30 % Personalabbau, Rückkehr zu Verbrennungsfahrzeugen – was ist eigentlich die „mittelfristige Strategie 2035“ von Porsche?
Porsche, das im Luxusautosegment sowohl bei den Verkäufen als auch bei der Rentabilität eine sehr gute Leistung zeigt, hat nun auch das Modell zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung eingeläutet?
Am 7. Oktober hat Porsche im Rahmen des Kapitalmarkttages seine mittelfristige Strategie für das Jahr 2035 mit dem Namen „Sportwagenschmiede '35“ vorgestellt.
Laut offiziellen Angaben ist das übergeordnete Ziel dieser Strategie, die Position von Porsche als weltweit attraktivster Sportwagenhersteller zu festigen, wobei das Kernprinzip „Wert vor Absatzmenge“ lautet.
(Quelle: Porsche)
Was die Umsetzung dieser Strategie betrifft, wird Porsche sich auf drei Aspekte konzentrieren: Produktmodernisierung, Kostensenkung und Effizienzsteigerung sowie Verschlankung der Organisation. Durch die Erhöhung des Wertes pro Fahrzeug und die Verringerung der Abhängigkeit von der Absatzgröße soll letztendlich ein qualitativ hochwertiges Wachstum von Gewinn und Cashflow erreicht werden.
Was beinhaltet die konkreten Inhalte dieser Strategie? Warum hat Porsche diese Strategie vorgestellt? Und können die Ziele von Porsche angesichts des sich allmählich zur Elektrifizierung wandelnden Trends der Automobilindustrie erfolgreich erreicht werden?
Ohne weitere Umschweife sprechen wir gemeinsam darüber.
Konzentration auf verbrennungsmotorische Supersportwagen, 30 % Personalabbau: Porsche zielt auf das Jahr 2035 ab
In der diesjährigen mittelfristigen Strategie von Porsche für 2035 ist die Produktplanung der am meisten beachtete Punkt.
Porsche gibt an, dass es eine Supersportwagen-Plattform mit Mittelmotoranordnung entwickeln wird. Die auf dieser Plattform basierenden Modellreihen werden höher positioniert als der 911. Gleichzeitig wird Porsche auch Derivatemodelle des 911 und D-Klasse-SUV-Modelle auf den Markt bringen, die höher positioniert sind als der Cayenne.
Darüber hinaus wird Porsche im Jahr 2028 die Serienproduktion der vollelektrischen Version des 718 und eines SUV-Modells mit Verbrennungsmotor plus Plug-in-Hybrid-Antrieb aufnehmen. Letzteres wird parallel zur vollelektrischen Version des Macan verkauft.
Aus der Tatsache, dass Porsche neue verbrennungsmotorische Supersportwagen entwickelt und nachfolgend weitere Modelle mit Verbrennungsmotor auf den Markt bringen wird, geht hervor, dass Porsche im Prozess der Elektrifizierungstransformation einen Rückschritt macht.
Bereits im März 2022 hat Porsche sein Ziel für die Elektrifizierungstransformation vorgestellt: Bis zum Jahr 2025 sollen elektrifizierte Modelle (Vollelektrik + Plug-in-Hybrid) mehr als 50 % der weltweiten Neufahrzeugauslieferungen ausmachen, und bis zum Jahr 2030 sollen vollelektrische Modelle mehr als 80 % der weltweiten Neufahrzeugauslieferungen ausmachen.
Aber im Jahr 2025 betrug der Anteil der Verkäufe von elektrifizierten Modellen bei Porsche nur 34,4 %, womit das ursprünglich festgelegte Ziel von mehr als 50 % für den Absatzanteil elektrifizierter Modelle nicht erreicht wurde. Im selben Jahr passte Porsche seine Produktstrategie an, verschob die Markteinführungspläne verschiedener vollelektrischer Modelle und verlängerte gleichzeitig den Produktionszyklus von Verbrennerfahrzeugen.
