Auf dem Kapitalmarkt muss Luckin Coffee noch einmal gewinnen.
Kürzlich hat eine grenzüberschreitende Transaktion den Markt aufgemischt: Mubadala, einer der Top-Investoren aus dem Nahen Osten, hat eine strategische Investition in Luckin Coffee getätigt, mit einem Transaktionsvolumen von rund 1 Milliarde US-Dollar.
Gemäß öffentlich bekanntgegebenen Informationen hat Mubadala nicht direkt Kapital in Luckin investiert, sondern von dem beherrschenden Aktionär Centurium Capital von Luckin einen Teil der hochrangigen wandelbaren Vorzugsaktien von Luckin erworben, mit einem Gesamtgegenwert von rund 1 Milliarde US-Dollar.
Der Verkäufer der Transaktion sind zwei Einheiten unter Centurium Capital, CCM Lucky und Centurium Fund I, die jeweils 82,937 Millionen und 158 Millionen Vorzugsaktien von Luckin veräußern, insgesamt 241 Millionen Vorzugsaktien von Luckin.
Der Käufer ist Success Cup Limited, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des CCM Success Fund. Centurium Capital ist der Verwalter (GP) des CCM Success Fund, und Mubadala ist der Kerninvestor (LP).
Man kann sagen, dass diese Transaktion lediglich eine "Übertragung von der linken zur rechten Hand" von Centurium Capital ist, bei der die dahinterstehenden LP ausgetauscht werden: Neue LP werden eingeführt, alten LP die Möglichkeit zur Realisierung des Ausstiegs geboten und gleichzeitig die Investitionsdauer von Centuriums Beteiligung an diesem Teil der Aktien von Luckin verlängert.
Daher hat diese Transaktion den Anteil von Centurium Capital am Aktienbesitz von Luckin Coffee nicht verändert. Centurium kontrolliert nach wie vor insgesamt 22,08 % des wirtschaftlichen Eigentums von Luckin Coffee und behält weiterhin die Position des größten Aktionärs.
Nach Abschluss der Aktienübertragung hat Mubadala das Recht, ein Mitglied in den Vorstand von Luckin zu entsenden, solange sein Aktienanteil über 5 % bleibt.
Dies ist das erste Mal, dass Luckin Coffee seit der Offenlegung des Finanzbetrugs im Jahr 2020 einen neuen strategischen Investor einführt. Mit der Übernahme eines Teils der Aktien für 1 Milliarde US-Dollar hat Mubadala auch den Rekord für die größte Einzelinvestition eines souveränen Fonds aus dem Nahen Osten im Bereich der frisch zubereiteten Kaffee in China in den letzten Jahren aufgestellt.
Luckin Coffee, das auf dem Kaffeemarkt eine beispiellose Wende vollzogen hat, muss auf dem Kapitalmarkt noch einmal gewinnen. Es ist leicht zu erkennen, dass es bereits den Weg für die Wiederaufnahme des IPO bereitet.
Das Vor- und Zurückmanövrieren von Centurium Capital
Mubadala ist der zweitgrößte souveräne Wohlstandsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate mit einem verwalteten Vermögen von 385 Milliarden US-Dollar. Als Top-Investor aus dem Nahen Osten wird seine Übernahme eines Teils der Aktien von Luckin zweifellos die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich ziehen.
Für Centurium Capital ist dies jedoch nur eine der Manöver zur Umverteilung der Aktien von Luckin Coffee.
Ende Februar 2025 hielt Centurium Capital insgesamt 31,3 % der Anteile an Luckin Coffee, bis September dieses Jahres ist der Anteil auf 22,08 % gesunken.
Hinter dem Rückgang des Aktienanteils von Centurium Capital steht neben dem direkten Verkauf eines Teils der Aktien zur Realisierung von Gewinnen vor allem die proportionale Zuweisung der gehaltenen Aktien von Luckin direkt an die LP hinter dem Fonds.
