Kapital stürzt sich auf Investitionen, große Technologiekonzerne setzen ihre Wetten – ist der größte Gewinner auf dem KI-Brillen-Markt Huaqiangbei mit einem Verkaufspreis von 50?
Nachdem sie sich gegenseitig öffentlich als Marktführer mit dem größten Marktanteil bezeichnet haben, haben Unternehmen für intelligente Brillen nun einen Wettbewerb gestartet, bei dem sie ihre neuen Produkte nacheinander offiziell vorstellen.
Rokid, Thunderbird und INMO haben nacheinander neue Produkte auf den Markt gebracht. Am 27. Oktober stellte Rokid mehrere Produkte vor, darunter die neue Generation von KI-Brillen Rokid Glasses 2, die vollfarbige KI-Brille Rokid Color und den Interaktionsring Rokid Ring. Am selben Tag kündigte Thunderbird an, dass die vierte Generation vollfarbiger KI-Brillen bald vorgestellt wird.
Zhu Mingming, Gründer und CEO von Rokid, behauptete sogar: „Der ‚erste iPhone-Moment‘ der KI-Brillen ist gekommen.“
Ob der „iPhone-Moment“ der KI-Brillen tatsächlich gekommen ist, ist noch umstritten. Auf dem Markt für Unterhaltungselektronik im Jahr 2026 sind KI-intelligente Brillen jedoch zweifellos einer der lebhaftesten Bereiche. Im Ausland hat Meta das Produktionskapazitätsziel für intelligente Brillen im Jahr 2026 auf 20 Millionen Stück angehoben. In China haben die „vier kleinen Drachen im AR-Bereich“ – Thunderbird Innovation, XREAL, Rokid und INMO Technology – nacheinander Finanzierungen in Höhe von mehreren hundert Millionen bis zu mehreren Milliarden Yuan erhalten. XREAL hat als Erster das Börsenprospekt an der Hongkonger Börse eingereicht, um den ersten Aktientitel für intelligente Brillen zu erwerben. Yiwen Technology ist nur drei Jahre nach seiner Gründung zu einem Einhorn mit einer Bewertung von über 1 Milliarde US-Dollar herangewachsen.
Große Konzerne setzen auf die Technologie, und Kapitalgeber investieren eifrig: Ist die KI-Brille hinter dem boomenden Markt der nächste Eingangspunkt nach Smartphones oder nur ein weiterer kurzlebiger Hardware-Trend?
Große Konzerne und Kapitalgeber verstärken ihr Engagement in KI-Brillen
Das Kapital verstärkt nach wie vor sein Engagement in KI-Brillen in rasanter Weise.
Manche nennen das Jahr 2026 das „erste Jahr der Finanzierung von KI-Brillen“. Nach unvollständigen Statistiken von RUNTO gab es im ersten Halbjahr 2026 mindestens 64 Finanzierungen, Übernahmen und strategische Investitionen in der globalen Industriekette für intelligente Brillen, mit einem offengelegten Gesamtbetrag von etwa 9 Milliarden Yuan. Im Vergleich dazu gab es im vergangenen Jahr weltweit etwa 36 Finanzierungsereignisse im Bereich intelligenter Brillen mit einem geschätzten Gesamtbetrag von etwa 4,367 Milliarden Yuan, wobei inländische Unternehmen der Industriekette mehr als 20 Finanzierungsrunden erhielten.
Im Jahr 2026 ist der Betrag einer einzelnen Finanzierungsrunde im Bereich intelligenter Brillen auf 1 Milliarde Yuan gestiegen.
Drei Unternehmen sind in den „Club der 1-Milliarde-Yuan-Finanzierungen“ eingetreten. Die jüngste Finanzierung stammt von Thunderbird. Im Oktober schloss Thunderbird Innovation stillschweigend die D++-Finanzierungsrunde ab. Der Betrag dieser Runde wurde nicht offengelegt, zu den Investoren gehören Rongyi Investment, China Unicom Venture Capital, Yanchuang Capital, Xiangjiang Zhijing, Changfei Fund, GF Xinde und Inno Angel Fund.
Daten von Tianyancha zeigen, dass Thunderbird in den 10 Monaten seit Anfang 2026 drei Finanzierungsrunden abgeschlossen hat, wobei der Betrag der D-Runde im Januar mehr als 1 Milliarde Yuan überstieg. Dieses 2021 gegründete Unternehmen für intelligente Brillen hat in 5 Jahren 11 Finanzierungsrunden abgeschlossen, hinter denen fast 20 Investitionsinstitute stehen.
Im September davor gab INMO Technology bekannt, dass es eine C+-Finanzierungsrunde von fast 1 Milliarde Yuan abgeschlossen hat, und im Juli schloss Yiwen eine Pre-B-Finanzierung von 150 Millionen US-Dollar ab.
