, LinkedIn und Spotify.
Wenn Benutzer die Apps auswählen, müssen sie nicht zum Microsoft Store wechseln, die entsprechende Software wird direkt auf den Desktop heruntergeladen. Ja, selbst Microsoft, das bisher als seriös galt, beginnt nun auch, vorinstallierte Apps auf Windows 11 zu nutzen.
Obwohl vorinstallierte Apps in der Handybranche bereits weit verbreitet sind – Apple listet auf seiner offiziellen Website offen vorinstallierte Apps auf dem iPhone wie Pages, GarageBand und Clips auf, und Google hat GMS eingeführt, das vorschreibt, dass Produkte seiner Partner eigene Apps wie Gmail, Google Maps und Google Play vorinstallieren müssen – ist der Urheber der vorinstallierten Apps tatsächlich Microsoft.
Nur dass das damalige Verhalten der Vorinstallation Microsoft einen riesigen Schatten hinterlassen hat.
Seit 1995 hat Microsoft seinen eigenen Browser Internet Explorer (im Folgenden kurz IE-Browser) direkt in das Windows-System vorinstalliert und den Benutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Schritt legte eine solide Grundlage dafür, dass der IE-Browser Netscape überholte, erregte aber auch die Aufmerksamkeit der europäischen und amerikanischen Aufsichtsbehörden für Kartellrecht. Das Endergebnis war, dass Microsoft gezwungen war, eine Einigung zu erzielen: Es musste eine Option zum Deinstallieren des IE-Browsers anbieten und zulassen, dass Browser von Drittanbietern den IE ersetzen.
Die Entscheidung, den IE-Browser vorzuinstallieren, ermöglichte es Microsoft, Netscape erfolgreich zu blockieren, warf aber auch einen zu hohen Preis auf. Warum also greift Microsoft mehr als zwanzig Jahre später wieder auf die Vorinstallation zurück? Geld ist zweifellos der direkteste Faktor, schließlich ist die Vorinstallation ein wichtiger Weg zur App-Förderung. Für Duolingo, Netflix und TikTok gilt: Je mehr Benutzer, desto besser.
Im Vergleich dazu, Anzeigen in Online-Kanälen zu schalten, um Benutzer anzuziehen, und sie dann aufzufordern, die App selbst aus Kanälen wie dem App Store herunterzuladen und zu installieren, hat die direkte Vorinstallation der App auf dem Gerät des Benutzers offensichtliche Vorteile bei der Reichweite. Außerdem sind vorinstallierte Apps oft exklusiv, sodass Produkte mit starker Homogenität kaum gleichzeitig auftreten können – ein Umstand, der bei Werbeanzeigen kaum zu vermeiden ist.
Da App-Entwickler diesen Förderkanal der Vorinstallation benötigen, zahlen sie natürlich auch dafür. Obwohl Microsoft über große Ressourcen verfügt, hat die Windows-Abteilung keine einfachen Zeiten und ist nicht mehr das am meisten beachtete Wachstumszentrum des Unternehmens. Nach Schätzungen von Drittorganisationen macht der Umsatz aus dem Verkauf von Windows-Betriebssystemlizenzen nur 5 % des Gesamtumsatzes von Microsoft im Geschäftsjahr 2026 aus.
Darüber hinaus ist der Marktanteil von Windows nicht mehr unerschütterlich. Daten von Statcounter zeigen, dass der Marktanteil von Windows 11 nach dem Höchstwert von 55,18 % im Oktober 2025 im November desselben Jahres auf 53,7 % und im Dezember weiter auf 50,73 % gefallen ist. Dank der erschwinglichen Preise des MacBook Neo hat der Anteil von Apples macOS stark zugenommen.
Daher dient die Vorinstallation von Apps bei dem heutigen Windows nicht der Expansion, sondern der Schadensbegrenzung und der Erkundung einer zweiten Wachstumskurve für die Windows-Abteilung. Dank der Handyhersteller auf der anderen Seite lehnen PC-Benutzer heutzutage Vorinstallationen kaum ab. WhatsApp, TikTok, Netflix, LinkedIn und Spotify sind alle Spitzenreiter in ihren jeweiligen Bereichen, und ausländische Benutzer installieren sie normalerweise ohnehin, wenn sie ein neues System einrichten.
Die diesjährige Änderung besteht lediglich darin, dass nicht mehr der Benutzer die Apps manuell installiert, sondern Microsoft sie für ihn „vorbereitet“. Außerdem ist das Herunterladen von Software im Windows-Ökosystem ein Problem: In den mehr als zehn Jahren seit seiner Existenz hat Windows nie einen einheitlichen App-Verteilungskanal aufgebaut, es ist Tradition, dass Entwickler unabhängig voneinander handeln. Offizielle Websites, Cloud-Speicher und Download-Portale sind die Hauptkanäle, über die Windows-Benutzer Software beziehen.
Selbst mit dem Microsoft Store behandelt dieser alle Benutzer weltweit gleichermaßen – ob die Verbindung reibungslos funktioniert, hängt vom Glück ab. In diesem Fall ist ein Kanal, der es Benutzern ermöglicht, saubere Software vorzuinstallieren, sogar eine gute Sache, insbesondere für den Markt, wo bösartige Software weit verbreitet ist: Die vorinstallierten Apps von Windows sind in diesem Sinne eine „gute Maßnahme“.
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Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Offiziellen Konto „San Yi Sheng Huo“ (ID: IT-3eLife), Autor: San Yi Jun, veröffentlicht mit Genehmigung von 36Kr.