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Kann Elon Musks Idee von "Raumrechenleistung" eine kapitalmarktrelevante Geschichte werden, die den Markt entzündet?

36氪的朋友们2025-12-16 08:16
Technologieriesen konkurrieren darum, Weltraum-Datenzentren aufzubauen, um den Engpässen bei der KI-Rechenleistung und der Energieversorgung zu begegnen.

Das "Bienenstockdenken" der Techriesen hat wieder einmal zugeschlagen. Diesmal richten sie ihren Blick gemeinsam auf dasselbe Ziel: Die Errichtung von Rechenzentren im Weltraum.

Elon Musk hat mit seinen wiederholten "Bombardierungen" auf sozialen Plattformen erstmalig das Feuer entfacht. Doch er steht nicht allein da. Jeff Bezos, der Gründer von Amazon und Blue Origin, sowie Eric Schmidt, der ehemalige CEO von Google, sind bereits Anhänger dieser Idee, und Huang Renxun, der "Vater der Chips", ist auch eindrucksvoll in das Spiel eingestiegen.

Im November 2025 kündigte Google an, bis 2027 Prototypensatelliten zu starten, um die Leistung seiner KI-Chips im Weltraum zu testen. Letzte Woche behauptete sogar das Start-up Starcloud, auf einem mit Nvidia-Chips ausgestatteten Satelliten das erste große Sprachmodell im Weltraum trainiert zu haben.

Diese "Weltraumphantasie" lässt zwar die Herzen höher schlagen, aber bei genauerer Betrachtung verbirgt sich dahinter möglicherweise eine noch nüchterne und sogar besorgte Einschätzung der Riesigen: Sie mögen der Meinung sein, dass die Erde die enorme Rechenleistung und Energie, die für die Entwicklung der KI benötigt werden, nicht mehr tragen kann.

Noch interessanter ist, dass dieser Begriff für einige Befürworter eine weitere Bedeutung hat.

Dies ist nicht nur eine technische Vision, sondern auch eine Kapitalgeschichte. Beispielsweise braucht SpaceX, das voraussichtlich nächstes Jahr einen Börsengang durchführt, dringend eine Geschichte, die den Markt in Wallung bringen kann. Wenn man dem bestehenden Erzählstoff über Raketen und Starlink noch die Krone des "Weltraum-KI-Infrastrukturs" hinzufügt, wird dies zweifellos seinen Unternehmenswert immens steigern. So wie Musk es einst mit Optimus, dem menschoidalen Roboter, bei Tesla getan hat.

Je größer die Ideale sind, desto lauter werden jedoch die Zweifel.

Zunächst einmal die technische Machbarkeit. Die Gegner weisen darauf hin, dass kosmische Strahlung die empfindlichen Chips "braten" wird und dass die Wartung und Aktualisierung dieser Orbitalgeräte eine unmöglich hohe Schwierigkeit und Kosten verursachen wird. Einige Weltraumfachleute geben zu, dass es aus rein wirtschaftlicher Sicht "nicht so rentabel klingt wie die Errichtung auf der Erde".

Trotzdem scheint das Vertrauen von Musk und Co. auf zwei "sicheren Vorteilen" zu beruhen: Kostenloser Sonnenenergie und einer natürlichen Kühlumgebung sowie dem rapide sinkenden Startkosten. Derzeit ist der Kosten pro Kilogramm Material für den Einstieg in die Umlaufbahn dank der Raketenrückgewinnungstechnologie stark gesunken. In Zukunft, wenn die "Starship"-Rakete reif wird, könnte der Preis noch weiter sinken, und der Eintritt von Konkurrenten wie Blue Origin wird den Preis weiter drücken.

Abbildung: Die stetig sinkenden Kosten für das Einschleusen von Nutzlasten in den Weltraum könnten den Weg für die Realisierung von Weltraumrechenzentren ebnen.

Laut Schätzungen des Centers for Strategic and International Studies ist derzeit die kostengünstigste Möglichkeit, Material in die Umlaufbahn zu bringen, die Mitfahrt mit Space X's "Falcon Heavy"-Rakete, mit einem Kosten von etwa 1.500 US-Dollar pro Kilogramm. In ein paar Jahren könnte der Preis für den Start mit der "Starship" auf 100 US-Dollar pro Kilogramm sinken.

Selbst Musk behauptet: "Die Kosteneffizienz von Weltraum-KI wird die der Boden-KI vollständig übertreffen."

Wenn diese Aussage zutrifft, spiegeln sie nur zu gut die Schwierigkeiten wider, die beim Bau von Rechenzentren auf der Erde auftreten.

Die Realität zwingt zu einer "Weltraumlösung". In den USA belastet das explosionsartige Wachstum der KI das Stromnetz bereits bis an seine Grenzen, und das Risiko eines Strommangels droht unmittelbar. Gleichzeitig tritt der "Not-In-My-Backyard"-Effekt immer deutlicher zutage. Die Bedenken der Anwohner bezüglich Energie- und Wasserverbrauch sowie der Umweltauswirkungen haben Milliarden-Dollar-Projekte für Rechenzentren lahmgelegt.

Abbildung: Die US-amerikanische Energiebehörde geht davon aus, dass der Stromverbrauch der US-amerikanischen Rechenzentren bis 2030 verdoppeln wird.

"Die Menschen wollen keine Rechenzentren in der Nachbarschaft", so ein Fachmann auf diesem Gebiet, "wir brauchen eine grundlegende Lösung, die diese Probleme auf der Erde umgeht."

Somit hat sich das "Weltraumrechenzentrum" von einem Science-Fiction-Konzept zu einem radikalen Vorschlag zur Bewältigung der knappen Ressourcen auf der Erde und des Widerstands der Gemeinschaft entwickelt. Dies ist nicht nur ein Wettlauf um technische Lösungen, sondern spiegelt auch die tiefen Beschränkungen und Spiele wider, denen die Techriesen bei der Suche nach Wachstumsmöglichkeiten gegenüberstehen.

Wenn der Bedarf an Rechenleistung in den Himmel stürzt, müssen sie auch ihren Blick in die Sterne richten.

Dieser Artikel stammt von "Tencent Technology", Autor: Jin Lu, veröffentlicht von 36Kr mit Genehmigung.