Gemäß öffentlich bekanntgegebenen Informationen haben die Aktionärseinheiten der Centurium Capital-Gruppe von März 2025 bis September 2026 insgesamt mehr als 55 Millionen Stammaktien der Klasse A von Luckin verkauft und mehr als 200 Millionen US-Dollar eingenommen.
Von dem Rückgang des Aktienanteils von rund 8 Prozentpunkten bei Centurium stammt der größte Teil jedoch nicht aus dem Verkauf von Aktien, sondern aus der proportionalen Verteilung der Aktien an die LP hinter dem Fonds.
Von Juni bis Oktober 2025 haben die Aktionärseinheiten der Centurium Capital-Gruppe, Cameleer L.P. und Cameleer II L.P., insgesamt rund 177 Millionen Stammaktien der Klasse A proportional an ihre jeweiligen LP übertragen. Das heißt, die Inhaber dieses Teils der Aktien von Luckin Coffee haben sich von der Centurium-Gruppe zu ihren LP geändert, was dazu geführt hat, dass der direkte Aktienanteil von Centurium Capital an Luckin stark gesunken ist.
Als Aktionär von Luckin hat Centurium Capital immer betont, dass es langfristig auf das Geschäftsmodell und die Entwicklungsperspektiven von Luckin Coffee setzt. In den letzten mehr als 6 Jahren hat Centurium Capital diese Aussage immer mit echten Investitionen bewiesen.
Bereits 2018 investierte Centurium Capital 100 Millionen US-Dollar und wurde zu einem Investor der Serie A von Luckin Coffee. Vor dem IPO investierte Centurium insgesamt fast 180 Millionen US-Dollar in Luckin, hielt 11,84 % der Anteile und war der größte institutionelle Aktionär.
Nach der Offenlegung des Finanzbetrugs bei Luckin Coffee führte Centurium im Jahr 2021, als das Kapital allgemein abzog, eine Finanzierungsrunde von Luckin mit einem Gesamtvolumen von 250 Millionen US-Dollar an, um seine Auslandsverschuldungsrestrukturierung und die Einigung mit der SEC zu unterstützen.
2022 führte Centurium ein Konsortium an, um die liquidierten Aktien des Managements von Luckin Coffee zu erwerben; Nach Abschluss der Transaktion wurde Centurium Capital der beherrschende Aktionär von Luckin Coffee mit mehr als 50 % der Stimmrechte. Bis Februar 2023 hielten mehrere Einheiten unter Centurium Capital auf den Cayman-Inseln wirtschaftlich 32,7 % der Aktien von Luckin Coffee mit 55,7 % der Stimmrechte.
Die Übernahme der Kontrolle über Luckin durch Centurium hat nicht nur den langfristigen internen Konflikt um Aktien beendet, sondern auch Luckin bei der vollständigen Neugestaltung der Unternehmensführung geholfen. Das Management von Luckin hat mit Unterstützung der Aktionäre Luckin schrittweise zurück zur Spitzenposition geführt. Man kann sagen, dass Centurium Capital der wichtigste treibende Kraft im Prozess der Wiedergeburt von Luckin ist.
Warum hat der Aktienanteil von Centurium Capital an Luckin seit 2025 begonnen zu sinken?
Der Schlüssel liegt im Fondszyklus von Centurium Capital. Im März 2018 startete Centurium Capital die Mittelbeschaffung für seinen ersten US-Dollar-Fonds, schloss im Juni die erste Tranche von 1 Milliarde US-Dollar ab und investierte im Juli mit diesem Fonds in Luckin Coffee. Bis heute sind 8 Jahre vergangen, und Centurium muss einen Kanal für die Ausstiegsanforderungen der Fonds-LP bereitstellen.
Luckin wurde im Juni 2020 von dem Hauptmarkt der NASDAQ abgestoßen und wechselte später zum OTC Pink Sheet Market. Dort ist die Liquidität zwar gering und die Preisschwankungen sind stark, aber der Handel ist nach wie vor möglich.
