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Ich habe 3000 Yuan für ein „Lerngerät“ gekauft, das mir geholfen hat, die Gewohnheit, vor dem Einschlafen ständig auf dem Smartphone zu scrollen, loszuwerden.

少数派2026-08-09 13:25
Alle Raffinesse ist nichtig, nur ein verlässlicher Kern ist von Dauer.

In einer Zeit, in der der heutige Smartphone-Markt stark homogenisiert ist und alle Hersteller zwischen Standarddesigns und kleinen Innovationen pendeln, zieht ein Gerät mit außergewöhnlicher Form leicht die Aufmerksamkeit von Technikbegeisterten auf sich. Vor einiger Zeit stieß ich beim Durchsuchen der offiziellen Website von iKKO auf ein Handy namens MindOne Pro. Sein nahezu quadratisches Gehäuseformat ist sehr ungewöhnlich, es wirkt so, als hätte man den Außenschirm eines kleinen Klapp-Smartphones abmontiert und daraus direkt ein klassisches Barrenhandy gebaut.

Ich scherze schon lange mit Freunden, dass es ein tolles Gerät für digitale Gesundheit wäre, wenn ein Hersteller den Außenschirm eines Klapphandys für ein kleines Barrenhandy verwenden würde. Aus dieser neugierigen Einstellung heraus kaufte ich eine chinesische Version des MindOne Pro. Nach einiger Zeit echter Nutzung wurde ich aber stark enttäuscht. Wenn ich dieses Erlebnis in einem Satz zusammenfassen müsste: Die Leistung ist etwas unzureichend, die Verarbeitung ist insgesamt fein und zuverlässig, aber die Systemerfahrung ist völlig chaotisch.

Liebliches Format, beengte Nutzungserfahrung

Zuerst sprechen wir über die wenigen Highlights dieses Handys. Die Verarbeitung des iKKO MindOne Pro ist sehr fein, die Fugen sind eng verarbeitet, die Materialhaptik ist gut abgestimmt. Beim Halten in der Hand spürt man eindeutig eine Qualitätsanmutung, die sich von billigen Ersatzhandys unterscheidet. Dieses fast quadratische Gehäuseformat wirkt optisch sehr niedlich und kompakt. Bei der Einhandbedienung erreicht der Daumen fast den oberen Rand des Bildschirms und die gegenüberliegende Seite, das Haltegefühl ist so wunderbar, als halte man ein Smart-Home-Bedienfeld mit ausgezeichneter Verarbeitung in der Hand.

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Gleichzeitig bringt dieses extreme physische Format zwar Neuheit, aber auch erhebliche Probleme im täglichen Gebrauch. Das am meisten störende Erlebnis ist die häufige Texteingabe im Alltag. Obwohl iKKO die System-Navigationsleiste so weit wie möglich verkleinert und die Tastaturhöhe des vorinstallierten Gboard angepasst hat, werden nach dem Einblenden der Tastatur nur noch das Eingabefeld und eine Zeile des Chatverlaufs angezeigt. Wenn dann noch eine oben angeheftete Gruppen-Nachricht erscheint, kann man sich wirklich nur noch „voll und ganz auf das Tippen konzentrieren“.

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Auf der Seite der Inhaltsnutzung sind die Feed-Seiten der meisten sozialen Medien nicht für dieses extreme Seitenverhältnis optimiert, sodass Bilder zwangsweise vergrößert werden. Inhalte, die früher auf einem Bildschirm vollständig angezeigt wurden, müssen jetzt mehrmals durchgescrollt werden. In gewisser Weise verwandelt diese natürliche physische Einschränkung es stattdessen in ein ausgezeichnetes „Gerät für digitale Gesundheit“ — da das Durchsuchen von Feeds damit nicht reibungslos funktioniert, als würde man durch ein kleines Fenster versuchen, die ganze Schönheit der Landschaft draußen zu betrachten, verliert man schnell die Lust, es lange zu benutzen und legt es bereitwillig weg.

„Patchwork“-System

Wenn die Einschränkungen der Hardwareform noch mit „unabhängigem Charakter“ oder „Nischenausrichtung“ erklärt werden können, ist die Systemleistung des MindOne Pro wirklich nur als Katastrophe zu bezeichnen.

Vielleicht weil der Hauptmarkt im Ausland liegt, ist die chinesische Version dieses Geräts gleichzeitig durch gesetzliche Anforderungen und langsame Entwicklungsgeschwindigkeit eingeschränkt. Es gibt keine vorinstallierten Google-Dienste, was die Installation und Nutzung vieler ausländischer Apps erschwert. Der vorinstallierte App-Store ist Tencent Yingyongbao (nebenbei: iKKO hat vergessen, die Deinstallation von Yingyongbao zu blockieren, das direkte Deinstallieren löst einen sanften Systemneustart aus).

