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Kuaishou inkubiert ein potenzielles Einhorn: Es hat erneut 1 Milliarde Yuan an Finanzmitteln eingesammelt.

铅笔道2026-11-06 17:27
Die Beschaffung einer Milliarde an Finanzmitteln ist machbar, die eigentliche Herausforderung besteht darin, aus dem Einflussbereich von Kuaishou auszubrechen.

Am 4. November gab Lingchuan Technology, ein von Kuaishou gegründetes Unternehmen, den Abschluss einer Serie-B-Finanzierungsrunde in Höhe von 1 Milliarde Yuan bekannt.

Lingchuan Technology entwickelt „Kompressionschips“ für Videoplattformen, um diesen Bandbreite und Kosten zu sparen. Liu Lingzhi, Gründer des Unternehmens, war ehemaliger Vizepräsident von Kuaishou. Das von ihm geführte Team hat den SL200-Videochip entwickelt, der bisher fast 100.000 Mal verkauft wurde und 99,7 % der livestreambezogenen Geschäfte von Kuaishou abdeckt.

„Ohne einen großen Rückhalt wie Kuaishou würden wahrscheinlich nur wenige Startups diesen Weg wählen“, sagte Hao Yi (Pseudonym), Gründer eines führenden Chipherstellers, gegenüber Pencil News.

Seiner Meinung nach ist das Schwierigste bei einem Startup für Videochips, ob es einen ausreichend großen Kunden gibt, der langfristig bereit ist, zu zahlen.

Chipentwicklung für Kuaishou bis zur 1-Milliarden-Yuan-Finanzierung

Im Jahr 2018 überschritt die Zahl der täglich aktiven Nutzer von Kuaishou 100 Millionen, wodurch der Kostendruck auf die Server stark anstieg. Im selben Jahr trat Liu Lingzhi als Vizepräsident zu Kuaishou und gründete das Team für heterogenes Rechnen und Chips. Er ist promovierter Ingenieur der Shanghai Jiao Tong University, Postdoktorand der University of Washington in den USA und war früher bei Huawei und Intel tätig.

Zwei Jahre später startete Kuaishou offiziell das Projekt zur Eigenentwicklung von Chips. Das Ziel war klar: Ein spezieller Chip für die Videocodierung und -decodierung zu entwickeln, um die Kosten zu senken.

Im Jahr 2023 wurden mehrere zehntausend Exemplare des vom Team entwickelten SL200-Chips bereits intern bei Kuaishou eingesetzt. Liu Lingzhi enthüllte zuvor in einem Interview mit 36kr, dass die durch den Chip erzielten Kosteneinsparungen die Erwartungen übertreffen.

Im März 2024 gründeten der Künstliche-Intelligenz-Fonds der Stadt Peking und die Kuaishou-Gruppe gemeinsam Lingchuan Technology. Das ursprüngliche Team wurde von Kuaishou ausgegliedert, und Liu Lingzhi übernahm die Position des Vorsitzenden und CEO.

Danach beschleunigte sich die Finanzierung stetig: Im Juli 2025 wurde eine Serie-A-Runde in Höhe von mehreren hundert Millionen Yuan abgeschlossen, im Juni 2026 folgte eine Serie-A+-Runde in Höhe von weiteren mehreren hundert Millionen Yuan, und weniger als ein halbes Jahr später schloss die 1-Milliarde-Yuan-Serie-B-Runde an. Diese Runde wurde gemeinsam von dem Yizhuang State Investment Yitang Shenghe Fund, Qiming Venture Partners und Zhaohui Capital angeführt. Unter den 20 neuen und alten Investoren machen staatliche Kapital und Industriekapital den größten Teil aus.

Vor dem Hintergrund der inländischen Substitution von Chips ist ein Chiphersteller, der aus einem großen Internetkonzern hervorgegangen ist, zu einem seltenen Anlageziel in den Augen staatlicher Kapitalgeber geworden.