Mit der stetigen Verbesserung des Geschäfts von Luckin ist auch sein Aktienkurs stark gestiegen – der Schlusskurs am Tag des Delistings betrug 1,38 USD pro ADS; Am 18. September 2026 erreichte der Schlusskurs 35 US-Dollar. Nach grober Berechnung hat sich der Wert um mehr als das 25-fache erhöht.
Um den Ausstieg der LP zu bewältigen, hat Centurium Capital mehrere Möglichkeiten: Aktien über den öffentlichen Markt oder Blockhandel verkaufen, Aktien direkt an LP verteilen oder "den Käfig austauschen und die Vögel freilassen", um einen Teil der alten LP durch neue LP zu ersetzen.
Aus der aktuellen praktischen Umsetzung von Centurium geht hervor, dass alle drei Wege gewählt wurden, der Fokus liegt jedoch auf den letzten beiden. Die jüngste Zusammenarbeit mit Mubadala besteht darin, die Rechte an insgesamt 241 Millionen Vorzugsaktien einiger alter LP an Mubadala zu verkaufen, wobei Centurium Capital als GP diese Rechte weiterhin verwaltet.
Mubadala ist keine kurzfristige finanzielle Investition, sondern ein strategischer Investor. Mit dieser Maßnahme betont Centurium Capital nach wie vor entschlossen eines: Es setzt langfristig auf das Geschäftsmodell und die Entwicklungsperspektiven von Luckin Coffee.
Für Li Hui und sein gegründetes Centurium Capital ist Luckin Coffee bereits eine außergewöhnliche Existenz mit besonderer Bedeutung.
Centurium Capital war der Beginn von Li Hui, nach mehr als 10 Jahren Berufserfahrung bei ausländischen PE-Unternehmen selbstständig zu werden, mit der Positionierung als "neue Generation lokaler PE".
Luckin Coffee war das erste Investitionsprojekt von Centurium Capital und war einst sein Meisterwerk. Der Finanzbetrugsfall bei Luckin hat nicht nur das Ansehen von Centurium Capital zeitweise beschädigt, sondern auch den Mittelbeschaffungsrhythmus seines zweiten US-Dollar-Fonds stark beeinträchtigt.
Wo man gestolpert ist, steht man wieder auf. Heute ist Luckin Coffee, das sowohl bei der Anzahl der Filialen als auch beim Umsatz in China den ersten Platz belegt, das Meisterwerk von Centurium Capital, das mit Ausdauer und klugen Maßnahmen die Situation umgekehrt hat, und der beste Beweis für sein professionelles Urteilsvermögen und seine Fähigkeiten.
Bis heute scheint niemand mehr als Centurium Capital zu erwarten, dass Luckin Coffee erneut ein erfolgreiches IPO abschließt.
Die offene Strategie von Luckin: Globalisierung und Unternehmensführung
Es ist verständlich, dass Luckin Coffee in dieser Phase die Wiederaufnahme des IPO plant. Bereits auf der Telefonkonferenz zum Finanzbericht für das dritte Quartal 2024 hat das Management von Luckin auf die Sorgen der Außenwelt reagiert und erklärt, dass es den US-Kapitalmarkt ständig beobachten wird, es jedoch keinen genauen Zeitplan für die Rückkehr zur Notierung am US-Hauptmarkt gibt.
Um das IPO wieder aufzunehmen, braucht Luckin eine neue Wachstumsgeschichte, eine gesündere Struktur der Unternehmensführung und langfristige Mittel, die bereit sind, dafür zu zahlen.
Der inländische Kaffeemarkt ist hart umkämpft, und das Wachstumstempo von Luckin Coffee hat sich deutlich verlangsamt. Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg der Umsatz von Luckin um 28,57 %, was der niedrigste Rekord in seiner Geschichte ist.
