Ein Team mit Wurzeln an der Tsinghua-Universität und der Northwestern Polytechnical University gründet ein Startup für intelligente Elektroyachten, an dem sich Investitionsinstitutionen wie Jiuhe und Chuxin gemeinsam beteiligen | Exklusive Erstveröffentlichung von Yingke.
Autor | Huang Nan
Redakteur | Yuan Silai
Laut Informationen von 36Kr hat die Marke für intelligente Konsumhardware auf dem Wasser, das Unternehmen für intelligente elektrische Yachten „MIRAVA“, kürzlich eine Angel-Finanzierung in Höhe von fast 50 Millionen Yuan abgeschlossen. Diese Runde wurde von Jiuhe Venture Capital angeführt, mit Beteiligung von Chuzi Capital und Eversnow. Die Mittel werden schwerpunktmäßig in die Forschung und Entwicklung sowie Iteration der Kerntechnik investiert, um die Serienproduktion der Produktionslinie voranzutreiben, die Auslieferung der ersten Bestellungen von Endnutzern zu gewährleisten, lokale Vertriebs- und Dienstleistungssysteme in Europa aufzubauen und die Anpassung an ausländische Märkte sowie die kommerzielle Expansion zu beschleunigen.
Das erste Produkt von MIRAVA zielt auf die Kategorie intelligenter elektrischer Yachten für Verbraucher ab. Das Team widmet sich der tiefen Integration der intelligenten Fahrtechnik von Schiffen mit dem industriellen Design von Freizeityachten, um intelligente Wasserfreizeitausrüstung für den globalen Markt anzubieten. Die Kernmitglieder des Teams kommen alle von führenden Technologieunternehmen wie Huawei und SenseTime sowie bekannten Universitäten wie der Tsinghua-Universität und der Northwestern Polytechnical University. Sie decken Bereiche wie intelligente Algorithmen, Forschung und Entwicklung von schiffsgestützter Hardware, hochwertiges industrielles Design, Herstellung von Yachtverfahren und Vertrieb über ausländische Kanäle ab und verfügen über eine komplexe Fähigkeitsgrundlage, die sich aus Technologieforschung, Yachtverfahren und globalem Markt zusammensetzt.
Sein erstes intelligentes elektrisches Yachtmodell M800E wurde im September 2026 auf dem Cannes Yacht Festival in Europa vorgestellt. Es ist geplant, im Januar 2027 auf der internationalen Bootsausstellung in Düsseldorf zu erscheinen. Die erste Version für Gründungsnutzer wird Mitte nächsten Jahres offiziell ausgeliefert. Derzeit wurde die Produktentwicklung abgeschlossen und die Phase der Kleinserienproduktion und Auslieferung eingeleitet.
MIRAVAs erstes intelligentes elektrisches Yachtmodell M800E (Bildquelle: Unternehmen)
Die Freizeityachtindustrie hat sich über Jahrzehnte entwickelt, aber seit langem keine wesentliche Produktinnovation erlebt.
Laut dem Branchenbericht des Internationalen Industrieverbands für maritime Industrie ICOMIA beträgt der Gesamtbestand an Freizeitbooten weltweit etwa 33 Millionen. Davon macht der US-Markt fast die Hälfte aus: Mehr als 11 Millionen Freizeityachten dienen der Familienunterhaltung, dem Angeln und Outdoor-Aktivitäten, durchschnittlich verfügt jedes 10. Haushalt über eine Yacht. In Europa ist die Atmosphäre für Wasserfreizeit in Nordeuropa besonders stark: Der Pro-Kopf-Bestand an Booten in Norwegen und Finnland gehört zur ersten Ebene weltweit.
Man kann sagen, dass Wasserfreizeitaktivitäten in Europa und Amerika genauso wie Skifahren, Camping und Wohnmobilreisen zu einer reifen und verbreiteten Outdoor-Lebensart der Menschen geworden sind.