Dass Porsche nun offiziell die Entwicklung neuer verbrennungsmotorischer Supersportwagen bekannt gibt, bedeutet, dass es die bisherigen radikalen Elektrifizierungsziele vollständig aufgegeben hat und zu einem Modell übergeht, das von Hochleistungs-Verbrennerfahrzeugen angeführt wird und bei dem die drei Antriebsarten Verbrennungsmotor, Plug-in-Hybrid und Vollelektrik gemeinsam entwickelt werden.
„Dianchetong“ (ID: dianchetong233) ist der Ansicht, dass Porsche die Aufgabe seiner ursprünglichen Elektrifizierungsziele und die Rückkehr zu Verbrennerfahrzeugen sowohl ein Kompromiss an seinen aktuellen Entwicklungsstand als auch eine Veränderung ist, die seinem Betriebszustand entspricht.
Aktuell können der Entwicklungsfortschritt von Porsche im Bereich der Elektrifizierung und die Marktleistung seiner elektrifizierten Modelle die Betriebs- und Entwicklungsanforderungen des Unternehmens keineswegs mehr erfüllen.
Seit der globalen Vorstellung des Taycan im Jahr 2019 hat Porsche innerhalb von sieben Jahren nur fünf elektrifizierte Modelle auf den Markt gebracht: den Taycan, die vollelektrische Version des Macan, die Plug-in-Hybrid-Version des Cayenne, die vollelektrische Version des Cayenne und die Plug-in-Hybrid-Version des Panamera. Für den Taycan gibt es seit seiner Markteinführung im Jahr 2019 auch keine klaren Pläne für eine Modellpflege.
(Quelle: Porsche)
Das heißt, der Entwicklungsfortschritt von Porsche bei elektrifizierten Modellen ist nicht nur langsam, sondern die vorhandenen wenigen Modelle können auch die Hauptabsatzmärkte der Marke nicht vollständig abdecken.
Nach den Verkaufszahlen betrugen die Absätze der beiden vollelektrischen Modelle von Porsche, dem Taycan und der vollelektrischen Version des Macan, im ersten Halbjahr 2026 6219 bzw. 15620 Einheiten (die Daten für die vollelektrische Version des Cayenne wurden nicht veröffentlicht). Als Referenz betrug der Halbjahresabsatz des Porsche 911 30534 Einheiten, was mehr als 8000 Einheiten über der Summe der Absätze von Taycan und vollelektrischem Macan liegt.
Für Porsche ist es in der aktuellen Situation, in der der Entwicklungsfortschritt der Elektrifizierung langsam ist und die Marktleistung von elektrifizierten Modellen nicht den Erwartungen entspricht, zweifellos selbstschädigend, weiterhin auf elektrifizierte Modelle ohne sichtbare Perspektive zu setzen. Die Rückkehr zur Strecke der Hochleistungs-Verbrennerfahrzeuge, um mit Supersportwagenmarken wie Ferrari und Lamborghini über neue Plattformen zu konkurrieren, ist dagegen der Komfortbereich von Porsche.
Neben der erneuten Konzentration auf Verbrennerfahrzeuge hat Porsche auch eine Reihe von Maßnahmen zur Kostensenkung, Effizienzsteigerung und Anpassung der Organisationsstruktur angekündigt.
Im Hinblick auf Kostensenkung und Effizienzsteigerung kündigt Porsche an, die Gesamtzahl der Mitarbeiter mittelfristig um 25 % zu reduzieren, wobei das langfristige strategische Ziel 30 % beträgt, um die gesamten Personalkosten um 10 % zu senken. Darüber hinaus plant Porsche, die Entwicklungskosten künftig um bis zu 20 % zu senken, die Personalkosten in der Produktion um bis zu 30 % und die Vertriebs- und Distributionskosten um 20 %. Die Materialkosten pro Fahrzeug für neue Modelle werden ebenfalls um ca. 10 % gesenkt.
Bei der Anpassung der Organisationsstruktur werden Porsche Engineering und Porsche Digital zu Porsche Technology zusammengelegt. Zuvor hat Porsche bereits seine Anteile an Rimac und Bugatti Rimac verkauft sowie nicht zum Kerngeschäft gehörende Geschäfte wie die Entwicklungs- und Produktionstätigkeit der Cellforce Group und die Leistungsabteilung für E-Bikes von Porsche geschlossen.
