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WAIC2026 Ausblick: Vier Trends der chinesischen KI auf der bisher erfolgreichsten KI-Konferenz

IT时报2026-07-17 08:15
Agenten, Token-Management, inländische Rechenleistung, verkörperte Intelligenz

„Noch nie war eine KI-Konferenz so heiß begehrt“: Am 17. Juli wird die Welt-KI-Konferenz 2026 (WAIC 2026) eröffnet, und die Tickets sind sofort ausverkauft. Viele Unternehmer, Investoren, Branchenkenner und sogar normale Menschen warten gespannt vor dieser Tür zur KI-Welt.

Worauf warten sie?

Wir erinnern uns noch gut: Als die Welt-KI-Konferenz 2018 in Shanghai eröffnet wurde, war alles noch neu, aber nur für eine kleine Gruppe zugänglich. Nach 9 aufeinander folgenden Ausgaben hat die *IT Times* anhand dieser KI-Konferenz die Entwicklung der Industrie in Shanghai beobachtet und einen ersten Einblick in das Potenzial der KI gewonnen.

Im Vorfeld der WAIC 2026 zeichnen sich mehrere klare Entwicklungswege ab: Agenten entwickeln sich von redegewandten Systemen zu Einheiten, die Aufgaben erledigen und Transaktionen durchführen können. KI-Endgeräte vollziehen eine Umgestaltung auf Betriebssystemebene, statt nur auf Anwendungsebene zu arbeiten. Das Token-Management definiert neue Maßstäbe für die KI-Ökonomie. Die heimische Rechenleistung entwickelt sich von „einsetzbar“ zu „hochwertig“. Die Embodied Intelligence tritt aus Laboren in echte kommerzielle Anwendungen ein. Und Weltmodelle bewegen sich von der Inhaltsgenerierung hin zum Verständnis der physischen Welt.

Agenten: Die Stadt baut ein neues „Zuhause“ für ihre „Einheimischen“

Agenten sind zweifellos das Schlagwort der WAIC 2026. Anders als im Vorjahr, wo nur technische Konzepte diskutiert wurden, steht dieses Jahr im Mittelpunkt, wie Agenten echte Aufgaben bewältigen können – vorausgesetzt, es wird ein Umfeld geschaffen, in dem sie optimal gedeihen.

Wenn man Agenten nur eine Tür in ein bestehendes System öffnet, bleiben sie für immer Gäste. Wenn man ihnen aber ein eigenes Zuhause baut, werden sie zu Einheimischen.

Die Metropole Shanghai hat bereits vor zwei Jahren mit der Umgestaltung begonnen, um eine cloudbasierte Stadt zu schaffen, die eigens für die KI entwickelt wurde. Im Vorjahr hat China Telecom mit dem Projekt „Smart Cloud Shanghai“ die Vision einer städtischen KI-Infrastruktur vollständig vorgestellt. Dieses Jahr baut Shanghai Telecom mit Angeboten wie dem KI-Store als Rechenleistungs-Marktplatz, der „Ontology-Werkstatt“ als Agenten-Produktionslinie und einem Team von KI-Supermitarbeitern ein vollständiges „Cloud-Edge-Endgerät“-System für die KI-Versorgung auf. Dadurch werden Agenten zu „Strom, Wasser und Gas im KI-Zeitalter“, die jederzeit verfügbar sind.

Die Umgestaltung der Stadt ist unsichtbar – die Revolution der Endgeräte hingegen sichtbar.

2026 ist das Gründungsjahr der Agenten-Smartphones. Kurz vor der WAIC hat StepStar das STEPX Neo vorgestellt: Das Gerät behält seine gewohnte Form, aber die zugrundeliegende Architektur ist völlig neu. StepStar hat das agenten-native Betriebssystem Step AOS entwickelt, das die gesamte Leistung von Hardware und bestehendem System in Rechenkapazität, Daten und atomare Dienste umwandelt, die Agenten direkt nutzen können. Dadurch können Agenten anwendungsübergreifend arbeiten, Cloud und Endgerät zusammenwirken und Aufgaben nahtlos zwischen mehreren Geräten übergeben.

Anbieter von Anwendungen fürchten jedoch, dass Agenten die Apps verdrängen.

Die Antwort von nationalen Apps mit Milliarden Nutzern lautet: Sich selbst mithilfe von KI neu erfinden. Mitte Juni wurden nacheinander die KI-Version von Alipay namens „A-Bao“ und der exklusive KI-Bereich von WeChat vorgestellt. Da KI die Einkaufsgewohnheiten der Menschen verändert, wird auch das KI-Bezahlsystem notwendigerweise mitwachsen. Die Umgestaltung von Alipay folgt zwei Prinzipien: Einerseits werden aus den Bedürfnissen der Nutzer über eine einfache Sprachaufforderung 8000 verschiedene Dienste zugänglich. Andererseits wird ein Rahmen geschaffen, der 95 % aller gängigen Agenten unterstützt.