Aber bei einem beachtlichen Branchenvolumen hält sich die Produktform seit langem an das Zeitalter der Mechanik. Traditionelle Yachten haben hohe Anschaffungshürden, komplizierte Fahrvorgänge, hohe Wartungskosten in der späteren Phase und eine sehr steile Lernkurve für Anfänger. Gleichzeitig ist die Branche stark vertikal differenziert: Verschiedene Bootstypen wie Rennangelboote, Wakeboard-Wellenboote und großräumige Pontonboote dienen meist nur einzelnen Szenarien von erfahrenen Enthusiasten, sodass normale Anfänger oft davor zurückschrecken.
„Die überwiegende Mehrheit der traditionellen Yachten auf dem Markt ist für harte Enthusiasten entwickelt: Angelboote sind auf Hochseeangeln ausgerichtet, Wellenboote spezialisiert sich auf Wakeboarding, Pontonboote legen Wert auf statische Wasserpartys, und die Funktionen der Bootstypen sind hochgradig zielgerichtet. Wenn Nutzer verschiedene Spielarten erleben möchten, müssen sie oft mehrere Boote kaufen, was sehr hohe Kostenschwellen verursacht“, sagte Chi Yuhao, Mitbegründer von MIRAVA, gegenüber 36Kr. „Aber mehr Nutzer wünschen sich, mehr Spielszenarien auf einem einzigen Boot zu erleben, anstatt extra für eine Extremsportart zu bezahlen.“
Genau diese Strecke zielt MIRAVA an: Es geht nicht darum, eine kompliziertere traditionelle Yacht zu bauen, sondern die Art, wie man mit Wasser spielt, mit der Konsumlogik intelligenter Hardware neu zu definieren.
Traditionelle Yachten folgen der Fahrlogik „der Mensch dreht sich um das Boot“. Wenn Nutzer schwimmen, tauchen oder Paddelboard fahren möchten, kann das Boot nur am Ufer anlegen oder vor Anker gehen, und nachdem der Mensch ins Wasser gegangen ist, kann das Boot nicht mehr bewegt werden. Wenn man Paddelboard fahren oder tauchen möchte, kann man sich nur im Bereich um das Boot herum bewegen und darf nicht weit weggehen. Sobald man weitere Meeresgebiete erkunden möchte, muss jemand am Boot bleiben oder zurück zum Boot fahren, um zum nächsten Ort zu gelangen.
Dieses scheinbar vernünftige Muster beschränkt genau das Erlebnis beim Wassersport. „Die Nutzer erwarten, dass sich das Boot um den Menschen dreht: Wenn der Mensch im Wasser spielt, folgt das Boot in der Nähe und reagiert jederzeit auf seine Bedürfnisse. Aber traditionelle Yachten hängen von menschlicher Steuerung ab, sobald der Nutzer ins Wasser geht, verliert das Boot die Kontrolle“, sagte Chi Yuhao.
Um diese Bindung aufzuheben, bietet MIRAVA die Lösung an, das intelligente Fahren vom Fahrassistenten zum szenariobasierten automatischen Folgen zu erweitern, sodass die Yacht auch ohne menschliche Bedienung die Position des Nutzers selbst wahrnehmen und folgen kann.
Das Team von MIRAVA verwendet intelligente Armbänder als Wahrnehmungs- und Interaktionsterminal für das gesamte System. Das Armband dient nicht nur als Ortungsbake, sondern unterstützt auch NFC zum Entsperren des Boots mit einer Berührung, was eine bequeme Interaktion beim täglichen Einsteigen ins Boot gewährleistet.
Wenn der Nutzer das Armband trägt und ins Wasser geht, um Aktivitäten wie Schwimmen, Paddelboardfahren und Tauchen durchzuführen, analysiert die Yacht anhand des Armband-Signals kontinuierlich die Echtzeitposition des Nutzers, sodass das Boot dem Nutzer überall folgt, wo er hinschwimmt. Für die reale Szene von Ausflügen in Gruppen reagiert das System nur auf die Folgeanweisung des Nutzers, der das Armband trägt, andere Personen an Bord stören die Betriebslogik des Boots nicht.
Szenario des Wakeboardens (Bildquelle: Unternehmen)
„Wir nutzen das intelligente Fahren nicht, um den Spaß am Steuern des Boots zu nehmen, sondern um die Wahlmöglichkeit an die Nutzer zu geben. Die Nutzer können manuell steuern, wenn sie fahren möchten, und das intelligente Fahrplattform übernimmt die Aufgabe, wenn sie nicht bedienen wollen“, erklärte Chi Yuhao.
