Die Mieten für gewerbliche Auftritte sind um 90 % eingebrochen, Unternehmen wie Unitree intensivieren ihre Auslandsaktivitäten, und Roboter suchen nach größeren Bühnen.
Vor einiger Zeit reiste das Lei Technology (ID: leitech) zur Berichterstattung über die IFA 2026 nach Berlin, Deutschland. Dort sahen die Mitarbeiter im Messegelände eine sehr interessante Szene: Die Unitree Robotics hat die auf chinesischen Messen üblichen Kampfplätze direkt nach Berlin gebracht, und mehrere humanoide Roboter trugen Boxhandschuhe und führten Boxvorführungen auf der Bühne auf.
Ehrlich gesagt sind diese Vorführungen, bei denen die Mitarbeiter die Roboter von unten fernsteuern, dem chinesischen Publikum auf allen möglichen Messen und in Einkaufszentren längst alltäglich. Für ausländische Besucher ist diese Sache jedoch sehr selten. Sobald eine Vorführung am Kampfplatz stattfindet, ist der Bereich fast immer völlig überfüllt, und viele Ausländer filmen mit ihren Handys und jubeln gleichzeitig.
Quelle: Lei Technology
Interessanterweise erlebt der einst in China extrem beliebte Markt für die Vermietung von Robotern für gewerbliche Auftritte derzeit einen allgemeinen Einbruch der Mietpreise, während ausländische Besucher noch über die chinesischen Roboter staunen.
Humanoide Roboter, die früher oft zehntausend Yuan pro Tag kosteten, sind heute zu einem Hauptpreis von mehreren tausend Yuan erhältlich. Auf Plattformen wie Xianyu sind sogar „Zugpferdpreise“ von zwei- bis dreihundert Yuan pro Tag zu sehen. Was bedeutet das? Einfach gesagt: Letztes Jahr reichten 20.000 Yuan vielleicht nur aus, damit der Roboter ein oder zwei Tage lang vor der Tür Yangge tanzt. Dieses Jahr können Sie bereits zwei oder drei Roboter mieten, die mehrere Tage lang vor der Tür auftreten.
An dieser Stelle werden sich viele Freunde wahrscheinlich fragen: Die Roboter, die in Fabriken Schrauben drehen, haben gerade erst erste Anzeichen für einen Erfolg gezeigt, warum ist der Vorführungsmarkt, der zuerst Gewinne versprach, schon gesunken? Wenn Sie das denken, liegen Sie falsch. Aus der Sicht von Xiao Lei ist der Rückgang der Mietpreise für Roboter die eigentliche Beginnphase, in der die Roboter-Vorführungsbranche richtig auf den richtigen Weg kommt.
Die Mieten sind innerhalb eines Jahres um 70 % eingebrochen – lohnt sich die Vermietung von Robotern für gewerbliche Auftritte nicht mehr?
Der Auslöser für den Durchbruch der Roboter-Vorführungen war zweifellos der humanoide Roboter von Unitree Robotics, der mit dem Stück „YangBOT“ auf der Bühne des Frühlingsfestgala 2025 voll durchstartete. Damals zog selbst ein einfacher humanoider Roboter oder ein vierbeiniger Roboterhund, der nur in einem Einkaufszentrum oder auf der Straße winkte und tanzte, eine große Anzahl von Passanten an.
In der damaligen Situation, in der „ein Roboter schwer zu bekommen war“, betrug die Pauschal-Tagesmiete für einen humanoiden Roboter im Allgemeinen 10.000 bis 30.000 Yuan, und die Tagesmiete für einen vierbeinigen Roboterhund lag bei 1.500 bis 3.000 Yuan. Viele private Spieler und kleine und mittlere Vermieter, die frühzeitig die vorhandenen Geräte gekauft hatten, verdienten die Anschaffungskosten innerhalb eines Monats zurück, indem sie Aufträge im ganzen Land annahmen. Einige haben sogar Videos veröffentlicht, in denen sie behaupteten, innerhalb von sechs Monaten eine Million Yuan verdient zu haben – ein echter „Cyber-Geldpräger“.
Die Phase der „extremen Gewinne“ dauerte jedoch weniger als ein Jahr. Anfang dieses Jahres sind die Preise für einige hochwertige Roboter-Vorführungen bereits von dem Höchstwert von 20.000 Yuan pro Tag auf 5.000 Yuan pro Tag gefallen.
In der zweiten Hälfte des Jahres 2026 liegt die Pauschal-Tagesmiete für den von Händlern als „Unitree U2“ bezeichneten humanoiden Roboter auf den gängigen Vermietplattformen bereits bei etwa 2.000 bis 3.000 Yuan. Die Tagesmiete für das einfachere Modell Unitree G1 liegt bei etwa 2.000 Yuan. Auf der Vermietplattform von JD.com liegt die Tagesmiete für einige humanoide Roboter ohne Zubehör sogar unter 1.600 Yuan.
