Die verspätete Model Y Performance ist überhaupt nicht aufregend.
In den letzten zwei Tagen bin ich plötzlich auf einige überaus begeisterte Tesla-Fahrer gestoßen.
Der Grund ist kein anderer: Letztes Wochenende hat Tesla China überraschend die neue Model Y Performance mit Allradantrieb (im Folgenden als YP bezeichnet) vorgestellt.
Der Preis ist typisch für Tesla: 369.000 Yuan.
Vor einigen Jahren hätte ich das vielleicht noch überrascht, aber der Automobilmarkt ist heute so extrem wettbewerbsintensiv, dass ich bei solchen Fahrzeugen kaum noch Aufregung empfinden kann.
Wenn es um günstige Modelle geht, gibt es heute den Galaxy TT für mehr als 100.000 Yuan, der die 100-km/h-Beschleunigung in 3,8 Sekunden erreicht. Wenn es um reine Leistung geht, gibt es in derselben Preisklasse den IONIQ 5N, der auch nach zwei Runden auf der Nordschleife keine Leistungseinbußen erleidet.
Was aber nicht allen bekannt ist: Der Autor „Chaping“ ist ein langjähriger Besitzer eines Model 3 P, aber das 3 P ist für den Familiengebrauch nicht besonders gut geeignet, weshalb er sich kürzlich einen Firefly zugelegt hat, um seine Kinder zu transportieren.
Wäre das YP früher auf den Markt gekommen, wäre es dann die Lösung für alle Anforderungen gewesen?
Na gut, jetzt sind wir neugierig geworden, schauen wir uns kurz an, was bei dieser Generation des YP alles neu ist.
Das Auffälligste ist das Äußere: Es hat die durchgehenden Tagfahrleuchten wie das neue Modell, aber einen neu gestalteten hochglanzschwarzen Stoßfänger, wobei die Qualität des Kunststoffs deutlich verbessert wurde.
Gleichzeitig hat das YP an beiden Seiten der Karosserie zwei echte Luftkanäle erhalten.
Am Heck wurden ein neuer Heckdiffusor und ein kleiner, aus Kohlefaser gefertigter Heckspoiler hinzugefügt. Insgesamt hat sich der Luftwiderstandsbeiwert des YP im Vergleich zur Vorgängergeneration um 10 % auf nur 0,22 Cd verbessert.
Aber im Vergleich zu dieser kleinen Verbesserung des Luftwiderstands finde ich die optische Aufwertung viel wichtiger.
Denn mit diesem Heckspoiler sieht das ursprünglich bullige Model Y nicht mehr so aus wie eine Computermaus. Zusammen mit den 21-Zoll-Spinnenrad-Felgen wirkt es jetzt viel ansprechender.
Genau so sollte es sein: Dein erstes Tesla war der bahnbrechende Roadster, du hast durchaus ein gutes Gespür für Ästhetik – es hängt nur oft davon ab, wie viel man bezahlt, welche Ausstattung man bekommt.
Die billige nordamerikanische Version des Model Y verwendet sogar eiserne Felgen wie bei Lieferwagen.
Als Nächstes kommt der Innenraum: Man muss sagen, man merkt sofort, dass sich die Investition gelohnt hat.
Die Stoffverkleidung vorne im Standardmodell wurde im YP durch Kohlefaser ersetzt.
Die Sitze wurden durch neue Schalensitze ersetzt, im oberen Bereich befindet sich ein metallenes Label mit der Aufschrift „INSANE Plaid“, das die Leistungsversion kennzeichnet. Die seitlichen Wangen unten stehen weiter nach innen als beim normalen Model Y und sorgen für besseren Halt.
Außerdem gibt es das klassische, 8000 Yuan teure weiße Interieur. Anders als bei ausländischen Versionen wurde bei der chinesischen Version auch die Mittelarmlehne in Weiß ausgeführt, was wirklich sehr auffällig ist.