Neben der bahnbrechenden intelligenten Folgenfunktion hat MIRAVA auch neue Versuche bei der Produktstruktur unternommen, sodass eine einzige Yacht mehr Interaktionsszenarien tragen kann.
Die Produktlogik traditioneller Yachten lautet „eine Kategorie entspricht einer Aktivität“. Angelboote eignen sich nur zum Angeln, Wellenboote nur zum Surfen, Pontonboote nur für Familienfeiern. Wenn Nutzer verschiedene Spielarten erleben möchten, müssen sie entweder mehrere Boote kaufen oder bei den Funktionen Kompromisse eingehen. Das Team von MIRAVA schlägt vor, die Anwendungsszenarien der Yacht zu erweitern, indem die Raumstruktur des Boots verändert wird.
Bei der Gestaltung des Boots nimmt die 8-Meter-Plattform eine großräumige Sitzanordnung mit gegenüberliegenden Sitzen an, die 8 bis 10 Personen gleichzeitig aufnehmen kann. Für häufige Szenarien wie Familienfeiern und Freizeitkreuzfahrten sind unabhängige Sanitäranlagen, ein Bordkühlschrank und 6 Gruppen von Hoch- und Tieftonlautsprechern ausgestattet, um den Komfort- und Unterhaltungsbedarf bei Ausflügen mit mehreren Personen zu erfüllen.
Das differenzierteste Merkmal ist das Mutter-Tochter-Boot-Modell. Der Heckbereich der MIRAVA-Yacht ist mit einem umklappbaren Heckmodul und einer A-Säulen-Hängematte ausgestattet. Das Heckmodul kann zwischen vier Modi: Fahren, Angeln, Feiern und Unterhaltungsbetrieb des Tochterboots wechseln. Die A-Säule kann zu einer Hängematte ausgeklappt werden, sodass ohne Vergrößerung der Bootsgröße der Raum des Boots von einem reinen Fahrraum zu einer multifunktionalen Outdoor-Freizeitplattform erweitert wird.
Multifunktionale Outdoor-Freizeitplattform (Bildquelle: Unternehmen)
Im Tochterboot-Modus hat das erweiterte Modul am Heck der Yacht eigenen Antrieb und kann zu einem selbstfahrenden Tochterboot entkoppelt werden. Wenn Nutzer auf eine Insel steigen, in der Nähe von Felsgebieten oder Flachwasserbereichen fahren möchten und das große Boot nicht bequem anlegen kann, kann das Tochterboot freigegeben werden, um den Anschluss und die Erkundung in Ufernähe abzuschließen, wodurch die Szenariengrenze traditioneller Yachten durch Einschränkungen wie Tiefgang und Anlegebedingungen durchbrochen wird.
In den letzten Jahrzehnten waren Hardware-Parameter der gängige Wettbewerbsmaßstab in der Yachtindustrie: PS, Bootsgröße und Höchstgeschwindigkeit sind die Standardsprache, mit der Händler und Nutzer ein Produkt bewerten. Die überwiegende Mehrheit der Iterationen neuer Produkte ist die Leistungsoptimierung innerhalb dieses ausgereiften Systems. „Aber heute haben sich die Nutzerbedürfnisse offensichtlich verändert. Die treibende Kraft für das Wachstum der Branche kommt von der jüngeren Generation, die Erwartungen an Yachten richten sich auf Ausflüge mit Familie und Freunden statt auf Geschäftsempfänge, und sie legen mehr Wert auf Multifunktionalität, Benutzerfreundlichkeit und die Nähe zum Meer.“
Chi Yuhao wies darauf hin, dass der Kernunterschied zwischen diesen Nutzern und der traditionellen Yachtgruppe darin besteht: „Sie sind keine ‚Leute, die mit Booten spielen‘, sondern ‚Leute, die mit Wasser spielen‘. Die Nutzer wollen keine Leistungsmaschine, sondern eine intelligente Plattform, die verschiedene Wasser-Lebensarten tragen kann. Was unser Produkt tun soll, zielt genau auf diese Bedarfslücke ab: Durch intelligente Funktionen senken wir die Nutzungshürden für Nutzer und definieren die Freiheit von Wasseraktivitäten neu.“
Bei der Marktstrategie wird MIRAVA Europa als ersten Startplatz wählen. Einerseits hat Europa eine starke Kreispotenz von Yachtmarken, die Grundlage für den Konsum von Wasserfreizeit in Nordeuropa und im Mittelmeerraum ist tief verwurzelt, und lokale Nutzer haben eine höhere Akzeptanz für intelligente innovative Erlebnisse. Gleichzeitig findet eine strukturelle Veränderung im Yachtkonsum in Europa statt: Die Nachfrage wandelt sich von früheren Geschäftsempfängen allmählich zu täglicher Wasserfreizeit für Familien, was auch einen geeigneten Nährboden für die Positionierung der neuen Produktkategorie von MIRAVA bietet.