Hinter all diesen Unternehmen stehen Spuren großer Internetkonzerne: Zu den Investoren von Yiwen Technology gehören Meituan und Tencent; Alibaba, Kuaishou und iQiyi haben in XREAL investiert; Bilibili hat in Thunderbird investiert; Momo Technology ist einer der Investoren von INMO Technology. Der Gründer von Rokid hat enge Beziehungen zu Alibaba und war zuvor leitender Angestellter bei Alibaba.
Unter allen großen Konzernen hat Alibaba den größten Einsatz geleistet. Es hat nicht selbst Quark Intelligente Brillen und Qianwen Intelligente Brillen entwickelt, sondern auch eine Matrixstruktur aufgebaut, indem es in XREAL investiert und mit Rokid zusammenarbeitet. Austin, ein ehemaliger Industriinvestor, sagte gegenüber Tech Planet: Es gibt schon lange Gerüchte in der Branche, dass Alibaba bei intelligenten Brillen einen mehrgleisigen Plan verfolgt und auf verschiedene Weise Bereiche wie KI-Assistenten, Unternehmensbüro, Unterhaltung und Freizeit gezielt abdeckt.
Erwähnenswert ist, dass unter den „vier kleinen Drachen im AR-Bereich“ in China XREAL zwar seine jüngste Finanzierungsrunde im Januar dieses Jahres abgeschlossen hat, aber über die stärkste Finanzierungskapazität verfügt, gefolgt von Rokid. Laut Tianyancha hat XREAL seit seiner Gründung im Jahr 2017 insgesamt 12 Finanzierungsrunden mit einem Gesamtbetrag von etwa 6 Milliarden Yuan abgeschlossen. Hinter ihm steht eine luxuriöse Gruppe von Investoren, darunter bekannte Institutionen wie HSG, GL Ventures, Shunwei und Huachuang. Rokid hat die meisten Finanzierungsrunden absolviert: Seit seiner Gründung im Jahr 2014 hat es insgesamt 18 Finanzierungsrunden mit einem kumulierten Betrag von über 3,5 Milliarden Yuan abgeschlossen. Allein in den ersten 5 Monaten dieses Jahres hat es 5 Finanzierungsrunden abgeschlossen, hinter denen fast 30 Investitionsinstitute stehen.
Das Kapital setzt fast auf mehrere Pferde gleichzeitig: HSG und Huachuang Capital investieren gleichzeitig in XREAL und Yiwen Technology, 37 Interactive Entertainment investiert sowohl in Thunderbird als auch in INMO. Investitionsinstitute, große Internetkonzerne, Hersteller von mobiler Hardware, Kultur- und Unterhaltungsspielunternehmen, Brillenmarken sowie Marken für neue Energiefahrzeuge wie Nio und Li Auto strömen alle in den Bereich intelligenter Brillen.
Austin erinnerte sich, dass um das Jahr 2021 herum eine Investitionswelle im Bereich intelligenter Brillen ausbrach. Damals war der wichtigste Trend oder Trend der Branche das Metaversum, und alle setzten auf die Zukunft des Metaversums. In den letzten zwei Jahren ist das Konzept des Metaversums abgeflacht, und die Menschen haben sich der KI-Erzählung zugewandt. Derzeit wird die Marktstruktur hauptsächlich von vertikalen Herstellern wie Rokid und XREAL dominiert. Große Konzerne befinden sich mehr in der Explorationsphase mit wiederholten Versuchen, ihr tatsächlicher Marktanteil ist nicht hoch. Einige große Konzerne haben unter dem Anreiz, auf den neuen KI-Eingangspunkt zu setzen, ihre Investitionen wieder verstärkt, aber die gesamten Investitionen sind immer noch eher konservativ und hängen stärker von externen ökologischen Kooperationen ab. Im Hinblick auf das Geschäftsmodell ist der B2B-Markt damals wie heute eine wichtige Einnahmequelle für alle Hersteller.
„Der größte Versender von intelligenten Brillen in China ist Huaqiangbei“
Die Interaktion mit Mobiltelefonen hat ihren Höhepunkt erreicht. Als tragbares Gerät, das dem menschlichen Auge am nächsten ist, verfügen Brillen natürlicherweise über die Fähigkeit zur Wahrnehmung aus erster Perspektive und sind einer der besten Hardwareträger für die Implementierung von KI-Intelligenzen – der nächste Eingangspunkt für die Mensch-Computer-Interaktion, den kein Spieler verpassen möchte.
