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HardKr Exklusive Erstveröffentlichung | Ehemaliger Produktleiter von META und XREAL gründet ein Wearable-Hardware-Startup und erhält eine Seed-Finanzierung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar von einem führenden US-VC.

华南-彭丽2026-09-01 12:36
Die von der offiziellen CES 2026 ausgewählten Top 3 der besten Startups.

Nach Informationen von 36Kr hat das tragbare KI-Hardware-Unternehmen Nirva kürzlich eine Seed-Finanzierungsrunde im Wert von mehreren zehn Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Runde wurde von dem führenden US-amerikanischen VC Lightspeed angeführt, South Park Commons beteiligte sich, und Deep Capital fungierte als langfristiger exklusiver Finanzberater. Die Mittel aus dieser Finanzierung werden hauptsächlich für die Erweiterung des Teams, die Vorbereitungen für die Massenproduktion und die Entwicklung neuer Produkte verwendet.

Dies ist ein im Silicon Valley aufgewachsenes Unternehmen für KI-Traggeräte. Der Gründer Lü Wei war früher Produktleiter bei META und XREAL und verfügt über fast ein Jahrzehnt tiefer Erfahrung in der Forschung und Entwicklung von tragbaren Geräten. Der CTO Jason war früher technischer Manager bei META Reality Labs und hat die Kerntechnikarchitektur entwickelt, die Milliarden von Verbraucherprodukten unterstützt. Die CCO Hu Hanying ist verantwortlich für Mode und Design und ist zugleich Gründerin der Modemarke HANYING, die schon für Top-Prominente im westlichen Raum wie LADY GAGA, BLACKPINK und Westlife modische Accessoires entworfen hat. Im Kernteam für Hardware arbeiten unter anderem der ehemalige leitende Projekt- und Lieferkettenleiter von Xiaomi sowie der ehemalige Leiter für Mensch-Computer-Interaktion im Ocean Lab von ByteDance.

Es ist erwähnenswert, dass Nirva 90 Tage nach der Unternehmensgründung von der offiziellen Jury der CES 2026 zu einem der drei besten Start-ups gewählt wurde.

Äußerlich betrachtet besteht der Hauptteil der Nirva-Halskette aus einem schlanken, minimalistischen Zylinder aus Metall, der nur 7,5 Gramm wiegt und in Gold, Silber und Schwarz erhältlich ist. Er kann mit Ketten zu Halsketten oder Armbändern kombiniert werden. Lü Wei erklärte gegenüber 36Kr, dass viele Produkte das Gerät selbst zum visuellen Mittelpunkt machen – zum Beispiel in Form von Quadraten, Kreisen oder Dreiecken. „Aber wir haben festgestellt: Wenn das Gerät selbst zum visuellen Mittelpunkt wird, wird es unweigerlich Menschen geben, die es mögen, und andere, die es nicht mögen.“

Deshalb geht Nirva den umgekehrten Weg: Das Gerät selbst soll nicht zum visuellen Mittelpunkt werden, sondern sich in verschiedene Accessoire-Stile einfügen. Der Hauptkörper von Nirva ist sehr schlank und kann mit der Kette zu einer Einheit verschmelzen. „Zum Beispiel kann dasselbe silberne Nirva mit einer Perlenkette einen eleganten Eindruck vermitteln, während es mit einer groben Metallkette im US-Straßenstil daherkommt.“

(Quelle des Bildes: Unternehmen)

Lü Wei, die seit Jahren an KI-Brillenprodukten arbeitet, ist der Meinung, dass Brillen zwar eine intelligente Geräteform nahe dem ultimativen Zustand für die Interaktion mit Menschen darstellen, aber aufgrund von Einschränkungen bei Akkulaufzeit, Aussehen und anderen Problemen können Nutzer sie im täglichen Leben derzeit nicht den ganzen Tag tragen. „Deshalb denken wir heute nicht darüber nach, welche Hardwareform am fortschrittlichsten ist, sondern welche Form zum jetzigen Zeitpunkt die breite Masse wirklich dazu bringen kann, sie täglich zu tragen“ – das ist auch der Grund, warum Lü Wei sich für KI-Accessoires entschieden hat.

Hinter dem scheinbar einfachen Gerät steckt, wie Lü Wei erläutert, eine nicht einfache Entwicklung. „Eine der größten Herausforderungen ist, dass wir ein juwelenartiges Aussehen in einem Guss erreichen wollen. Wir bestehen darauf, dass das Produkt keine Fugen hat und nicht wie andere Geräte aus zwei Hälften zusammengebaut wird. Deshalb müssen alle Bauteile von einer Seite in ein Rohr mit sehr kleinem Innendurchmesser und Bogenform eingeführt werden – das ist eine Herausforderung sowohl für die Konstruktion als auch für die Montage.“ Außerdem stellt das Metallgehäuse eine große Herausforderung für das Antennendesign dar.