Von der erneuten Konzentration auf Verbrennerfahrzeuge bis hin zu umfassenden Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zeigt die mittelfristige Strategie 2035 von Porsche einen Zustand, in dem der frühere Glanz verblasst ist, das Unternehmen aber noch versucht, die Situation zu wenden.
Wie konnte Porsche, das einst im Bereich der luxuriösen Verbrennerfahrzeuge äußerst erfolgreich war, in diesen Zustand geraten?
Betriebsgewinn stürzt um 90 % ein: Porsche befindet sich auf dem Abwärtstrend?
Bevor diese mittelfristige Planung veröffentlicht wurde, zeichneten sich bereits Anzeichen des Abschwungs bei Porsche ab.
Am deutlichsten zeigt dieser Abwärtstrend die Finanzdaten von Porsche. Aus dem Jahresfinanzbericht 2025 geht hervor, dass der Gesamtumsatz der Porsche-Gruppe um 9,5 % gesunken ist, der Betriebsgewinn um 92,7 % zurückgegangen ist und die Umsatzrendite von 14,1 % auf 1,1 % eingebrochen ist.
Obwohl die Gründe für den Gewinnrückgang von Porsche im Jahr 2025 die Schließung des Batteriegeschäfts von Cellforce und die Veräußerung von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten umfassen, ist der Rückgang der weltweiten Auslieferungen der Schlüsselfaktor für den Leistungsdruck von Porsche.
Im Jahr 2025 betrug die jährliche Auslieferungsmenge von Porsche 279449 Einheiten, was 10 % unter dem Wert von 2024 liegt. Dabei verzeichnete der chinesische Markt den größten Rückgang von 26 %, und der Anteil der Verkäufe von Porsche auf dem chinesischen Markt an seinen weltweiten Verkäufen sinkt ebenfalls. Auf dem größten Weltmarkt Nordamerika verzeichnete Porsche einen Absatzrückgang von 11,5 %.
Auf die Gründe für den Rückgang wird hier nicht zu detailliert eingegangen. Kurz gesagt: Auf dem US-Markt sind die Kosten für die Zollabfertigung von Importen gestiegen und die Subventionen für Elektrofahrzeuge wurden gekürzt, während auf dem chinesischen Markt die Nachfrage nach Luxusautos zurückgegangen ist und der Wettbewerb durch einheimische Marken intensiv ist.
Daraus ergibt sich die Frage: Kann Porsche, das sich kurzzeitig auf dem Abwärtspfad befindet, den Abwärtstrend künftig stoppen und wieder zu einem Aufschwung gelangen?
Nach Ansicht von „Dianchetong“ (ID: dianchetong233) ist diese neu vorgestellte mittelfristige Strategie von Porsche nichts anderes als ein Bremsvorgang, der das Unternehmen auf dem Abwärtspfad abbremst.
Aus dem Kernprinzip von Porsche „Wert vor Absatzmenge“ geht hervor, dass Porsche derzeit nicht die Erweiterung der Absatzmenge anstrebt, sondern die Stabilisierung der vorhandenen Umsatzleistung und der Gewinnmarge, um zu vermeiden, dass die Markengewinne und das Markenimage durch die Verfolgung der Absatzgröße beeinträchtigt werden.
(Quelle: Porsche)
Und genau das ist die Art und Weise, wie Porsche auf den Wettbewerbsdruck reagiert, die sich von der Vorgehensweise anderer deutscher Marken unterscheidet.
Am Beispiel des chinesischen Marktes: Ob Mercedes-Benz, BMW oder Audi – alle diese Marken haben bei unzureichender Wettbewerbsfähigkeit und Absatzrückgängen, die durch den Trend zu mehr Ausstattung bei niedrigeren Preisen infolge der Elektrifizierungstransformation auf dem chinesischen Markt verursacht wurden, meist auf Preissenkungen gesetzt, um die Absatzgröße besser aufrechtzuerhalten.