Alipay und WeChat gehen bei der Neugestaltung unterschiedliche Wege, halten aber beide an einer Sicherheitsgrundregel fest: Die KI übernimmt nur die Ausführung von Aufgaben – die endgültige Entscheidung über das Geld verbleibt vollständig beim Nutzer.

Dies spiegelt die tiefergehende Sorge der Menschheit wider: Wie viel Kontrolle müssen wir im Zeitalter der Agenten-Ökonomie abgeben?

Agenten vollziehen gerade den entscheidenden Sprung von der „Technikdemo“ zur „kommerziellen Produktion“. Die städtische Infrastruktur und die Betriebssysteme der Endgeräte werden umgestaltet. Wer Agenten ein natives Laufzeitumfeld bieten kann, bestimmt das Interaktionsparadigma des Agenten-Zeitalters.

Token-Management: Von der „Token-Nutzung“ zur „Token-Verwaltung“

2026 wird zum Gründungsjahr des „Token-Managements“. Token sind nicht mehr nur ein technisches Konzept, sondern entwickeln sich zu einem Maßstab und einer operativen Einheit der KI-Ökonomie.

Die drei großen Telekommunikationsanbieter beschleunigen den Übergang vom Datenverkehrs-Management zum Token-Management – aber die Schaffung einheitlicher Maßstäbe stellt eine große Herausforderung dar.

China Telecom hat einen neuen Ansatz vorgeschlagen: Von der „Token-Nutzung“ zur „Token-Verwaltung“. Mit einem Token-Sicherheits-Router werden die einheitliche Anbindung mehrerer Modelle, die Verwaltung von Token-Kontingenten und die Zuordnung von Kosten zu Abteilungen realisiert. Zudem werden Daten vor der KI-Nutzung anonymisiert und durch Schutzmechanismen abgesichert. Dies bedeutet, dass das Token-Management nicht mehr nur auf Effizienz, sondern gleichermaßen auf Effizienz und Sicherheit setzt.

Große KI-Unternehmen wie SenseTime haben ebenfalls das Potenzial der Token-Ökonomie erkannt. Die neu vorgestellten Modelle sind meist leicht und leistungsstark, sodass der Token-Verbrauch bei komplexen Aufgaben besser kontrollierbar ist – und die erzielbaren Ergebnisse pro Kosteneinheit deutlich gesteigert werden. SenseTime hat zudem das Bezahlsystem „Token Plan“ eingeführt, das Token von einem technischen Kennwert zu einem kommerziellen Produkt macht, das verwaltet und gemessen werden kann.

Auf der WAIC 2026 hat PPIO die Agenten-Cloud vorgestellt. Über ein intelligentes Modell-Gateway wird automatisch das passendste Modell ausgewählt, um die Inferenzleistung zu steigern – dadurch lassen sich die Token-Kosten um 60 % bis 80 % senken. Yao Xin, Mitbegründer und CEO von PPIO, betont: „Der Hauptkunde der Cloud ist nicht mehr nur der Mensch, sondern der Agent.“

Token entwickeln sich von einem „Nebenprodukt“ von Modellen zu einer eigenständigen wirtschaftlichen Dimension der KI-Industrie. Wer kostengünstigere, effizientere und sicherere Token-Dienste anbieten kann, behält die grundlegende Preismacht in der Agenten-Ökonomie.

Heimische Rechenleistung: Die Ära der 100.000-Karten-Cluster beginnt

Heimische Chips gehen einen eigenen Weg: Sie vollziehen einen Paradigmenwechsel von traditionellen Chip-Architekturen hin zu softwaredefinierten Systemen, logischer Faltung und 3D-Stapelung, um nicht mehr auf fortschrittliche Fertigungsprozesse angewiesen zu sein.

East China Computing hat den ersten 3D-KI-Rechenchip mit naher Speicheranbindung vorgestellt, Zhonghao Xinying den zweiten TPU-Chip namens „Xuyu“. Beide Entwicklungen verfolgen das gleiche Ziel: Der Wettbewerb um KI-Chips verschiebt sich von der Frage „Wer hat die stärkste GPU?“ zu „Wer kann die niedrigsten Token-Kosten bieten?“. Dadurch werden Engpässe wie die „Speicherwand“, die „Bandbreitenwand“ und die „Energiewand“ überwunden – und ein eigenständiger Innovationspfad für hochleistungsfähige heimische KI-Chips eröffnet, der nicht auf fortschrittliche Fertigungsprozesse angewiesen ist.

Am 10. Juli gab Sugon bekannt, dass Chinas erster vollständig heimischer KI-Supercluster mit 100.000 Karten – der Sugon 8000 (Dengfeng) – in Zhengzhou in Betrieb genommen wurde und an das nationale Supercomputing-Netz angeschlossen ist. Dieser Cluster zählt zu den zehn Highlights der WAIC 2026.