Bilder nach links oder rechts wischen. Kuaba? Yingyongbao lädt dich ein, täglich zu unterschreiben und viel Geld zu verdienen 

Die meisten vorinstallierten Apps wirken wie native AOSP-Apps mit einem neuen Satz von vierfarbigen Icons. Die wichtigsten Telefon- und Nachrichten-Apps sind nicht speziell für dieses Bildschirmformat angepasst. In den Einstellungen gibt es eine unverständliche Funktion namens „Kuaba“, die die Hintergrundaktivitäten von Apps einschränkt. Der vorinstallierte Browser ist das mit Vollbildfunktion ausgestattete Via, was noch vernünftig ist. Die vorinstallierte Tastatur ist auch das für Doppeltipp-Eingabe geeignete Gboard.

Diese systemischen Mängel mit schwarzem Humor lassen mich diese stark zusammengefügte chinesische Version auf neue Weise verstehen.

Man kann überall den retro Technik-Flair von Android 4.4 erkennen

Wenn man tiefer gräbt, weist das System des MindOne Pro noch weitere retro Spuren auf. Obwohl es das Sicherheitsupdate vom Dezember 2025 trägt, bleibt die Systemversion bei Android 15 vom September 2024. Die mit dem täglichen Gebrauch verbundene WebView-Systemkomponente bleibt auch bei Chromium 124, also einer Version aus der ersten Hälfte von 2024. Vielleicht aufgrund der Einschränkungen der Chip-Plattform sind die Vendor-Partition und die Kernel-Version bei Android 12 eingefroren. Dieser Zustand tritt normalerweise bei Systemen auf, die ursprünglich auf dem alten Android 12 basierten, später auf Android 15 aktualisiert wurden und schließlich nur neuere Sicherheits-Patches erhalten haben.

KI-Betriebssystem? „Lernmaschinen-Modus“

Heutzutage traut sich kaum ein Handy ohne KI-Funktionen verkauft zu werden. Das MindOne Pro hat auf der linken Oberseite des Gehäuses eine physische Taste eingebaut. Laut offizieller Angabe dient diese dazu, KI-Funktionen mit einem Tastendruck aufzurufen. Seine KI-Funktionen und das spezielle KI-Betriebssystem sind tief in das eigene Kontosystem von iKKO eingebunden.

Das klingt nach einem ambitionierten Versuch der Kombination von Hardware und Software. Nach mehreren Tagen mit dem Fehler „Verbindungsfehler, Anmeldung nicht möglich“ habe ich mich endlich bei dem iKKO-Konto angemeldet und das KI-„Betriebssystem“ ausprobiert. Leider muss ich ehrlich sagen: Dieses KI-Betriebssystem ist im Grunde nur ein neuer Launcher, der einen Zustand ähnlich dem „Super-Energiesparmodus“ aufruft. Es ist nicht wie auf der offiziellen Website angegeben ein separates System, das neben Android läuft, sondern eher ein Launcher-Modus innerhalb von Android, bei dem selbst die Gesten für den Wechsel zwischen Aufgaben nicht blockiert sind.

Es ist jedoch unverständlich, dass alle KI-Chat-, Lern-, Notiz-, Podcast- und Übersetzungs-Apps nur in diesem Modus nutzbar sind und im normalen Android-System nicht auffindbar sind. Diese Isolierungsstrategie wirkt etwas überflüssig. Das KI-Betriebssystem unterstützt auch nicht das Hinzufügen von selbst installierten Drittanbieter-Apps. Es gibt insgesamt nur 8 vorinstallierte Apps, aber 10 leere Plätze zum Ausfüllen — sehr merkwürdig.

Das Interessanteste zum Ausprobieren im KI-Betriebssystem ist natürlich der „KI-Chat“. Im Menü wird angezeigt, dass man auf drei Modelle zugreifen kann: „ChatGPT-5“, „Chat GPT-4“ und „DeepSeek-V3“. Das klingt gut, aber die tatsächliche Leistung ist eher durchwachsen. Das fatalste Problem ist, dass das Modell nur ungern online nach Informationen sucht. Wenn ich nach dem Wetter in Shanghai morgen frage, weist mich das Modell an, selbst die Wetter-App zu öffnen. Das Modell kann nur Inhalte vor Juni 2024 beantworten. (Wenn man die Stichtage der GPT-Modellreihe prüft, entsprechen die Modelle um dieses Datum herum genau GPT-4.1/mini/nano sowie die nano/mini-Varianten von GPT-5.) Im Vergleich dazu ist die fehlende Unterstützung für die Stream-Übertragung von Antworten nur ein kleines Problem.