Als begehrtes Objekt auf dem Kapitalmarkt ist Hao Yi der Ansicht, dass die Vorteile von Lingchuan Technology nicht nur in der Technik liegen. „Der entscheidende Punkt ist, wo die Anwendungsbereiche liegen und was die Kunden benötigen.“

Er sagte gegenüber Pencil News, dass die Entwicklung von Videochips kontinuierliche Investitionen erfordert, aber es nur wenige Kunden gibt, die einen wirklich großen Bedarf haben. Ohne die Unterstützung eines ausreichend großen Kunden ist es für ein Startup-Team schwierig, langfristig weiterzumachen.

Lingchuan Technology steht hinter Kuaishou und hat bereits mehrere zehntausend Chips in den Geschäftsprozessen von Kuaishou eingesetzt, bevor es externe Kunden sucht.

Fast 100.000 verkaufte Exemplare – die Rentabilität muss noch detailliert berechnet werden

Was verkauft Lingchuan Technology eigentlich?

Der SL200, der derzeit in großem Maßstab eingesetzt wird, ist hauptsächlich für die Videocodierung, -decodierung und -transkodierung zuständig. Wenn ein Streamer eine Sendung startet, muss die Plattform das Bild in Echtzeit in Videoströme unterschiedlicher Auflösung umwandeln, damit Zuschauer mit unterschiedlichen Internetgeschwindigkeiten es flüssig ansehen können. Je mehr Livestreams es gibt, desto mehr Videoströme müssen im Hintergrund verarbeitet werden – für die Plattform bedeutet die Senkung der Kosten pro Videokanal echte Kosteneinsparungen.

Genau auf diese Ausgaben zielt der SL200 ab.

Die technische Qualität dieses Chips wurde bereits öffentlich geprüft. Im MSU World Codec Wettbewerb gewann der SL200 drei Mal in Folge den ersten Platz im kommerziellen Bereich und übertraf die gleichzeitigen Lösungen von NVIDIA und Intel. Laut Berichten von 36kr kann ein einzelner SL200 36 Videotasks verarbeiten, spart etwa 30 % Energie im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen und senkt die Verarbeitungskosten pro Kanal um etwa 40 %.

Lingchuan Technology gab bekannt, dass der SL200 bisher fast 100.000 Mal verkauft wurde und bereits in Kundenszenarien wie Kuaishou, Alibaba Cloud, Baidu Cloud und Bilibili eingesetzt wird. Seit diesem Jahr sind die Produkte auch über Partner in Bereiche wie Rechenzentren und intelligente Sicherheit eingetreten.

Bei genauer Betrachtung ist die Bilanz dieses Geschäfts aber nicht einfach.

Das Unternehmen hat keine Einnahmen und Gewinne offengelegt, die einzige bestätigte Zahl zur Auslieferungsmenge lautet: fast 100.000 Exemplare insgesamt. Für jede Chip-Generation belaufen sich die Investitionen von Design über Herstellung bis zur Massenproduktion auf mehrere hundert Millionen Yuan – der Großteil dieser 1-Milliarde-Yuan-Serie-B-Finanzierung ist für die Entwicklung und Massenproduktion der nächsten Chip-Generation vorgesehen.

Die Kundenstruktur ist eine weitere Position, die detailliert berechnet werden muss. 99,7 % der livestreambezogenen Geschäfte von Kuaishou laufen auf dem SL200, was zeigt, dass das „Mutterunternehmen“ immer noch der absolute Grundpfeiler ist. Obwohl die Liste der externen Kunden Alibaba Cloud, Baidu Cloud und Bilibili umfasst, hat das Unternehmen nicht offengelegt, wie viel Umsatz jeder davon beiträgt. Für ein Startup, das aus dem Mutterkonzern ausgegliedert wurde, ist dies der sensibelste Teil der Bewertungsgeschichte.