Quelle: Lei Technology
Bei den vierbeinigen Roboterhunden sind die Preise sogar extrem niedrig: Die Tagesmiete für den Unitree Go2 im JD-eigenen Vermietungsladen beträgt nur 164 Yuan, bei einer Mietdauer von 30 Tagen sinkt der Tagesdurchschnitt auf unter 100 Yuan. Die Angebote der lokalen Vermieter in Hangzhou liegen nur bei 200 Yuan pro Veranstaltung (2 Stunden) oder 300 Yuan pro Tag.
Warum sind die einst unerschwinglichen Auftrittspreise für Roboter innerhalb eines Jahres so stark gefallen? Einfach gesagt: Die Preise für Roboter sind gesunken, das Angebot ist gestiegen, die Kosten der Händler sind gesunken, und es gibt mehr Spielraum für Preiswettbewerb. Darüber hinaus ist das Publikum an Roboter-Vorführungen gewöhnt, und wiederholende Programme lassen sich nur schwer zu hohen Preisen verkaufen. Um Aufträge zu gewinnen, kommt es natürlich zu Preiskriegen.
Im Juni dieses Jahres hat die Agibot Robotics bekanntgegeben, dass die Serienproduktion von universellen körperhaften intelligenten Robotern 15.000 Einheiten erreicht hat. Nur drei Monate später lag die Gesamtzahl der ausgelieferten Einheiten bereits bei 20.000. Gleichzeitig veröffentlichte Unitree im August Daten, wonach die Gesamtzahl der ausgelieferten humanoiden Roboter des Unternehmens etwa 18.000 Einheiten beträgt. Aus den Daten dieser führenden Unternehmen geht hervor, dass die großtechnische Produktion von Robotern in China einen entscheidenden Schritt gemacht hat.
Das größere Angebot auf dem Markt hat natürlich viele Gründer angezogen. Aus dem Bericht von Qichacha geht hervor, dass Anfang April 2026 der Bestand an mit Robotervermietung verbundenen Unternehmen in China 153.000 erreicht hat, davon 38.200 im Jahr 2025 registrierte Unternehmen, was einem Anstieg von 55,7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies zeigt, wie intensiv und lebhaft der Wettbewerb auf dem Markt ist.
Wenn jedoch nur diese Robotervermietungsunternehmen miteinander konkurrieren, wären die Preise möglicherweise nicht so schnell gefallen. Das Schlimmste ist, dass die „regulären Truppen“ auf den Markt kommen. Im Dezember letzten Jahres ging die offene Vermietplattform „Qingtian Zu“, die von Agibot Robotics mitbegründet wurde, in Shanghai online. Kurz darauf traten „Wanji Yizu“ und das JD-eigene Flagship-Geschäft für Robotervermietung in den Markt ein.
Quelle: Lei Technology
Der Eintritt dieser offiziellen und halboffiziellen Plattformen hat die Preisaufschläge, die durch Informationsunterschiede entstanden sind, direkt beseitigt. Nehmen wir das Modell Lingxi X2 Youth Edition von Agibot: Früher lagen die Angebote normaler Händler im Allgemeinen über 3.000 Yuan. Die gleiche Roboterversion, die von Qingtian Zu in Zusammenarbeit mit Agibot angeboten wird und von einem offiziellen Team unterstützt wird, kostet nur 2199 Yuan pro Tag (sogar inklusive Reisekosten des Ingenieurs).
Sogar zur Förderung der Plattform wurde in Großstädten wie Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen eine Aktion namens „1-Yuan-Blitzvermietung“ angeboten, bei der eine 2-stündige Miete nur 1 Yuan kostete. Unter diesen Umständen können Drittanbieter, die ihre Preise nicht senken, nur zusehen, wie ihre Roboter im Lager verstauben.
Um ehrlich zu sein, sind dies jedoch nicht die Hauptgründe. Das Kernproblem ist, dass es für Händler immer schwieriger wird, mit einfachen Vorführungen Geld zu verdienen. Als die Robotervermietung gerade populär wurde, zogen die Roboter schon mit einfachen Bewegungen Aufmerksamkeit auf sich. Aber wenn immer nur dieselben „drei Standardtricks“ gezeigt werden, verliert das Publikum natürlich das Interesse. Wenn die Aufmerksamkeit des Publikums nicht erregt wird, haben Einkaufszentren und Händler natürlich keinen Grund mehr, Roboter zu mieten.
Einfach gesagt: Die meisten Vermieter von Robotern verfügen nicht über Fähigkeiten zur Weiterentwicklung und können nur die Dutzenden von mitgelieferten Bewegungen der Roboter für Vorführungen nutzen, um mit Informationsunterschieden Gewinne zu erzielen. Im Vergleich dazu sind einige große Plattformen nicht nur günstiger, sondern können auch Tänze oder Bewegungen nach Bedarf entwickeln, was ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärker macht.
Daher haben nicht die offiziellen Anbieter und großen Vermietplattformen die kleinen Vermieter unterdrückt, sondern die Kosten und Fähigkeiten einiger kleiner Vermieter können die Anforderungen der Branche nach der Normalisierung und Skalierung nicht mehr erfüllen.