Bei ausländischen Versionen ist die Mittelarmlehne noch schwarz.
Die Rückbank ist sehr konventionell gestaltet, bietet genauso viel Platz wie das neue Model Y und verfügt über die klassische, von Tesla bekannte Sitzheizung, die einem sofort vertraut vorkommt.
Aber diese kleinen Änderungen reichen offensichtlich nicht aus, um den Preisunterschied von 56.500 Yuan zwischen dem YP und der Langstrecken-Allradversion zu rechtfertigen – das Entscheidende liegt bei der Leistung.
Das Interessante ist: Als die Medien gefragt haben, warum Tesla die neue Generation des YP auf den Markt bringt, hat Lars Moravy, Vizepräsident für Fahrzeugtechnik bei Tesla, folgendes erklärt:
Wer zum Teufel fährt mit einem Model Y auf die Rennstrecke?
Das ist wirklich sein genaues Wortlaut. Im Vergleich zum harten, steifen YP der Vorgängergeneration hat das YP des Modelljahres 2026 seinen Fokus eindeutig von der Rennstreckenleistung auf den Fahrspaß im Alltag verlegt.
Das zeigt sich schon an der Ausstattung: Das neue YP legt mehr Wert auf Beschleunigung und verwendet zwei Motoren mit den Bezeichnungen TL2 und 4D2 mit einer Leistung von 176 kW bzw. 291 kW. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert nur 3,5 Sekunden, 0,2 Sekunden weniger als beim Vorgänger.
Im Fahrzeugsystem fehlt der ursprüngliche Track-Modus, stattdessen gibt es den Modus „Insane“, der im Grunde für die Geradeausbeschleunigung gedacht ist.
Erinnern wir uns zurück: Der Track-Modus von Tesla erlaubte es, Steuerungssysteme wie ESC und TSC selbst anzupassen, man konnte sogar direkt die Temperaturen von Motoren und Bremsen einsehen – sehr puristisch und auf Leistung ausgelegt.
Das neue YP verzichtet auf all diese Spielereien und konzentriert sich direkt auf die starke Geradeausbeschleunigung.
Das sind die Änderungen bei dem Antrieb. Bei der Federung verwendet das YP erstmals adaptive Dämpfer mit zwei Einstellungen: Standard und Sport.
Laut Tesla selbst wurden auch Federn, Buchsen und Stabilisatoren neu entworfen. Um das neue System mit adaptiven Dämpfern zu ergänzen, wurde zudem ein neuer Achsschenkel verbaut, der mit Beschleunigungssensoren und Raddrehzahlsensoren ausgestattet ist, um dem System mehr Daten zu liefern.
Laut Tests mehrerer ausländischer Medien ist das neue YP im Vergleich zum alten YP und auch zum Model 3 P, das ebenfalls adaptive Dämpfer verwendet, deutlich komfortabler.
Aber wie Moravy schon sagte: Dieses Auto hat kaum noch etwas mit Rennstrecken zu tun.
Im Rennstreckentest des US-Mediums Edmunds ist zu sehen, dass das neue YP bei schnellen Kurvenfahrten aufgrund des hohen Schwerpunkts und der weichen Federung sehr mit der Fahrzeugdynamik zu kämpfen hat.
Außerdem sind die klassischen Hankook-Leiseräder von Tesla nicht für den Einsatz auf Rennstrecken geeignet.
Man kann nur sagen, dass Tesla sehr klar denkt: Obwohl das Unternehmen seit jeher für sein gutes Fahrverhalten bekannt ist, ist ein Hochleistungs-SUV letztendlich immer noch ein SUV.
Da Tesla bereits die Limousine Model 3 hat, braucht das Model Y nicht mehr in diesem Bereich mitzumischen.
Dieser Trend zeichnete sich bereits bei dem Model Y L ab, das wir letztes Jahr bei einer Probefahrt getestet haben.