Die Schwierigkeit dieses Geschäfts liegt genau bei den Kunden.

Hao Yi sagte gegenüber Pencil News, dass der große Bedarf an Videoverarbeitung hauptsächlich bei führenden Internetplattformen, Cloud-Dienstanbietern und einigen Kunden aus dem Bereich öffentliche Sicherheit und Sicherheitstechnik konzentriert ist. „Es ist schwierig, echte Kunden zu finden, die einen ausreichend großen Bedarf haben, um dieses Projekt zu unterstützen.“

Auf der einen Seite ist die Anzahl der Kunden begrenzt; auf der anderen Seite stellen diese Kunden sehr hohe Anforderungen an die Chips. Videoverarbeitungsgeräte müssen über lange Zeit stabil laufen. Sobald ein Kunde bereits eine ausgereifte Lösung einsetzt, muss ein neuer Anbieter Tests, Softwareanpassungen und Geschäftsmigration durchlaufen, um Zugang zu erhalten.

Kunden sind schwer zu finden, und es ist nicht einfach, sie zu gewinnen.

Ein anderes Videochip-Unternehmen, Rongming Microelectronics, dient als Referenz. Dieses 2015 gegründete Unternehmen entwickelt speziell VPU-Videoverarbeitungschips, deren Produkte in Szenarien wie Livestream, Video-on-Demand und Cloud-Gaming eingesetzt werden. Sein CEO Zhu Zhaoyuan enthüllte in einem Medieninterview in diesem Jahr, dass die insgesamt ausgelieferten VPU-Chips des Unternehmens mehrere hunderttausend Exemplare erreichen.

Der Weg von Rongming Microelectronics unterscheidet sich von dem von Lingchuan: Ersterer verkauft seit langem professionelle Chips auf dem externen Markt, Letzterer wurde aus dem internen Team von Kuaishou unabhängig. Einer hat zuerst gelernt, selbst nach Aufträgen zu suchen, der andere wurde zuerst im Mutterkonzern ausreichend versorgt.

Hao Yi ist der Ansicht, dass die endgültige Rentabilität von Videochips von der Nutzungsmenge abhängt. Nur wenn das Einkaufsvolumen der Kunden groß genug ist, können die Entwicklungskosten verteilt werden.

Um die Absatzmenge zu erhöhen, hat Lingchuan Technology seit diesem Jahr den Fokus auf die KI-Videogenerierung gerichtet.

KI-Werbung und KI-Kurzfilme erfordern Rechenleistung, um Bilder zu generieren und zu bearbeiten. Das Unternehmen gab bekannt, dass der neue 3D-Stapelchip für die KI-Videogenerierung im April die Herstellung abgeschlossen hat und kürzlich eingetroffen ist, die Massenauslieferung ist für 2027 geplant. Die dazugehörige LUCAS-Rechenplattform wird ebenfalls an gängige Videogenerierungsmodelle angepasst.

Interessanterweise ist Keling, einer der führenden Anbieter im Bereich KI-Videogenerierung, ein Produkt von Kuaishou. Nach einer Runde ist der Ausgangspunkt der neuen Geschichte möglicherweise immer noch das Mutterunternehmen.

Aber beim Eintritt in diesen Markt haben sich die Wettbewerber verändert. Bisher hat Lingchuan hauptsächlich die Effizienz mit herkömmlichen Videoverarbeitungslösungen verglichen; in Zukunft muss es auch Leistung, Kosten und Softwareanpassungsfähigkeit mit allgemeinen KI-Rechenlösungen wie GPUs vergleichen.

Große Konzerne entwickeln Chips selbst, Startups kämpfen um Kunden

In der Videochip-Branche gibt es ein interessantes Phänomen: Die Unternehmen, die diese Chips am meisten benötigen, sind oft auch in der Lage, sie selbst zu entwickeln.