Vor einigen Jahren wurden beispielsweise die Endpreise von Modellen wie Mercedes-Benz EQS, EQE und BMW i3 stark gesenkt. Der Endpreis des BMW i3 fiel zeitweise sogar unter 200.000 Yuan. Heute sind die Preise der neuen vollelektrischen Modelle Mercedes-Benz CLA und GLC im Vergleich zu vergleichbaren Verbrennerfahrzeugen gesenkt worden, und Audi hat sogar die Marke AUDI in Zusammenarbeit mit SAIC Audi gegründet, um die Preise zu senken und die Absätze zu steigern.
Aber die Endpreise von Porsche in China sind relativ stabil. Obwohl es im Endvertrieb gewisse Rabatte gibt, sind die Preise nicht so stark gefallen wie bei Mercedes-Benz und BMW, die die eigene Markenebene durchbrechen.
Diese Maßnahmen sind offensichtlich machbar, um den weltweiten Umsatz und die Gewinne von Porsche zu stabilisieren. Insbesondere wenn die Supersportwagen-Serie mit Mittelmotoranordnung von Porsche erfolgreich auf den Markt kommt, wird sie einen stabilen Beitrag zu den künftigen Umsätzen und Gewinnen leisten.
Auf dem chinesischen Markt ist die Wettbewerbssituation von Porsche jedoch anders. Unter dem Einfluss des Trends zur Gleichstellung der PS-Leistung durch die Elektrifizierung hat ein erheblicher Teil der Verbraucher das Interesse an Hochleistungs-Verbrennerfahrzeugen verloren. Die Gegner von Porsches Hochleistungs-Verbrennerfahrzeugen in China sind Modelle wie der Xiaomi SU7 Ultra und der Denza Z, die niedrigere Preise und eine höhere PS-Leistung aufweisen.
Das heißt, der Weg, den Porsche in seiner mittelfristigen Planung für 2035 verfolgt – durch höhere Produktkraft eine höhere Prämie zu erzielen und damit die Abhängigkeit von der Absatzgröße zu verringern – funktioniert auf dem chinesischen Markt teilweise nicht.
Was soll Porsche also tun?
Der chinesische Markt ist das härteste Nussknacker-Problem für Porsche?
Für Porsche ist China zweifellos der herausforderndste Markt. Seit dem Beginn der rasanten Entwicklung in den Bereichen Elektrifizierung und Intelligenz auf dem chinesischen Markt haben sich sowohl die Marktleistung als auch das Nutzerbewusstsein stark verändert.
Derzeit verfolgen Luxusmarken wie Nio, AITO und Li Auto sowie Hochleistungsmarken wie Xiaomi bei ihren Produkten eher das Konzept „viel Inhalt zu einem fairen Preis“, d. h. sie bieten im entsprechenden Preissegment so viel Ausstattung und Erlebnis wie möglich.
Porsche hält hingegen noch an der strengen Preisregelung traditioneller Luxusautohersteller fest: Nicht nur verschiedene Leistungsausstattungen weisen große Preisunterschiede auf, sondern bei der Auswahl von Komfort- und Luxusausstattungen sind die Preisunterschiede noch deutlicher.
Darüber hinaus läuft die mittelfristige Planung von Porsche für 2035 dem Entwicklungstrend des chinesischen Automobilmarktes entgegen. Der chinesische Markt konzentriert sich auf weitere technische Innovationen in Bereichen wie Elektrifizierung und Intelligenz, wobei elektrische Hochleistungsfahrzeuge ebenfalls eine wichtige Entwicklungsrichtung darstellen. Porsche hat sich hingegen dafür entschieden, den Entwicklungsschwerpunkt auf Hochleistungs-Verbrennerfahrzeuge zu legen.
Daher bestehen zwischen Porsche und dem Gesamtumfeld sowie dem künftigen Entwicklungstrend des chinesischen Automobilmarktes offensichtliche Unterschiede und Konflikte.
Kurzfristig muss Porsche möglicherweise die Abhängigkeit vom chines