Wird Apple bald neue iPhone-Kamerafunktionen einführen?
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Redaktionelle Anmerkung: Schauen wir uns an, was das iPhone mit der variablen Blende noch neues aus dem Ärmel schütteln kann, nachdem viele Mitbewerber es versucht und aufgegeben haben. Dieser Artikel ist eine Übersetzung und wir hoffen, dass er Ihnen Anregungen gibt.
[Bildquelle: Unsplash]
Nach der großen Hardware-Upgrade im Jahr 2025 scheint das iPhone dieses Jahr wieder in den Hintergrund treten zu wollen. Der Bloomberg-Journalist Mark Gurman schrieb in seiner Newsletter, dass das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max im Vergleich zu ihrer Vorgängergeneration nur geringfügige Änderungen aufweisen und keine große Neuerung sein werden. Im Herbst 2026 wird der Markt wohl eher auf Apples erstes faltbares Smartphone fokussieren.
Aber Gurman erwähnte besonders, dass das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max ein neues Kamerasystem mit variabler Blende bekommen werden. Als Smartphone-Kamera-Enthusiast hat mich das sofort interessiert. Es kursieren schon seit Jahren Gerüchte über diese Funktion, aber ich hätte nicht gedacht, dass sie zu einem der wichtigsten Verkaufsargumente des am meisten erwarteten iPhones dieses Jahres wird.
Der Grund dafür ist, dass die variable Blende in der Smartphone-Branche schon mehrere Male auf und ab gegangen ist. Bringt Apple wirklich eine neue Lösung oder kommt es einfach nur spät an?
Grundlagen der Blende
Die Blende bezeichnet die Größe der Öffnung, durch die das Licht auf den Sensor (früher auf den Film) fallen kann. Dieser Parameter wird mit f-Werten ausgedrückt, z. B. f/1.4, f/2.0; je kleiner der Wert, desto größer die Blende. Je größer die Blende, desto mehr Licht kann eindringen, und Fotografen können bei gleicher Helligkeit schnellere Verschlusszeiten verwenden. Gleichzeitig kann eine große Blende eine flachere Schärfentiefe erzielen, indem der Hintergrund unscharf wird und das Hauptobjekt hervorgehoben wird.
Aber eine große Blende ist nicht immer die beste Wahl. Bei professionellen manuellen Kameras muss man in hellem Licht oft die Blende verengen, um Überbelichtung zu vermeiden. Außerdem hat das Objektiv normalerweise eine schärfere Abbildung bei mittleren Blendenwerten. Wenn Sie nicht einen bestimmten kreativen Zweck haben, wird es nicht empfohlen, immer die größte Blende zu verwenden.
Die Blende ist ein Kernparameter bei professionellen Kameras, aber auf Smartphones war sie bisher nicht so wichtig:
Die Sensoren auf Smartphones sind kleiner, und es ist schwierig, eine natürliche flache Schärfentiefe zu erzielen.
Die elektronischen Verschlusszeiten sind viel schneller als bei mechanischen Kameras, und es kommt praktisch nie zu Überbelichtung.
Deshalb verwenden die meisten Smartphones eine feste maximale Blende, weil der Vorteil der Lichtmenge alles andere überwiegt.
Frühere Versuche in der Branche
Trotzdem haben Smartphone-Hersteller mehrmals versucht, die variable Blende als Verkaufsargument zu nutzen.
Das Nokia N86 aus dem Jahr 2009 war eines der frühen Beispiele. Das äquivalente 28mm f/2.4-Objektiv war damals eine echte Weitwinkeloptik und konnte sich automatisch auf f/3.2 oder f/4.8 verengen, je nach Umgebungslicht. Außerdem war es mit einem mechanischen Verschluss ausgestattet, was die variable Blende sinnvoll machte.
2018 war das Samsung Galaxy S9 das erste moderne Smartphone, das eine ähnliche Technologie umsetzte. Die Blende konnte bis auf f/1.5 geöffnet und auf f/2.4 geschlossen werden, aber der praktische Unterschied war minimal. Zwei Jahre später wurde diese Funktion in der S10-Serie entfernt.
Danach haben chinesische Hersteller diese Technologie auf ein neues Niveau gebracht:
Das Huawei Mate 50 Pro aus dem Jahr 2022 kann die Blende in zehn Stufen zwischen f/1.4 und f/4 einstellen.
Das Xiaomi 13 Ultra aus dem Jahr 2023 hat eine Blende mit zwei Stufen: f/1.4 und f/4. Das nächste Jahr kam das 14 Ultra, das eine stufenlose variable Blende zwischen f/1.63 und f/4 unterstützt.
Aber die letzten beiden Flaggschiffmodelle von Xiaomi, das 15 Ultra und das sehr gut bewertete 17 Ultra (entwickelt in Zusammenarbeit mit Leica), haben die variable Blende aufgegeben. Meiner Meinung nach liegt der Grund wahrscheinlich an den riesigen Teleobjektiven: Im begrenzten Innenraum eines Smartphones ist die mechanische Struktur einer variablen Blende komplex und nimmt viel Platz in Anspruch.
Und aus praktischer Sicht ist diese Funktion nicht so dringend erforderlich. Ich habe das 13 Ultra und das 14 Ultra viel benutzt. Selbst wenn sie mit einem Spitzen-1-Zoll-Sensor ausgestattet sind, verwendet das System fast immer die maximale Blende. Nur beim Fotografieren von Nahaufnahmen von Speisen kann die Verengung auf f/4 das Bild insgesamt schärfer machen, aber selbst dann ist der Unterschied nicht sehr groß.
Warum tritt Apple jetzt in das Spiel?
Warum also bringt Apple seine eigene variable Blende auf den Markt, nachdem viele Konkurrenten es versucht und aufgegeben haben? Ehrlich gesagt, weiß ich es auch nicht.
Mögliche Gründe:
Apple könnte einen größeren Sensor oder eine größere Blende verwenden und muss in extremen Szenarien die Schärfentiefe kontrollieren.
Vielleicht wird es die bisher starke Algorithmus-Schärfung abschwächen und sich wieder der traditionellen optischen Bildqualität zuwenden.
Es ist sogar möglich, dass Apple das iPhone 18 Pro nur als Spezialgerät für Speisenfotografie positionieren will.
Ich denke immer noch nicht, dass dies eine lohnende Entscheidung ist, aber ich bin sehr neugierig auf Apples Umsetzung. Apple ist bekannt dafür, dass es bewährte Technologien zu einer noch besseren Benutzererfahrung macht.
Aber Sie können sich eines merken:
Wenn es im September auf der iPhone-Pressemitteilung um die variable Blende geht, sollten Sie wissen, dass dieser Ansatz in der Branche schon ausprobiert wurde und die meisten Hersteller am Ende entschieden haben, dass es nicht lohnt, weiter zu investieren.
Übersetzerin: Teresa