Google ist ein typisches Beispiel. YouTube verarbeitet täglich riesige Mengen an Videos. Um die Kosten zu senken, hat Google speziell den Videoverarbeitungschip Argos entwickelt. Im Jahr 2021 enthüllte Google in einer Forschungsarbeit, dass die Argos-Systeme die Recheneffizienz um das 20- bis 33-fache verbessert haben, verglichen mit der zuvor optimierten nicht spezialisierten Beschleunigungslösung. Zwei Jahre später veröffentlichte Meta ebenfalls den selbst entwickelten Videoverarbeitungschip MSVP, der für Videocodierungs- und Decodierungsaufgaben auf Plattformen wie Facebook eingesetzt wird.

Google und Meta haben sich dafür entschieden, Chips selbst zu entwickeln, und auch Kuaishou hat damals aus ähnlichen Kostengründen das Chipherstellungsteam gegründet. Der Unterschied besteht darin, dass Lingchuan später Kuaishou verlassen hat und begonnen hat, Chips an externe Kunden zu verkaufen.

Große Konzerne entwickeln Chips selbst, professionelle Hersteller verkaufen Chips – beide kämpfen um das Rechenleistungsbudget für die Videoverarbeitung.

Aber Hao Yi analysiert, dass man nicht nur davon ausgehen kann, dass professionelle Videochip-Unternehmen automatisch bessere Gewinne erzielen, nur weil der Videoverkehr immer größer wird.

Einer der Gründe ist die Konzentration der Kunden. Große Internetplattformen verfügen über riesige Videogeschäfte, und einige von ihnen haben auch die Fähigkeit zur Eigenentwicklung. Um diese Kunden zu gewinnen, müssen professionelle Chiphersteller ausreichend attraktive Vorteile bei Kosten und Effizienz vorweisen.

Eine weitere Veränderung ergibt sich aus der Art der Videoverarbeitung selbst.

Hao Yi beobachtet, dass früher viele Videotasks von Kameras, Endgeräten oder Edge-Knoten übernommen wurden, jetzt aber immer mehr Aufgaben auf Server und Cloud verlagert werden. Auch Kunden mit Anforderungen an private Bereitstellung wie aus dem Bereich öffentliche Sicherheit entwickeln sich zu zentralen Verarbeitungsmethoden. Das Gleiche gilt für Fahrzeugkameras: Ein Teil der Videoverarbeitungsaufgaben wird bereits vom Hauptchip des Fahrzeugs übernommen.

Arbeiten, die früher von eigenständigen Chips verarbeitet werden mussten, werden jetzt von anderen Rechenplattformen übernommen.

Ein größerer variabler Faktor kommt von der KI.

Hao Yi ist der Ansicht, dass sich Videochips in Zukunft möglicherweise in zwei Richtungen entwickeln werden: Die eine Richtung sind spezialisierte Chips wie die von Lingchuan, die die Effizienz der Verarbeitung mehrerer Videokanäle weiter verbessern und gleichzeitig die KI-Rechenfähigkeit erweitern; die andere Richtung sind allgemeine Chips wie GPUs, die spezielle Funktionen wie Videocodierung/-decodierung und KI-Inferenz ständig verbessern.

„Spezialisierte Chips werden allgemeiner, allgemeine Chips werden spezialisierter.“

Früher waren professionelle Videochips für die Videocodierung und -decodierung zuständig, während GPUs für breitere Rechenaufgaben verwendet wurden. Jetzt beginnen beide Seiten, in den Markt der anderen einzutreten.

Für Lingchuan sind die Karten in diesem Wettbewerb klar: Die fast 100.000 installierten Chips, die von Kuaishou gefördert wurden, und die gerade eingegangene 1 Milliarde Yuan. Die zu erbringende Leistung ist ebenfalls klar: Kuaishou verlassen und den eigenen Wert beweisen.

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Offiziellen Konto „Pencil News“ (ID: pencilnews), Autor: Pencil News, veröffentlicht mit Genehmigung von 36kr.