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Wie drei Inder mit KI eine 400 Millionen US-Dollar wertvolle Content-Fabrik aufgebaut haben

36氪的朋友们2026-09-24 20:48
Die indische Audioplattform Pocket FM erzielt Gewinne mit KI- und UGC-Inhalten und setzt auf die Zukunft von UGC.

Mit Unterstützung der KI-Technologie generiert diese beliebte Plattform für kurze Hörspielserien monatlich 200.000 Stunden nutzergenerierter Inhalte. Daraus sind so viele erfolgreiche Hits entstanden, dass die Plattform überzeugt ist, dass dies die Zukunft der Unterhaltungsindustrie darstellt.

In einer dystopischen Welt, die von außerirdischen Kriegen verwüstet wurde, entdeckt ein Junge, der in der Schule gemobbt wird, ein altes Buch, das von seinen Eltern hinterlassen wurde, die er nie kennengelernt hat. Schließlich verwandelt ihn dieses Buch in einen Vampir. Das ist nur der Inhalt der ersten 10 Minuten von *Mein Vampir-System* (My Vampire System). Diese Serie ist die beliebteste Hörspielproduktion auf Pocket FM und wurde seit ihrer Premiere vor vier Jahren mehr als 1,5 Milliarden Mal abgespielt. Die Geschichte umfasst weitere 4192 Episoden mit knapper Handlung und anhaltender Spannung. Wenn Sie sie vollständig anhören möchten, müssen Sie bereit sein, dafür zu bezahlen.

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Das Audio-Unternehmen Pocket mit Hauptsitz in Indien erzielt seine Einnahmen fast ausschließlich durch Mikrotransaktionen.

Nutzer können täglich 30 Minuten lang kostenlos zuhören, danach müssen sie pro Episode bezahlen. Theoretisch können Nutzer die gesamte Serie *Mein Vampir-System* kostenlos anhören, wenn sie ihr tägliches Kontingent vollständig ausschöpfen – allerdings dauert das vier Jahre. Alternativ können sie Pocket-"Münzen" kaufen, um Episoden freizuschalten, wobei der Preis pro Episode von wenigen Cents bis zu über 3 US-Dollar reicht, je nach Paket, Werbeaktion und Beliebtheit der einzelnen Episode. Die Plattform bietet kein Abonnementmodell und keine Option für uneingeschränktes Hören, sodass einige Nutzer Hunderte oder sogar Tausende von Dollar ausgeben, um die gesamte Geschichte zu hören – und genau das tun sie auch. Nach Schätzungen von Forbes liegt der Gesamteinnahmen dieser Serie bereits bei fast 90 Millionen US-Dollar.

Die fesselnden, kurzen und raschen Audioinhalte in Kombination mit dem Geschäftsmodell mit hohen Preisen pro Episode haben Pocket FM und andere Anbieter von kurzen Serien in den letzten Jahren zu einem exponentiellen Wachstum verholfen. 2018 gründeten drei Freunde im Alter von Mitte 20 Jahren Pocket FM in Bengaluru, Indien. Das Unternehmen hat vier Finanzierungsrunden abgeschlossen und insgesamt fast 200 Millionen US-Dollar eingesammelt, mit Investoren wie Tencent und Lightspeed, den führenden Einrichtungen im Technologiebereich. Die Gründer wurden 2022 in die Liste der 30 Under 30 von Forbes Asien aufgenommen. 2024 erreichte das Unternehmen eine Bewertung von 750 Millionen US-Dollar (nach Schätzungen von Forbes hält das Gründerteam insgesamt etwa 15 % bis 20 % der Unternehmensanteile).

Rohan Nayak, Mitbegründer und Geschäftsführer von Pocket Entertainment, erklärte in einem Interview mit Forbes, dass das damalige Wachstum „in Ordnung“ war, aber der 33-jährige Geschäftsführer fand das Wachstumstempo „immer noch zu langsam“. Daraus zog er die Schlussfolgerung, der sich in den letzten Jahren viele Studios für kurze Serien angeschlossen haben: Statt sich auf ein externes Netzwerk von vertraglich gebundenen Drehbuchautoren und Synchronsprechern zu verlassen, ist die Erstellung von Inhalten mit KI effizienter und kostengünstiger. „Ich war damals überzeugt, dass wir, wenn wir uns voll und ganz auf die Entwicklung von KI-Erstellungstools konzentrieren, Inhalte mit beispielloser Geschwindigkeit produzieren und so das Geschäftswachstum vorantreiben können“, sagte Nayak.

Anfang 2025 begann Pocket FM, die Audioproduktion mit KI-Stimmen zu automatisieren, und öffnete allen Nutzern das Tool für intelligente Schreibfeedback – damit war die Schleuse für nutzergenerierte Inhalte geöffnet. Seitdem haben mehr als 550.000 Ersteller Werke auf der Plattform veröffentlicht, angezogen von der Aussicht, durch ihre Kreationen Wohlstand zu erwerben: Die Ersteller erhalten einen Anteil am Umsatz ihrer Werke. Nach Angaben von Nayak haben auf der Plattform bereits mindestens 5 Ersteller Einnahmen von über einer Million US-Dollar erzielt. Allein im August wurden mehr als 200.000 Stunden neuer Inhalte auf die Plattform hochgeladen. Zwar sind in der riesigen Menge an Inhalten viele schlampig produzierte Werke enthalten, aber es sind auch viele potenzielle Erfolgs-Hits entstanden. Nach Angaben von Nayak hat sich die Nutzerbindungsrate der Plattform um 50 % erhöht. Derzeit hat die Plattform mehr als 2,5 Millionen zahlende Nutzer, und die tägliche Nutzungsdauer pro Nutzer beträgt 150 Minuten, was sowohl die Einnahmen aus Mikrotransaktionen als auch die Werbeeinnahmen steigert. Nach Schätzungen von Forbes belief sich der Gesamtumsatz von Pocket FM in den vergangenen 12 Monaten auf etwa 400 Millionen US-Dollar, was mehr als einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon werden etwa 30 % für die Provisionen der App-Stores verwendet, ein kleiner Teil geht als Anteil an die Ersteller.