Ein Punkt, der Aufmerksamkeit erfordert, ist, dass die Größenvorteile verschwinden. Abgesehen von dem Wachstum, das durch neue Filialen erzielt wird, sinkt die Wachstumsrate des gleichzeitigen Filialumsatzes der direkt geführten Filialen von Luckin Coffee stetig: Im dritten Quartal 2025 während des Wettbewerbs um Takeaway-Dienste betrug sie 14,4 %, im zweiten Quartal dieses Jahres -5,3 %, das heißt, die Wachstumsrate des gleichzeitigen Filialumsatzes der direkt geführten Filialen von Luckin ist in vier Quartalen um fast 20 Prozentpunkte gesunken.
Um neue Wachstumspunkte zu erschließen, ist Luckin 2023 offiziell ins Ausland expandiert, erster Halt war Singapur. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 erreichte die Anzahl der ausländischen Filialen von Luckin 223, was 0,6 % der gesamten Filialen weltweit entspricht; Im zweiten Quartal kamen netto 46 neue Filialen hinzu, davon 31 in Malaysia, 7 in Singapur und 8 in den Vereinigten Staaten.
Derzeit befindet sich Luckin im Ausland noch in der Anfangsphase, der Umsatz ist noch sehr gering und die Geschwindigkeit der Filialeröffnung ist weit geringer als im Inland. Umgekehrt gibt es für Luckin auf dem ausländischen Markt noch viel Potenzial, und Globalisierung ist die neue Wachstumsgeschichte von Luckin.
Hinter der Einführung von Mubadala für Luckin durch Centurium Capital ist Globalisierung die gemeinsame Absicht der drei Parteien. Der Leiter des Bereichs Private Equity von Mubadala für Asien sagte: "Wir freuen uns darauf, mit dem Managementteam von Luckin Coffee zusammenzuarbeiten und das Unternehmen bei der Erschließung der nächsten Wachstumsphase in China und auf internationalen Märkten zu unterstützen." Auch Centurium Capital erklärte: "Wir glauben, dass die reiche Branchenerfahrung, die globale Perspektive und das Netzwerk von Ressourcen von Mubadala Luckin Coffee dabei unterstützen werden, kontinuierlich zu innovieren und langfristige Entwicklung zu erreichen."
Dass Mubadala mit 1 Milliarde US-Dollar zu einem Aktionär von Luckin Coffee wird, ist auch das erste Mal, dass Luckin nach dem Delisting aufgrund des Skandals einen internationalen Top-Souveränfonds als neuen strategischen Aktionär begrüßt.
Der Finanzbetrugsfall im Jahr 2020 war die größte Narbe von Luckin auf dem Kapitalmarkt. Die Einführung eines globalen Top-Souveränfonds wie Mubadala als neuer strategischer Aktionär hat eine deutliche unterstützende Wirkung bei der Beseitigung der historischen negativen Kennzeichnungen von Luckin und der Verringerung der Bedenken des internationalen Kapitals hinsichtlich seiner internen Kontrolle und Compliance.
Gleichzeitig bevorzugen ausländische institutionelle Investoren börsennotierte Unternehmen mit vielfältigen Aktionärsstrukturen. Die Aktienstruktur von Luckin Coffee, bei der ein einzelnes PE-Unternehmen stark beherrschend ist, ist ein offensichtliches Manko; Dies kann institutionelle Investoren dazu bringen, sich Sorgen um die Unabhängigkeit des Betriebs und der Unternehmensführung zu machen, was wiederum die Bewertung und die Bereitschaft zur Zeichnung beeinträchtigt.
Nach Abschluss der Transaktion wird Mubadala der zweitgrößte Aktionär von Luckin und hat die Möglichkeit, ein Mitglied in den Vorstand von Luckin zu entsenden. Der Aktionärspool von Luckin wird sich von "lokaler PE-Beherrschung" zu einer vi