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Der Aktienkurs ist um 66 % eingebrochen, der König der Kinderwagen steht vor dem Delisting.

投资家网2026-09-30 13:04
Im Jahr 2026 wird Goodbaby International, der weltweit führende Hersteller von Kinderwagen, eine freiwillige Privatisierung durchführen und sich von der Hongkonger Aktienbörse zurückziehen.

Im Jahr 2026 ereignete sich der schmerzlichste Vorfall auf dem Hongkonger Aktienmarkt.

Ein nationaler chinesischer Gigant, der seit vielen Jahren den ersten Platz weltweit belegt, hat beschlossen, sich vom Kapitalmarkt zu verabschieden.

Kürzlich gab es eine bahnbrechende Nachricht im Bereich der Mutter-Kind- und Kinderprodukte: Goodbaby International, das an der Hongkonger Börse notierte Unternehmen, das als „König der Kinderwagen“ bekannt ist, mehr als 110 Länder und Regionen weltweit abdeckt und Millionen von Eltern bedient, plant die Privatisierung und den Rückzug von der Börse. Laut der Ankündigung von Goodbaby plant der 77-jährige Gründer Song Zhenghuan ein Übernahmeangebot für die öffentlichen Aktien von Goodbaby im Wert von bis zu 1,322 Milliarden Hongkong-Dollar, was einem Aufschlag von 39 % gegenüber dem Preis auf dem Sekundärmarkt entspricht. Niemand hätte erwartet, dass Goodbaby, das seit Jahren den unangefochtenen Spitzenplatz beim weltweiten Kinderwagenabschnitt einnimmt, bald die Bühne des Hongkonger Aktienmarktes verlassen wird.

Im Gegensatz zu einigen Unternehmen, die unter Zwang von der Börse gehen, strebt Goodbaby den Rückzug von der Börse freiwillig an. Genau das macht es zu einem der nachdenklichsten Fälle auf dem Hongkonger Aktienmarkt. Bereits in den 1990er Jahren war Goodbaby der Anbieter mit dem höchsten Kinderwagenabsatz in China. Unter der Führung von Song Zhenghuan, dem „wahren Legenden“-Gründer, der als stellvertretender Schulleiter einer Mittelschule zum Unternehmer wurde, eroberte Goodbaby nacheinander die Märkte in den USA und Europa und erreichte schon sehr früh die Spitzenposition weltweit.

Im Jahr 2010 ging Goodbaby an die Hongkonger Börse und erhielt eine Überzeichnung von 1493 Mal. Die Kapitalmärkte hatten große Erwartungen an das Unternehmen, und im Jahr des Börsengangs erreichte es einen Marktwert von 6,7 Milliarden Hongkong-Dollar. Als jedoch die Geburtenzahlen kontinuierlich hinter den Erwartungen zurückblieben, zeigte das Kapital, das auf überraschende Ergebnisse und Hype-Themen setzte, bald seine kalte Seite. Selbst wenn Goodbaby immer noch der weltweite Marktführer war, akzeptierte das Kapital dies nicht mehr: Die Bewertungen und Erwartungen wurden sechzehn Jahre lang nach unten gedrückt.

In diesen sechzehn Jahren ist der Aktienkurs von Goodbaby kumulativ um 66 % gefallen, und der aktuelle Marktwert beträgt etwa 2,3 Milliarden Hongkong-Dollar. Nach all diesen Rückgängen wurde der 77-jährige Song Zhenghuan zu einem „völlig klaren Denker“. Er hat die wahre Natur des Kapitals erkannt, und die Privatisierung wirkt eher wie ein kluger strategischer Ausstieg.

I

Der echte globale Marktführer für Kinderwagen Goodbaby will dem Kapitalmarkt nicht länger „schmeicheln“.

Im Jahr 2026 ist der weltweite Hype um KI so groß, dass eine große Anzahl von Unternehmen verrückt wird. Sie erzählen eifrig Geschichten, werben mit Konzepten und nutzen Trends, strömen massiv zum Kapitalmarkt und wünschen sich, alle seien der „globale Erste“ in ihrem jeweiligen Bereich. Im Gegenteil: Der echte globale Erste überlegt, wie er vom Kapitalmarkt „fliehen“ kann. Diese Tatsache allein ist sehr nachdenklich, sogar etwas absurd und ironisch.

