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Wo liegt eigentlich die Magie von Apples Magic?

爱范儿2026-02-11 12:48
Das größte Elefant hat keine Form, das größte Kunstwerk bedarf keiner künstlichen Bearbeitung.

Der Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke hat in seinem Buch "The Shapes of Things to Come" drei Gesetze zusammengefasst, von denen das bekannteste wohl das dritte ist:

Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic. Jede ausreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.

Arthur C. Clarkes Schreibtisch mit einem iMac darauf

Wenn Sie über einen Zeitraum von halb einem Jahrhundert hinweg genug aufmerksam sind, werden Sie feststellen, dass Apple bei der Benennung seiner Produkte und der Beschreibung ihrer Benutzererfahrung sehr gerne ein Wort aus Clarkes drittem Gesetz verwendet: Magic.

Normalerweise hat dieses englische Wort zwei Bedeutungen: Magie oder Wunder. Beide Bedeutungen beschreiben eine sehr subjektive und emotionale Erfahrung. Wenn man es jedoch auf Industrieprodukte anwendet, die aus kalten Glas- und Metallteilen sowie unzähligen Codezeilen bestehen, entsteht eine subtile Spannung.

Vielleicht ist es diese wunderbare Spannung, die uns dazu bringt, uns für Apple zu entscheiden – in einem starken Wettbewerb ist Apple das einzige Unternehmen, das ein so magisches Ökosystem aufbauen kann.

Aber woher kommt diese Wahrnehmung von "Magic" eigentlich?

Wenn man es auf den Kern bringt, sind es eigentlich drei Dinge.

Magic entsteht aus "Nicht-Stören"

Wenn ich ein Wort verwenden müsste, um die Benutzererfahrung im Apple-Ökosystem zu beschreiben, würde ich sagen: unauffällig.

Dies klingt vielleicht etwas abstrus, aber wenn Sie sich einmal an die Erfahrung mit den AirPods erinnern, werden Sie feststellen, dass Sie keine Kabel anschließen müssen und auch nicht in der Bluetooth-Liste mühsam nach dem Gerät suchen müssen. Es ist, als hätten die AirPods Augen und könnten Ihre Absichten vorhersehen. Wenn ich beispielsweise auf meinem MacBook ein Video anschaue und mein Handy klingelt, schaltet sich der Ton automatisch auf das Handy um, wenn ich den Anruf annehme. Wenn ich den Anruf beende, kehrt der Ton des Videos auf dem Computer zurück.

Es gibt keine Schalter, keine Bestätigungsfenster. Alles passiert ganz natürlich.

Hinter dieser "Unauffälligkeit" steckt eine sorgfältige Überlegung zur kognitiven Belastung. Psychologische Studien haben gezeigt, dass jedes Mal, wenn man seine Aufmerksamkeit wechselt, das Gehirn Energie verbraucht, um sich neu zu fokussieren. Um Ihnen diese Energie zu sparen, gibt es eine ganze Reihe von Technologien: Die Geräte bestätigen ständig über Bluetooth Low Energy (BLE) in Millisekundentakt ihre Identität. Sobald Daten übertragen werden müssen, wird automatisch auf den schnellen Wi-Fi-Kanal umgeschaltet. Apple versteckt diesen Prozess hinter den Kulissen, um Ihre "Flow-Zone" nicht zu stören.

Um die Entwicklung dieser Interaktionslogik zu verstehen, müssen wir die Zeitachse etwas zurückziehen. Craig Federighi, der leitende Softwareentwickler bei Apple, hat in einem Interview einen sehr interessanten Gedanken geäußert:

Als der App Store 2008 erstmals eingeführt wurde, schuf Apple eine Art "Eiland" – jede App war eine eigene Welt, in der die Informationen gekapselt waren.

Jedes Gerät war ein unabhängiges Ganzes, gut organisiert und einfach zu verwalten. Aber wenn Sie das Wetter checken oder den Fortschritt Ihrer Taxifahrt verfolgen wollten, mussten Sie jeweils die entsprechende App öffnen. Unsere Aufmerksamkeit wurde so in diesen ständigen Öffnungs- und Schließvorgängen zerrissen.

Deshalb haben Sie in iOS 14 "Widgets" und in iOS 17 "Live Activities" gesehen.