Was die Funktionen angeht, kann Nirva von morgens bis abends passiv die Worte des Nutzers aufnehmen und darauf reagieren. Nirva verfügt über eine Stimmerkennung, die Stimmen anderer Personen herausfiltert. „Deshalb muss der Nutzer das Gerät nicht ständig ein- und ausschalten, sondern kann es natürlich den ganzen Tag tragen.“ Darüber hinaus generiert es je nach Lebensinhalt des Nutzers aktiv verschiedene Arten von Karten, zum Beispiel für Momente, Bestätigungen, Stimmungen, Dankbarkeit und mehr. Diese Inhalte helfen dem Nutzer, sein Leben zu dokumentieren und langfristig seine Stimmungsveränderungen, Sozialverhaltensmuster und Gewohnheiten zu erkennen.

Lü Wei zeigte 36Kr Screenshots ihrer Nutzung in den letzten zwei Monaten, zum Beispiel eine Dankbarkeitskarte: „Damals war ich krank, meine Mutter hat mir Essen zubereitet und mich gepflegt, und ich habe nicht einmal Danke gesagt. Nirva hat mich daran erinnert, meiner Mutter Danke zu sagen – ein sehr kleiner Punkt, der mich sehr berührt hat.“ Bei einer Stimmungskarte: „Eines Tages habe ich aus Versehen den Hund eines Freundes verletzt und danach starke Selbstvorwürfe gehabt. Nirva hat mir einen psychologischen Bericht zugeschickt, der mir geholfen hat, das Problem richtig einzuordnen.“ Der tägliche Lebensablauf wird automatisch zu einem Tagebuch und einer Zeitleiste zusammengestellt, ergänzt um einen Brief. Alle Karten lassen sich direkt in sozialen Medien teilen.

All diese Inhalte erreichen die Nutzer über die Software. Lü Wei analysiert, dass das Problem vieler aktueller Hardwareprodukte darin besteht, sich nur auf das Gerät selbst zu konzentrieren. „Aber der Grund, warum Nutzer langfristig bleiben, ist nicht, dass sie ein Gerät besitzen, sondern dass dieses Gerät wirklich in ihr Leben eintritt.“

Aus Sicht von Lü Wei wollen sie eigentlich einen Kontext-bewussten Begleiter oder Agenten schaffen – eine KI, die den Lebenskontext des Nutzers versteht und ihn begleitet. Auf der Hardwareseite kann dies durch verschiedene Formen von Modeaccessoires umgesetzt werden. „Heute kann es eine Halskette oder ein Armband sein, in Zukunft wird es noch mehr Accessoire-Formen geben.“ In ihrer Vorstellung wird ein Nutzer künftig mehrere Nirva-Geräte besitzen und je nach Outfit, Szene und Stimmung des Tages das passende Gerät zum Begleiten auswählen.

(Quelle des Bildes: Unternehmen)

Das Nutzerprofil von Nirva ist sehr klar: Es handelt sich um berufstätige Frauen in nordamerikanischen Städten im Alter von 23 bis 45 Jahren, die in Großstädten wie New York oder San Francisco leben und an Konzepten wie Selbstverbesserung, Gesundheitsbewusstsein und datengesteuertem Leben interessiert sind. Lü Wei und ihre Kollegen haben diese Gruppe umfassend untersucht. „Sie sind zum Beispiel anspruchsvolle Büroangestellte in der Stadt, machen Yoga und Pilates, kaufen Marken im mittleren Preissegment und achten auf ihren Lebensstil und ihre körperliche sowie seelische Gesundheit. Oft sieht man an ihren Händen einen Oura Ring.“ Noch wichtiger ist, dass diese Gruppe im heutigen gesellschaftlichen Kontext einen höheren Bedarf an Selbstfürsorge und Selbstverbesserung hat.

Als nächstes wird Nirva verschiedene Designs herausbringen, wie Lü Wei ankündigt: „Ähnlich wie das Konzept von Pop Mart werden wir ständig Kooperationen mit Marken-IPs abschließen und Ketten in Zusammenarbeit mit Modemarken oder IPs herausbringen, um Nutzer zu Wiederholungskäufen anzuregen.“ Im September dieses Jahres wird das Produkt in kleinem Umfang an die ersten hundert Nutzer ausgeliefert, die vorbestellt haben. So wird eine frühe Community aufgebaut, und das Produkt wird anhand des Feedbacks weiterentwickelt.

Im Folgenden finden Sie Auszüge aus dem Interview von 36Kr mit Lü Wei, der Gründerin von Nirva:

36Kr: Du und deine Mitgründer haben alle einen Hintergrund im Bereich KI-Brillen. Warum habt ihr euch diesmal für die Accessoire-Form entschieden?

Lü Wei: Ich arbeite seit 10 Jahren an Brillen und habe immer gedacht, dass Brillen die „North Star“-Form darstellen. Aus Sicht des ersten Prinzips befinden sich Brillen nah an Augen und Ohren, können die Sinne ersetzen und eignen sich am besten für die Interaktion zwischen KI und Menschen.