Die Geschichte von Goodbaby, dem „König der Kinderwagen“ weltweit, reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Damals geriet die werksgeführte Fabrik der Mittelschule von Lu Jia in Kunshan, Jiangsu, in eine ausweglose Lage und konnte nur noch durch vereinzelte Lohnfertigungen für Kleinteile überleben. Kontinuierliche Verluste und schlechte Betriebsführung führten dazu, dass die Fabrik eine riesige Schuld von bis zu 1,2 Millionen Yuan trug. Man muss bedenken, dass 1,2 Millionen Yuan in den 1980er Jahren eine existenzbedrohende Katastrophe bedeuteten.

In der Krisensituation der Fabrik wurde Song Zhenghuan, der damals stellvertretender Schulleiter der Mittelschule war, in die Verantwortung gezogen. Er hatte keine Erfahrung im Geschäftsleben, keine Kenntnisse in der Fertigungsindustrie und keine angesammelten Ressourcen in diesem Bereich. Dass ein Bildungsfachmann plötzlich eine fast bankrotte Fabrik retten sollte, war schon absurd. Vielleicht aufgrund der typischen Verantwortung eines Pädagogen gab Song Zhenghuan seine Laufbahn im Bildungswesen auf und lernte selbst Management, Vertrieb und Technik.

Er brachte die gleiche Ernsthaftigkeit auf, die er auch bei der Erziehung von Schülern anwandte: Von Grund auf bildete er die Arbeiter aus, akquirierte Marktaufträge und hielt so den grundlegenden Betrieb der Fabrik aufrecht. 1989 hatte Song Zhenghuan, der schon immer Kinder mochte, plötzlich eine Idee: Er entwarf selbst einen multifunktionalen Kinderwagen mit vier Funktionen. Nach Aufzeichnungen war dies der erste vierfach multifunktionale Kinderwagen in China, der die Funktionen des Schiebens, des Flachliegens, des Schaukelns und des Sitzens vereinte. Mit diesem zufälligen Einfall füllte er die Lücke bei multifunktionalen Kinderwagen auf dem chinesischen Markt.

Es heißt, dass das Kapital dieses vierfach multifunktionale Kinderwagen schon verfolgte, als es erst eine erste Produktform hatte. Ein Händler kam vorbei und bot 150.000 Yuan an, um das Patentrecht vollständig zu erwerben. Wenn Song Zhenghuan zugestimmt hätte, hätte er nicht länger das chaotische Geschäft der Fabrik führen müssen und wäre sofort reich geworden. Angesichts dieser extremen Versuchung lehnte Song Zhenghuan ab. Der Druck des Kapitals erweckte stattdessen seinen Entschluss, die Fabrik groß und stark zu machen.

Er wollte eine Marke schaffen, die er sein ganzes Leben lang betreiben konnte: eine starke Marke, ein gutes Kind (Goodbaby).

II

1991 verkauften sich die Kinderwagen von Goodbaby hervorragend, und er führte die Mitarbeiter dazu, die historischen riesigen Schulden zu tilgen.

In nur zwei weiteren Jahren vollbrachte er einen erstaunlichen Sprung in der Geschichte der Kinderwagenindustrie: Er erreichte den ersten Platz beim inländischen Absatz. Ja, er schlug ausländische Unternehmen und wurde innerhalb von zwei Jahren Marktführer in China. Goodbaby verdient den Namen „gutes Kind“. Aber die wahre Legende seines Lebens hat gerade erst begonnen.

In den 1990er Jahren wurden die Kinderwagen von Goodbaby sehr beliebt, und auf dem Markt tauchten eine große Anzahl von Nachahmermarken auf. Song Zhenghuan legte den zentralen Entwicklungspfad der „selbstständigen Iteration und kontinuierlichen Innovation“ fest: Er folgte nicht dem Trend, die Preise zu senken, und konzentrierte sich stärker auf Produktqualität und Qualitätskontrolle. Während er den inländischen Markt stabilisierte, hatte Song Zhenghuan eine noch mutigere Idee: „Wenn ausländische Unternehmen in den chinesischen Markt eindringen können, warum können chinesische Unternehmen dann nicht den US-Markt erobern?“