Hinter diesen Funktionsupdates steckt eine grundlegende Überarbeitung der Interaktionslogik: Statt dass Sie nach Informationen suchen müssen, kommen die Informationen zu Ihnen.

Auf dem iPhone können Sie jetzt auf dem Sperrbildschirm sehen, wo sich Ihre Lieferung befindet. Auf der Dynamic Island wird direkt angezeigt, wie weit das Fahrzeug noch entfernt ist.

Wir haben den leitenden Designer für die Interaktion interviewt, und er hat uns gesagt, dass das Ziel von Apple "Ruhe" (calm) sei.

Dies ist ein sehr passendes Wort. Nach der Überarbeitung der Logik verhält sich Apple eher wie ein gut ausgebildeter Butler, der oft im Hintergrund steht und nur dann auftritt, wenn Sie ihn brauchen.

Das Konzept des "Nicht-Störens" erstreckt sich auch auf die physische Bedienung.

Sie können mit den AirPods Anrufe annehmen, indem Sie mit dem Kopf nicken, und beenden, indem Sie den Kopf schütteln. Wenn Sie die Apple Watch tragen, wird Ihr Mac automatisch entsperrt, wenn Sie sich ihm nähern. Diese Aktionen sind sogar ein paar Sekunden schneller als das Entsperren des Handys mit Gesichtserkennung. Diese winzige Zeitersparnis verbessert jedoch erheblich die Benutzerfreundlichkeit der Geräte und bildet eine solide Grundlage für die Bewertung, dass die Geräte "gut zu bedienen" sind.

Magic entsteht aus "Grenzenlosigkeit"

Während das "Nicht-Stören" darauf abzielt, die kognitive Belastung zu reduzieren, zielt die "Grenzenlosigkeit" darauf ab, die physischen Grenzen zwischen den Geräten zu beseitigen.

Nach alledem kann jede abrupte schwarze Kante oder jede unterbrechende Bedienung die Immersion in die "Magie" zerstören, wenn das Gehirn bereits in der "Flow-Zone" des Handygebrauchs ist.

Die Beseitigung der physischen Grenzen geht auf eine alte Frage innerhalb von Apple zurück:

Wenn Sensoren vorhanden sein müssen, was kann man dann mit dem restlichen Platz machen?

Der leitende Designer für die Interaktion bei Apple hat uns in unserem Interview ein Detail erzählt. Die Entwicklung der Dynamic Island hat drei Teams zusammengebracht: das Display-Team, das Team für industrielle Gestaltung und das Team für Mensch-Maschine-Interaktion. Ihr gemeinsames Ziel war sehr ehrgeizig – Sie wollten, dass man nicht mehr unterscheiden kann, wo die Hardware endet und die Software beginnt. Auf diese Weise soll die Hardware die Nutzung nicht stören.

So ist die Dynamic Island entstanden.

Wenn zwei Apps gleichzeitig in die Dynamic Island gelangen, teilt sie sich wie ein Wassertropfen. Wenn Sie sie lange drücken, springt sie wie ein Ballon mit Dämpfung auf. Diese physikalisch anschauliche Trägheit, Elastizität und Schwerkraft täuschen das Gehirn und beseitigen die Grenze zwischen Hardware und Software. Gleichzeitig werden die verstreuten Informationen zusammengefasst, was die Übersichtlichkeit erhöht.

Dieser Versuch, die Grenzen zu überwinden, zeigt sich noch deutlicher bei den "Apple-Produkten im Bund".

Das ist die zweite Fähigkeit, die wir hier besprechen möchten: die Fähigkeit, sich zu vervielfältigen.

Wenn Sie ein iPad und einen Mac haben, werden Sie feststellen, dass Sie den Mauszeiger direkt vom Mac-Bildschirm auf das iPad verschieben können. Wenn Sie einen Text auf Ihrem iPhone kopieren, können Sie ihn direkt auf Ihrem Mac einfügen.

Noch interessanter ist die "Continuity Camera". Wenn Sie eine Videokonferenz führen und die Kamera Ihres MacBooks nicht scharf genug ist, wird das System automatisch die Rückkamera Ihres iPhone nutzen. Mit Hilfe des Superweitwinkelalgorithmus können Sie sogar eine Vogelperspektive Ihres Schreibtisches aufnehmen, ohne dass Sie einen Stativ benötigen.

In diesem Moment wird das iPhone zu den Augen des Macs, und das iPad wird zu seiner Leinwand.