Dies ist ein bahnbrechender Fortschritt: Die heimische Rechenleistung tritt in die Ära der 100.000-Karten-Cluster ein.

Heimische Chips überschreiten den Wendepunkt von „einsetzbar“ hin zu „hochwertig“. Der Wettbewerb um Rechenleistung ist nicht mehr nur ein Wettbewerb um die bloße Größe der Rechenkapazität – sondern ein umfassender Wettbewerb um Effizienz bei der Rechensteuerung, Anwendungsanpassung und vollständiges Ökosystem.

Embodied Intelligence: Das „Gehirn“ ist noch nicht im Zeitalter von GPT-1 angekommen

Ein Satz von Shen Yujun, Chefwissenschaftler von Ant Lingbo, regt zum Nachdenken an: „Die heutigen Gehirne für Embodied Intelligence sind noch nicht einmal so weit wie GPT-1.“ Gerade in dieser Phase, in der noch keine sprunghafte Entwicklung stattfindet, sind die Erkundungen verschiedener technischer Pfade besonders aktiv – und die Fortschritte bei der praktischen Anwendung besonders entschlossen.

Der humanoide Roboter Yuanzheng A3 Ultra von Agibot zählt zu den Highlights der WAIC 2026. Kurz vor der Konferenz haben mehrere Roboter von Agibot bereits ihren Einsatz in Fabriken aufgenommen. Immer mehr Unternehmen für Embodied Intelligence erkennen: Nur echte Daten können Roboter dazu bringen, „Arbeit zu verrichten“. Taktile Daten sind zu einem extrem knappen Gut geworden – und nur durch den Einsatz in echten Anwendungen kann der Daten-Kreislauf in Gang kommen.

In den vergangenen Jahren sind viele verschiedene Roboter-Modelle entstanden – aber in der nächsten Phase geht der Wettbewerb darum, ob ein einziges Modell Roboter verschiedener Hersteller und Bauarten steuern kann, und ob diese Roboter außerhalb von Laboren in echten Umgebungen stabil arbeiten.

Kurz vor der WAIC 2026 hat Ant Lingbo das „Full-Stack Brain 2.0“ vorgestellt. Dabei handelt es sich nicht um eine einfache Übertragung von Modellen der digitalen Welt auf Roboter – sondern um ein System, das speziell auf die Wahrnehmung, Vorhersage und Ausführung in der physischen Welt ausgerichtet ist. Das LingBot-VLA 2.0 hat in der Vor-Trainingsphase 60.000 Stunden hochwertiger echter Daten verarbeitet und ist bereits für über 20 verschiedene Roboter-Bauarten von 17 Herstellern angepasst.

Auf der WAIC-Messe teilen drei Roboter unterschiedlicher Bauarten ein gemeinsames „allgemeines Gehirn“. In der Apothekenkette Guodà realisieren sie erstmals die koexistente, ungetrennte Zusammenarbeit von Mensch und Roboter im Alltag – und zählen damit zu den zehn Highlights der WAIC 2026.

Viele Fachleute haben noch nicht erkannt, dass Netzwerke die Probleme von Robotern in der physischen Welt lösen können. Das von China Telecom selbst entwickelte „AI-Flow-Netzwerk“ ermöglicht Fernsteuerung mit Latenzzeiten im Millisekundenbereich: Bediener können Roboter vor Ort aus der Ferne in Echtzeit steuern – und so einen geschlossenen Kreislauf aus „Fernsteuerung – Ausführung vor Ort – Rückmeldung von Wahrnehmungen“ schaffen. Dadurch wird das Kommunikationsnetz zur Infrastruktur für die großflächige Anwendung von Embodied Intelligence.

„Der Wettbewerb um hunderte von Modellen wird sich auf wenige grundlegende Gehirne für Embodied Intelligence konzentrieren. Nur wenn das Gehirn die Roboter in die echte physische Welt führt, um Aufgaben zu erledigen, lassen sich Probleme lösen, die im Labor nie zu bewältigen wären“, erklärt Zhu Xing, CEO von Ant Lingbo.

Embodied Intelligence vollzieht gerade den entscheidenden Wandel von „einem Gehirn pro Roboter“ zu „einem Gehirn für viele Roboter“ – und von Laborversuchen hin zur kommerziellen Anwendung in echten Umgebungen. Die vielfältigen technischen Pfade wachsen rasch zusammen, Weltmodelle werden zur neuen Richtung – und die Effizienz des Daten-Kreislaufs wird der entscheidende Faktor für den Erfolg sein.

Wenn Token verwaltet werden können, die Rechenleistung selbst gesteuert wird, die Stadt Agenten ein eigenes „Zuhause“ gebaut hat, Roboter in echten Umgebungen „reibungslos arbeiten“ und Weltmodelle die physischen Gesetze verstehen – dann ist der echte „GPT-Moment“ erreicht. Und dieser Moment könnte nicht mehr fern sein.

Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Offiziellen Konto