Diese Idee war in den 1990er Jahren tatsächlich sehr mutig. Zu dieser Zeit dominierten ausländische Unternehmen den Markt, und viele lokale Marken in China konnten kaum überleben, geschweige denn, ausländische Märkte zurückzuerobern. Song Zhenghuan war sehr zuversichtlich: „Amerikaner sind auch Menschen, sie werden Eltern, wenn sie Kinder haben. Jeder Elternteil will das Beste für sein Kind, jeder Elternteil hofft, dass sein Kind ein gutes Kind ist und etwas erreicht.“

Die Idee war immer schön, aber die Realität sah anders aus. Zuerst plante Song Zhenghuan, eine ausländische Tochtergesellschaft in New York zu gründen, um die Kinderwagen von Goodbaby direkt in den USA zu verkaufen. Aber die Regeln des US-Marktes machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Um amerikanische Eltern zu überzeugen, musste er zuerst in die amerikanischen Supermärkte und Einkaufszentren eintreten. Song Zhenghuan fand eine clevere Lösung: „Zuerst Produkte, Forschung und Patente ausliefern, die Kanäle und das Vertrauen einer lokalen amerikanischen Marke nutzen und langsam den Ruf der chinesischen Marke aufbauen.“ Diese clevere Methode wird heute als OPM bezeichnet: Man selbst übernimmt die Produktion, der Partner übernimmt den Vertrieb.

Er kooperierte mit einer lokalen amerikanischen Marke, die kurz vor dem Bankrott stand. Innerhalb von drei Jahren brachte er diese Marke namens COSCO auf den ersten Platz beim Kinderwagenabsatz in den USA und schockierte ganz Nordamerika. Im Jahr 2002 widmete das Magazin *Fortune* einen sieben Seiten langen Bericht dem „wunderbaren“ chinesischen Unternehmen hinter COSCO und nannte Goodbaby die wahre „Geschäftslegende“. Dadurch wurde die Marke Goodbaby weltweit sehr schnell bekannt.

Song Zhenghuan wurde mit diesem Erfolg berühmt. Nach der Eroberung des US-Marktes gelang Goodbaby der Eintritt in den europäischen Markt sehr reibungslos. Innerhalb von vier Jahren erreichte es auch den ersten Platz beim Absatz in Europa. Zu diesem Zeitpunkt war Goodbaby der unbestrittene Marktführer in der globalen Kinderwagenindustrie, der „König der Kinderwagen“. Eine expansive Marktentwicklung ist gut, braucht aber auch ausreichend Kapital. Nach reiflicher Überlegung kam er auf die Idee eines Börsengangs in Hongkong, was auch zur globalen Strategie von Goodbaby passte.

Wenn ein Gründer, der keine Lust hat, mit dem Kapitalmarkt zu verkehren, an die Börse geht, wie endet das? Es ist schwer zu sagen.

III

Im Jahr 2010 ging Goodbaby an die Hongkonger Börse, erhielt eine Überzeichnung von 1493 Mal und erregte große Aufmerksamkeit auf dem Hongkonger Aktienmarkt.

Es wurde zum „König der Überzeichnung“ an der Hongkonger Börse in diesem Jahr, und wie erwartet erreichte Goodbaby einen Marktwert von 6,7 Milliarden Hongkong-Dollar. Aber der schmerzlichste Moment kam auch: Egal wie sehr Song Zhenghuan und Goodbaby sich danach bemühten, „das Kapital verhält sich unvorhersehbar, es stimmt nur mit den Füßen ab.“

2014 führte Song Zhenghuan, der die Regeln des Kapitalmarktes nicht verstand, zwei ausländische Übernahmen durch, die die gesamte Branche erschütterten. Es investierte 70 Millionen Euro, um die europäische Premium-Kinderartikelmarke CYBEX zu erwerben; kurz darauf gab es 140 Millionen US-Dollar aus, um die hundertjährige amerikanische Kinderartikelmarke Evenflo zu übernehmen.

Eigentlich hätte der Aktienkurs nach zwei solchen ausländischen Übernahmen in anderen Branchen stark steigen müssen. Aber bei Goodbaby schien das Glück nicht mehr da zu sein.