Im Wettbewerb um die Besetzung des nächsten Eingangspunkts konkurrieren alle Seiten um Technologie, Produkte und Anwendungsszenarien. Bei der Vorstellung der Funktionen der neuen Generation von Rokid KI-Brillen Rokid Glasses 2 und der vollfarbigen KI-Brille Rokid Color behauptete Rokid, neben grundlegenden Funktionen wie Fotografieren, Übersetzen und Navigation auch Funktionserweiterungen bei Szenarien wie der Abholung von Takeaway-Bestellungen und KI-gestütztem Büroarbeit erreicht zu haben.
Aber bei KI-Brillen gibt es keine wirklichen Neuheiten. Austin sagt: In der frühen Phase der Branche gab es noch Streitigkeiten über Wege wie integrierte und getrennte Bauweisen sowie Lichtwellenleiter-Lösungen. Nach fünf bis sechs Jahren Entwicklung hat die Branche heute eigentlich keine umwälzende neue Geschichte hervorgebracht. Im Wesentlichen handelt es sich um einen allmählichen Konvergenzprozess, bei dem sich alle Seiten mehr darauf konzentrieren, Produktfunktionen und Anwendungsszenarien zu erschließen. Jetzt sind Unternehmen gezwungen, das KI-Konzept zu vermitteln, aber es fällt ihnen schwer, neue überzeugende Geschichten zu erzählen. Die Kernanforderungen der Verbraucher an intelligente Brillen konzentrieren sich immer noch auf klassische Funktionen wie Fotografieren, Navigation, Audiowiedergabe und Übersetzen. Die tatsächliche Wertschöpfung durch die KI-Technologie ist begrenzt und kann keine starken Verkaufsargumente bilden.
Hinter der einseitigen Betonung des Marktanteils durch die Hersteller verbirgt sich in Wirklichkeit eine nicht optimistische Verkaufssituation. Unternehmen wie Xiaomi, Thunderbird, Rokid und XREAL haben alle öffentlich behauptet, der größte Versender und Branchenführer zu sein. Zhu Mingming, Gründer von Rokid, betonte vor einigen Tagen auf einer Pressekonferenz erneut die Spitzenposition seines Unternehmens: Im Zeitraum vom ersten Quartal 2025 bis zum ersten Quartal 2026 ist Rokid die Marke mit dem größten Marktanteil bei KI-intelligenten Brillen (32 % Absatzanteil) und bei KI-Anzeigebrillen (54 % Absatzanteil).
Unabhängig davon, wer den größten Marktanteil hat, ist eine nicht zu übersehende Realität, dass die Verkaufsmengen sehr begrenzt sind. Laut IDC-Daten betrug der weltweite Versand von Smartphones im Jahr 2025 1,26 Milliarden Stück, der inländische Versand etwa 285 Millionen Stück. Im Vergleich dazu erreicht der Absatz intelligenter Brillen nicht einmal einen Bruchteil des Absatzes von Mobiltelefonen. Laut Daten der CCTV-Finanzsendung „Tianxia Caijing“ betrug der jährliche Versand intelligenter Brillen auf dem chinesischen Markt im Jahr 2025 2,46 Millionen Stück.
Bei einem angenommenen Absatzanteil von 32 % für Rokid beträgt der jährliche Gesamtabsatz weniger als 800.000 Stück.
Austin verriet gegenüber Tech Planet: Aus dem bereits offengelegten Prospekt von XREAL lässt sich schließen, dass der jährliche Versand führender Marken im Endverbrauchergeschäft nur etwa 100.000 Stück beträgt. Seit diesem Jahr wird die Branche zudem von Zykluseffekten wie dem sprunghaften Anstieg der Kosten für Unterhaltungselektronik und dem Rückgang von Subventionen beeinflusst, was den Vertrieb unter größeren Druck setzen könnte.
Die „anderen“ Anbieter, die von allen Seiten nur am Rande erwähnt werden, könnten der größte Unsicherheitsfaktor der Branche sein. Austin sagt: Kürzlich gibt es Gerüchte in der Branche, dass der größte Versender von intelligenten Brillen in China tatsächlich Huaqiangbei ist, also Produkte ohne Markenname, deren Absatz möglicherweise fast 40 % des gesamten Branchenabsatzes erreicht oder sogar übersteigt.
Können intelligente Brillen Mobiltelefone ersetzen und der nächste Eingangspunkt werden?
Intelligente Brillen aus Huaqiangbei, die zwischen einigen Dutzend und hundert Yuan kosten, nehmen einen großen Teil des Marktes ein.
Die Preise von KI-Brillen wie Rokid und Thunderbird liegen meist zwischen 2000 und 4000 Yuan. Intelligente Brillen aus Huaqiangbei gibt es teilweise schon für nur 50 Yuan.