Die Mieten in China stürzen ein, während Unitree in den USA große Aufmerksamkeit erregt
Ehrlich gesagt, wenn Sie die Roboter-Vorführung als „Mieten eines eisernen Klotzes als Maskottchen vor dem Supermarkt“ verstehen, ist dieses Geschäft tatsächlich am Ende. Aber wenn Sie sich ein Ereignis ansehen, das diesen Sommer auf der anderen Seite des Ozeans stattgefunden hat, werden Sie feststellen, dass die echte professionelle und IP-orientierte Roboter-Bühnenunterhaltung gerade erst beginnt.
Von Juni bis September dieses Jahres war in der 21. Staffel der beliebten Sendung „America's Got Talent“, die seit 20 Jahren die Sommer-Wettbewerbssendungen in den USA anführt, der Tänzer Wu Yufei aus Sichuan zusammen mit der Chengdu Homi Dance Company mit 8 humanoiden Robotern von Unitree Robotics erfolgreich durch alle Runden gegangen. Sie waren das erste chinesische Team in der 21-jährigen Geschichte der Sendung, das es bis ins Finale geschafft hat.
Quelle: YouTube
Wie berühmt war diese Aufführung im Ausland?
Einfach gesagt: Als die 8 Unitree G1-Roboter in der Vorrunde in Formation auf die Bühne gingen, waren die amerikanischen Zuschauer vor Ort zunächst verwirrt, und selbst die Juroren im Studio zeigten eine „unruhige Neugier“. Als die Musik von Lady Gagas „Abracadabra“ erklang, tanzten die 8 Unitree-Roboter und Wu Yufei sofort synchron im Takt. Im Höhepunkt führten sie gemeinsam saubere, flinke Rückwärtssalto an Ort und Stelle aus.
Noch bevor die Aufführung zu Ende war, stand das gesamte Publikum auf und jubelte. Sogar der anspruchsvolle Juror Simon Cowell rief aus: „Verrückt, aber absolut fantastisch.“ Die andere Jurorin Sofía Vergara sagte direkt: „Ich habe noch nie so eine Aufführung gesehen. Normalerweise sehen diese Roboter seltsam aus, aber diese hier haben tatsächlich einen Rhythmus!“
In der anschließenden Viertelfinale hat dieses chinesische Team chinesische Kampfkünste mit dem Rhythmus von Streetdance kombiniert und direkt vor Ort verschiedene schwierige Aktionen wie menschengesteuerte Sprungtritte gezeigt. Die Spannung war nicht geringer als bei der Aufführung auf dem Frühlingsfestgala. Genau dieser Tanz ließ Sofía Vergara den Goldenen Knopf drücken, sodass das Team das Halbfinale überspringen und direkt ins Finale einziehen konnte.
Obwohl Wu Yufei und das Unitree-Team es nicht unter die ersten fünf Plätze des Finales geschafft haben, ist es bereits eine sehr beeindruckende Leistung, das erste chinesische Team zu sein, das es ins Finale von „America's Got Talent“ geschafft hat. Gleichzeitig haben die zugehörigen Aufführungsvideos auf YouTube Millionen von Aufrufen erhalten, und viele ausländische Nutzer sagten direkt, sie hätten nie gedacht, dass Roboter-Vorführungen so fantastisch sein könnten.
Es handelt sich immer um Roboter-Vorführungen: Warum sinken die Preise auf der einen Seite auf wenige hundert Yuan und lassen sich kaum noch zu hohen Preisen verkaufen, während sie auf der anderen Seite auf der internationalen Bühne Aufsehen erregen? Die Antwort liegt in der „Kreativität“. Roboter sind nur Werkzeuge, der Inhalt der Aufführung ist der Kern. Dies zeigt auch die zukünftige Entwicklungsrichtung der Roboter-Vorführungen: Man verkauft nicht Hardware, sondern Inhaltserstellung und sogar gemeinsame Kreation von Mensch und Roboter.
Von der Bühne zum Freizeitpark – Roboter suchen nach größeren Bühnen
Tatsächlich haben führende Roboterunternehmen in China dies bereits erkannt und fördern die Entwicklung von Dingen wie gemeinsame Kreation durch Nutzer und Kooperationen in der Roboter-Unterhaltungsbranche. Zum Beispiel hat Agibot eine strategische Kooperationsvereinbarung mit der Chimelong Group unterzeichnet. Die beiden Seiten arbeiten zusammen, um maßgeschneiderte Unterhaltungsprojekte und Aufführungen für die Chimelong-Freizeitparks und Hoteleinrichtungen zu schaffen. Lei Technology wurde damals eingeladen, an der Unterzeichnungszeremonie vor Ort teilzunehmen.
Nur einen Monat später, am 24. September, lieferte Agibot den 20.000. körperhaften intelligenten Roboter „Yuanzheng A3 Ultra“ an Chimelong aus. Im Chimelong Spaceship Park in Hengqin wurde das weltweit erste großangelegte Themenpark-Projekt für körperhafte Intelligenz realisiert, bei dem über 300 verschiedene Roboter von Agibot an mehr als 100 Standorten im Park regelmäßig im Einsatz sind.