Geräte in verschiedenen Formen und mit verschiedenen Betriebssystemen verschmelzen miteinander und verbinden sich organisch. Ohne Sie zu stören, verbinden sie die einzelnen "Eilande" zu einem großen Kontinent und bilden so die Schutzmauer des Apple-Ökosystems.

Aber das ist noch nicht alles von der "Magic". Die "Grenzenlosigkeit" hat die physischen Barrieren zwischen den Maschinen beseitigt. Jetzt versucht Apple, die physiologischen Barrieren zwischen Menschen und Maschinen zu überwinden.

Magic entsteht aus "Für Alle"

Um die physiologischen Barrieren zu überwinden, ist die intuitivste Lösung, dass die Geräte auch in Situationen, in denen Sie es nicht so einfach haben, bequem zu bedienen sind. So können die Geräte Ihrem Leben helfen. Diese "Magic" spiegelt sich in der Designphilosophie von Apple wider, die sich in einer etwas provokativen Annahme äußert – Apple geht davon aus, dass alle Benutzer "Behinderte" sind.

Nehmen wir beispielsweise an, Sie haben einen Arm gebrochen. Das ist eine vorübergehende Behinderung. Oder Sie tragen in beiden Händen schwere Gegenstände und können nicht auf Ihr Handy zugreifen. Das ist eine situative Behinderung. Oder Sie fahren in einem wackelnden Auto und werden benommen, wenn Sie auf Ihrem Handy schauen. Das ist eine sensorische Behinderung.

Wenn Sie dieses Konzept verstehen, können Sie auch die Absicht hinter vielen Funktionen verstehen.

Zum Beispiel die Gestensteuerung auf der Apple Watch.

Anfangs war diese Funktion für Menschen mit Behinderungen entwickelt worden und hieß AssistiveTouch. Sie ermöglicht es den Benutzern, den Zeiger zu steuern oder Aktionen zu bestätigen, indem sie den Handgelenk drehen oder die Faust ballen. Später haben die Designer festgestellt, dass auch normale Menschen diese Einhandsteuerung brauchen, wenn sie einen Kaffee in der Hand halten oder einen Rucksack tragen.

Deshalb sind diese Funktionen allmählich auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich geworden. Mit Double Tap können Sie einen Anruf annehmen, indem Sie zwei Finger zusammenkneifen. Ähnlich können Sie auch mit einem Handgelenkdrehen Seiten umblättern oder Aktionen bestätigen, wenn Sie nicht auf den Touchscreen zugreifen können.

Diese beiden aus Hilfsfunktionen hervorgegangenen Interaktionen sind eine wahre Meisterleistung, um die Hände zu befreien.

Eine ebenso nützliche Funktion wie die Doppelklick-Interaktion ist die neue "Fahrzeugbewegungshinweise" in iOS 18.

Wir werden benommen, wenn wir im Auto auf unserem Handy spielen, weil unser Auge einen stillstehenden Bildschirm sieht, während unser Vestibularsystem die Bewegung des Fahrzeugs spürt. Das Gehirn kann diesen sensorischen Konflikt nicht verarbeiten. Deshalb werden in den Bildschirmrändern kleine schwarze Punkte angezeigt, die sich mit der Fahrzeugbewegung bewegen. Mit Hilfe des Gyroskops im Handy wird die Bewegung sichtbar gemacht, was unserem Gehirn hilft, die Bewegung zu verstehen und den sensorischen Konflikt zu lindern.

Ähnlich funktioniert die "Rücken-Tap-Funktion".

Viele Menschen wissen nicht, dass es auf der Rückseite des iPhone einen versteckten Knopf gibt. Wenn Sie zweimal darauf tippen, können Sie einen Screenshot machen oder den Bezahlcode öffnen. Diese Funktion ist für Menschen entwickelt worden, die Schwierigkeiten haben, die physischen Tasten zu bedienen. Aber viele Benutzer nutzen diese Funktion in Verbindung mit Quick Actions und Automatisierungen auf kreative Weise.

Selbst wenn Sie keine Lust haben, mit Ihren Händen zu bedienen, unterstützt das iPhone auch die Augenverfolgung. Auf dem Mac gibt es sogar eine "Kopfsteuerung" – Sie können die Mauszeiger steuern, indem Sie den Kopf schütteln oder die Augenblinzeln.