Ein Verkäufer einer Quellfabrik für intelligente Brillen in Huaqiangbei verriet gegenüber Tech Planet: Das beste Produkt, das sie verkaufen und im Auftrag fertigen, ist eine brillenlose Audio-Aufnahmebrille, eine intelligente Brille ohne Anzeige, die nur 50 Yuan kostet. Sehr intelligente Produkte sind teuer in der Herstellung, lassen sich nicht gut verkaufen, sind zu teuer, und die Aufnahmetechnik ist noch nicht ausgereift.
Ein anderer Händler, der KI-Brillen in Huaqiangbei im Versandhandel vertreibt, sagte gegenüber Tech Planet, dass er mehrere Arten von KI-Brillen gleichzeitig verkauft, die alle ähnliche Funktionen haben. Unter den Produkten verkaufen sich die AI Glasses S3 und G2 am besten zu einem Preis von 208 Yuan. Seinen Angaben nach haben KI-Brillen eine große Nachfrage, der Verkauf im grenzüberschreitenden E-Commerce läuft gut, und die meisten der von ihm gehandelten Produkte werden nach Russland verkauft.
Da hochwertige und preiswerte Ersatzprodukte gleichzeitig auf den Markt strömen, wächst die Aufmerksamkeit für intelligente Brillen stetig. Laut Prognosen von IDC wird der weltweite Versand von KI-Brillen im Jahr 2026 voraussichtlich 23 Millionen Stück überschreiten, wobei das inländische Marktwachstum im Vergleich zum Vorjahr fast 80 % beträgt. Der Bereich scheint kurz vor dem Durchbruch zu stehen.
Hinter den lebhaften Finanzierungs- und Versanddaten gibt es jedoch eine andere Seite der Branche für intelligente Brillen: Alle Spieler befinden sich in der Verlustzone, die Rücklaufquoten in Online-Kanälen sind sehr hoch und liegen zwischen 30 % und 70 % in verschiedenen Kanälen – weit über den Rücklaufquoten von 10 % bis 15 % in der Mobilfunkbranche. Darüber hinaus gibt es auf sozialen Plattformen ständig Zweifel daran, ob KI-Brillen ein „Steuer für Dummköpfe“ oder ein nutzloses Produkt sind.
Hohe Rücklaufquoten und niedrige Bruttomargen. Laut Berichten von TMTPost liegt die Rücklaufquote von KI-Brillen in diesem Jahr immer noch bei 60 bis 70 %, die Bruttomarge von anzeigefähigen KI-Brillen beträgt nur etwas über 20 %, und die Händler, die über diesen Gewinnraum verfügen, haben meist kein Geld verdient. Unter den großen Konzernen hat das KI-Brillen-Projekt von Xiaomi intern die Erwartungen nicht erfüllt, der Verlust beträgt etwa 200 Millionen Yuan, und das Tempo der Einführung neuer Produkte wird derzeit verlangsamt. Aus dem Prospekt von XREAL geht hervor, dass die kumulierten Verluste in drei Jahren über 2 Milliarden Yuan betragen.
Austin sagt: Die Branche befindet sich derzeit allgemein in einer verlustreichen „harten Zeit“ und ist darauf angewiesen, Budgets zu kontrollieren und nach Finanzierungen zu suchen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die ständig sinkenden Marketing- und F&E-Ausgaben sowie das angespannte Cash-Niveau im Prospekt von XREAL belegen von der Seite die Dringlichkeit von Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen.
Insgesamt besteht die größte Sorge der Branche darin, dass keine explosiven Wachstumspunkte in Sicht sind. Kurzfristig kann es den Verbrauchern bestimmte einzigartige visuelle Erfahrungen bieten, aber langfristig bemühen sich alle Seiten noch schwer, dem Massenmarkt zu erklären, welchen unersetzlichen Mehrwert intelligente Brillen im Vergleich zu anderen ausgereifteren Lösungen der Unterhaltungselektronik bieten.
Derzeit laufen Finanzierungen und die Einführung neuer Produkte bei intelligenten Brillen auf Hochtouren. Aber für Marken intelligenter Brillen gilt: Selbst wenn sie Finanzierungen erhalten und sich einen bestimmten Marktanteil erobert haben, müssen sie immer noch grundlegende Anforderungen an das Nutzererlebnis wie Akkulaufzeit, leichtes und unmerkliches Tragen sowie aktives Aufwecken lösen. Der „iPhone-Moment“ der KI-Brillen besteht am Ende vielleicht nur darin, dass jemand zuerst eine leichtere Brille mit längerer Akkulaufzeit, sichererer und stabilerer Leistung und höherem Preis-Leistungs-Verhältnis auf den Markt bringt.