Vor allem veränderten diese beiden Übernahmen das grundlegende Geschäftsmodell von Goodbaby: Es wandelte sich von einem OPM-Lohnfertiger zu einem globalen Markenbetreiber. Egal was das Unternehmen tat, das Kapital akzeptierte es nicht. Die objektive Marktveränderung war der anhaltende Rückgang der Geburtenzahlen. Einige Experten sagen: „Der Bereich der Kindertransportmittel ist ein zyklischer Bereich, der vollständig an die Geburtenzahlen gebunden ist. Sobald der Zyklus nach unten geht, wird das Kapital nicht investieren, selbst wenn die Geschäftsergebnisse gut sind.“

Trotz des nach unten gehenden Zyklus verschlechterten sich die Geschäftsergebnisse von Goodbaby nicht, sie schwankten nur regelmäßig. 2016 betrug der Umsatz des Unternehmens 6,238 Milliarden Hongkong-Dollar; der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn 207 Millionen Hongkong-Dollar. 2020 betrug der Umsatz 8,305 Milliarden Hongkong-Dollar; der Nettogewinn 257 Millionen Hongkong-Dollar. 2025 betrug der Umsatz 8,659 Milliarden Hongkong-Dollar; der Nettogewinn 257 Millionen Hongkong-Dollar. Im ersten Halbjahr 2026 betrug der Umsatz 4,551 Milliarden Hongkong-Dollar; der Nettogewinn 275 Millionen Hongkong-Dollar. Bis 2026 erzielte der Nettogewinn von Goodbaby sogar ein starkes Wachstum.

Bezüglich des Marktanteils gibt es Statistiken der renommierten Institution Euromonitor: „Goodbaby hat einen Marktanteil von etwa 12,3 % bei globalen Kinderwagen und belegt den ersten Platz weltweit.“ Nach früheren Angaben von Frost & Sullivan kommt etwa jeder dritte Kinderwagen weltweit aus dem System von Goodbaby.

Ein Marktanteil an der Spitze und stabile Geschäftsergebnisse reichen nicht aus. Das Kapital auf dem Hongkonger Markt folgt dem Zyklus. Genau wie Mixue Bingcheng, das mehrmals beim Börsengang scheiterte, obwohl seine Ergebnisse stark stiegen: Wenn das Kapital den Zyklus nicht anerkennt, ist der Börsengang schwierig. Wenn das Kapital den Zyklus anerkennt, erreicht das Unternehmen die Spitze bei der Kapitalbeschaffung. Daher kann die Stärke der Produkte und der hohe Marktanteil von Goodbaby die grundlegende Logik des Hongkonger Kapitalmarktes überhaupt nicht verändern, das hat nichts mit der Qualität des Unternehmens zu tun.

Wenn der Aktienkurs immer steigen würde, solange die Ergebnisse gut sind, gäbe es überall auf der Welt „Aktienexperten“. Seit sechzehn Jahren an der Börse muss Song Zhenghuan, der sich dem Kapitalmarkt hilflos gegenüber sah, das verstanden haben. Diese „wahre Legende“ ist mit 77 Jahren immer noch im Unternehmertum tätig. Er hat das Wesen des Kapitalmarktes durchschaut. Aber seit dem Börsengang hat Goodbaby nie die Vorlieben des Kapitals erfüllt. Die geplante Privatisierung und der Rückzug von der Börse sind sowohl eine Selbstrettung als auch eine Befreiung.

Oder es ist eine sehr klare und kluge strategische Entscheidung. Sechzehn Jahre lang an der Hongkonger Börse lebte Goodbaby in Widerspruch und Qual: Es gab keine Betriebskrisen, die Markenmatrix ist vollständig, die globalen Vertriebskanäle sind stabil, das Forschungssystem ist ausgereift, und die Gewinne sind trotz leichter Schwankungen stabil. Ein solches Unternehmen muss trotzdem die „Prüfung“ des Marktes ertragen, von dem Zyklus geschlagen werden, vom Kapital hin- und hergeschoben werden und das Etikett tragen, dass Aktionäre in seinen Aktien gefangen sind.

Auch die Aktionäre litten. Mit dem geplanten Übernahmeangebot für die öffentlichen Aktien im Wert von bis zu 1,322 Milliarden Hongkong-Dollar und einem Aufschlag von 39 % hilft Song Zhenghuan den in den Aktien gefangenen Aktionären. Nach dem Verlassen des Kapitalmarktes „muss Goodbaby nicht mehr auf die Launen der Aktionäre achten und kann endlich für sich selbst leben.“

Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Offiziellen Konto „Investor“, Autor: Yun Fan, veröffentlicht mit Genehmigung von 36Kr.