Das Team von MIRAVA teilte mit, dass das Unternehmen plant, die Auslieferung der ersten Produkte im nächsten Jahr abzuschließen, und nach der Überprüfung des regionalen Marktes und der Markenwahrnehmung schrittweise in Kernmärkte wie den Nahen Osten und Nordamerika einzusteigen.
Im Folgenden finden Sie Auszüge aus dem Interview von 36Kr mit Chi Yuhao, Mitbegründer von MIRAVA (leicht bearbeitet):
36Kr: Die Zielnutzer von MIRAVA sind „Leute, die mit Wasser spielen“ statt „Leute, die mit Booten spielen“. Wie beeinflusst diese Nutzerpositionierung Ihre Produktdefinition?
Chi Yuhao: Traditionelle Yachten dienen „Leuten, die mit Booten umgehen können“. Diese Nutzergruppe strebt nach extremer Leistung und ist bereit, viel Zeit zu investieren, um das Steuern des Boots, die Wartung der Geräte und die Anlegevorgänge zu lernen. Aber auf dem Wasserkonsummarkt sind die „Leute, die mit Wasser spielen“ die Gruppe mit größerem Volumen: Ihr Kernanliegen ist Schwimmen, Tauchen, Begleitung von Kindern und Treffen mit Verwandten und Freunden, und sie möchten nicht von komplizierten Bootsbedienvorgängen eingeschränkt werden.
Die grundlegenden Bedürfnisse der beiden Gruppen unterscheiden sich wesentlich. Die erste Gruppe stellt das Boot in den Mittelpunkt und strebt nach Steuergefühl und Leistungsgrenzen, die zweite Gruppe stellt das Wassererlebnis in den Mittelpunkt, und das Boot ist nur eine Plattform zum Tragen von Aktivitäten.
Die Produktdefinition von MIRAVA dreht sich um die letztere Gruppe, der Einstiegspunkt ist Freiheit: Die Nutzer müssen keine Zeit mit Vorgängen wie Steuern, Anlegen und Beibehalten der Bootsposition verschwenden, sondern können wirklich spielen. Das intelligente Fahren nimmt den Spaß am Steuern des Boots nicht weg, sondern gibt Ihnen die Wahl: Sie fahren selbst, wenn Sie möchten, und überlassen das Boot der Steuerung, wenn Sie nicht fahren wollen. Das bestimmt auch, dass wir nicht nach Extremwerten in einer einzigen Leistungsdimension streben, sondern „alles gut machen“: Jede Leistungs- und Erlebnisdimension ist hervorragend, sodass die Bedürfnisse von 70 % bis 80 % der Nutzer erfüllt werden können.
MIRAVA intelligentes Fahrsystem (Bildquelle: Unternehmen)
Dahinter steht das grundlegende Urteil des Teams über das Verhalten moderner Konsumnutzer: Heutzutage gibt es immer mehr wählbare Freizeitunterhaltungen und vielfältige externe Nachfrageanreize. Die meisten normalen Nutzer bevorzugen leichte, flach beteiligte Freizeiterlebnisse, tiefe harte Enthusiasten sind nicht die Zielgruppe der Marke.
Viele Freizeitprodukte mit hohem Stückpreis geraten in das Konsumdilemma „