Aber gerade weil ich viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet habe, weiß ich: Obwohl die Auslieferungsmengen von Brillen derzeit steigen, kann die breite Masse sie immer noch nicht den ganzen Tag täglich tragen – das ist entscheidend. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Fähigkeiten großer Sprachmodelle bereits stark genug. Was fehlt, ist eher ein Produkt, das Nutzer bereit sind, jeden Tag zu tragen. Nur wenn der Nutzer das Gerät trägt, entstehen Daten, und mit Daten lassen sich viele Dinge umsetzen. Der Engpass liegt also nicht auf Seiten der Modelle, sondern darin, ein schönes, komfortables, extrem unaufdringliches Produkt zu schaffen, das Menschen gerne ständig tragen.

36Kr: Wenn das Gerät ständig die Stimme des Nutzers aufnimmt und darauf reagiert, haben Nutzer dann nicht das Gefühl, durchleuchtet zu werden, und empfinden Druck?

Lü Wei: Der Grundton von Nirva besteht darin, dem Nutzer zu helfen, schöne oder erinnerungswerte Dinge im Leben zu sammeln. Wenn es dem Nutzer eine andere Perspektive auf ein Problem vermitteln muss, geschieht dies auf sehr sanfte Weise. In unserem Team gibt es ein Kernmitglied, das sich ausschließlich um diesen Aspekt kümmert. Sie war früher Leiterin für Nutzerforschung und Produktentwicklung bei Headspace, einem der führenden Unternehmen im westlichen Raum für psychische Gesundheit, das weltweit fast 100 Millionen Nutzer hat.

Hinter der Produktgestaltung steht ein psychologisches Rahmenwerk. Nutzer wollen sich selbst verbessern, aber wenn sie Feedback erhalten, wollen sie nicht beurteilt werden. Um es mit dem heute beliebten MBTI zu veranschaulichen: Unser Ansatz ist, „sehr T-haltige Inhalte auf sehr F-Art an die Nutzer zu vermitteln“. So fühlen sich die Nutzer wohl, verbessern gleichzeitig ihre Selbstwahrnehmung und erkennen bessere Möglichkeiten für ihr Leben.

36Kr: Nirva ist immer aktiv – wirft das keine Datenschutzprobleme auf?

Lü Wei: Genau deshalb bestehen wir darauf, „nur auf dich selbst zu hören“. Wir sind keine Software zur Erstellung von Meeting-Protokollen, wir kümmern uns nicht um jedes Wort, das andere Personen sagen, sondern um den Zustand des Nutzers selbst. Wenn das Gerät online ist, erfasst es die Stimmmerkmale durch natürliche Gespräche und hört nur den Worten des Nutzers selbst zu. Was der Chef sagt, was Kollegen sagen oder was man auf Douyin hört, repräsentiert nicht den Nutzer. Nur das, was der Nutzer selbst täglich sagt, steht für seine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse und definiert, wer er ist.

Da keine Gespräche mit anderen Personen erfasst werden, fallen deutlich weniger Datenschutzprobleme an. Außerdem kann der Nutzer Nirva jederzeit ausschalten und hat die volle Kontrolle. Darüber hinaus arbeiten wir mit Orrick zusammen, einer der größten Anwaltskanzleien der USA, um die Datenschutzkonformität zu gewährleisten. Nutzer verstehen im Grunde, dass Daten für KI-Dienste in die Cloud übermittelt werden müssen. Sie interessieren sich vielmehr dafür, ob sie die Kontrolle haben – ob sie die Daten einsehen, vollständig löschen oder übertragen können. Wir geben den Nutzern diese Zusagen und lassen sie durch Drittinstitute zertifizieren.

36Kr: Ihr legt großen Wert auf Geschmack und Entwicklung im Modebereich. Wie wirkt sich das auf eure Marketingstrategie aus?

Lü Wei: Unterhaltungselektronik hat ihre etablierten Marktstrategien, aber in der Modebranche kommt es darauf an, eine Marke aufzubauen. Zum Beispiel arbeiten wir mit Prominenten zusammen: Wenn sie das Produkt bei wichtigen Anlässen tragen, schafft das „nicht kopierbare Ereignisse“ für die Marke, was sehr effektiv ist. Natürlich wählen wir Prominente aus, die bereits zur Zielgruppe von Nirva gehören. Sie müssen sich wirklich für das Produkt interessieren und echte Nutzer sein, statt dass wir sie dafür bezahlen, es zu tragen oder als Botschafterin zu wirken.

Darüber hinaus werden wir Pop-up-Erlebnisse in hochwertigen Kaufhäusern oder an Orten mit Lifestyle-Marken anbieten, da Modeaccessoires ausprobiert werden müssen. Später werden wir wie Pop Mart Markenkooperationen und Designer-Kooperationen herausbringen, jeden Monat neue Modelle und jede Quartal große Kooperationen anbieten, um die Begeisterung in den sozialen Medien aufrechtzuerhalten und die Nutzungsgewohnheiten der Nutzer zu fördern. Nach dem Kauf eines Nirva-Geräts kann man ständig neue Ketten kombinieren, was den Sammlergeist weckt.