Nayak sagte: „Früher habe ich immer gedacht, warum es so schwer ist, eine erfolgreiche Serie zu machen. Jetzt kümmere ich mich nicht mehr um die Trefferquote von Erfolgsformaten. Selbst wenn die Trefferquote bei nutzergenerierten Inhalten niedriger ist als bei professionell produzierten Inhalten, kann die absolute Anzahl der Erfolge mehr als das Zehnfache der professionellen Inhalte betragen.“

Für Nayak ist die durch KI gesteigerte Produktionskapazität erst der Anfang. In den kommenden zwei Wochen plant Pocket FM, brandneue KI-Erstellungstools einzuführen, die Ersteller dabei unterstützen, Kernideen zu entwickeln und vollständige Episoden zu schreiben, sodass fast jeder zu dem werden kann, was er als „Architekt“ eigener Serien bezeichnet. Er kann seine Begeisterung kaum verbergen, wenn er an die riesige Menge an neuen Geschichten denkt, die bald online gehen werden.

„Mehr Inhalte sind immer besser“, erklärte Nayak. „Gib mir 100.000 hochwertige Serien, und ich kann einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 5 Milliarden US-Dollar erzielen. Das ist meine Geschäftslogik.“

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Dieser Ansatz zur Erstellung von Erfolgs-Hits entzaubert die Romantik des kreativen Schaffens vollständig, aber in der heutigen Unterhaltungsindustrie neigen Investoren immer dazu, auf IP mit bereits bestehender Nutzerbasis zu setzen, um Risiken zu kontrollieren.

Die großen Akteure in Hollywood betrachten kurze Inhalte ebenfalls als Testfeld für IP: Das in Singapur ansässige Unternehmen DramaBox wurde 2025 in das Disney-Accelerator-Programm Disney Accelerator aufgenommen; Fox Entertainment beteiligte sich im vergangenen Herbst am ukrainischen Unternehmen Holywater; Sony, der zu Paramount gehörende Sender BET und die Firma Versant arbeiten alle an vertikalen kurzen Serien.

Kurz nach der Bekanntgabe der Investition von Fox erklärte Bogdan Nesvit, Mitgeschäftsführer von Holywater, in einem Interview mit Forbes im vergangenen Jahr: „Wir haben eine riesige Menge an Nutzerverhaltensdaten im Minutenbereich gesammelt, die wir unseren Partnern zur Verfügung stellen können. Diese Daten sind für Inhaltsentscheidungen von entscheidender Bedeutung, beispielsweise welche Art von Film als Nächstes entwickelt werden soll. Denn kurze Serien sind im Wesentlichen IP-Inkubatoren.“

Die Einführung von KI-Unterstützung in einzelnen Abschnitten oder sogar fast im gesamten Produktionsprozess bedeutet, dieses Konzept bis zum Äußersten umzusetzen. 2024 lagen die Produktionskosten von Pocket FM für eine Stunde Inhalt bei etwa 2000 US-Dollar, was nur ein Bruchteil der Millionen-Dollar-Kosten ist, die Top-Filme oder -Serien verursachen – sogar niedriger als die Kosten für hochwertige Podcasts oder Hörbücher. Trotzdem verzeichnete das Unternehmen in diesem Jahr einen Betriebsverlust von fast 20 Millionen US-Dollar. Nach Unternehmensangaben sind die Produktionskosten pro Stunde Inhalt auf nur 30 US-Dollar gesunken, nachdem die Verträge mit 200 Drehbuchautoren beendet und vollständig auf das KI-gesteuerte Modell für nutzergenerierte Inhalte umgestellt wurden. Obwohl das Unternehmen weiterhin stark reinvestiert, die Mitarbeiterzahl auf über 850 Personen erweitert und ein Büro in Los Angeles eröffnet hat, erreicht Pocket FM derzeit einen positiven Cashflow und erzielt in diesem Jahr einen Gewinn von etwa 10 Millionen US-Dollar.

Wenn die Zuschauer eine Abneigung gegen diese amateurhaften oder KI-generierten Inhalte haben, spiegelt sich diese Abneigung überhaupt nicht in den Nutzerdaten wider. Brandan Dennehy, der 20 Jahre lang in Hollywood tätig war und 2022 zu Pocket FM kam, um das US-amerikanische Inhaltsgeschäft aufzubauen und zu betreiben, sagte, dass es ihn „die Augen geöffnet“ hat, zu sehen, welche Geschichten wirklich das Publikum erreichen. Tatsächlich waren die Werke umso erfolgreicher, je weniger er die traditionellen Erzählmethoden aus Hollywood auf die Serien anwandte. Daher verlegte sein Team den Fokus darauf, die Hürden für Nutzer beim Anschauen neuer Episoden zu senken und fesselnde Handlungshaken zu schaffen, die man nicht mehr loslassen möchte.

Dennehy verließ Pocket FM 2024 und betreibt derzeit sein eigenes Unternehmen für kurze Serien namens Atomic Drama. Er sagte: „Eine meiner größten Erkenntnisse war – ich möchte die Zuschauer nicht herabsetzen, aber viele Menschen kümmern sich überhaupt nicht darum (ob die Produktionsmethoden professionell sind). Solange die Inhalte direkt zu den Nutzern gelangen und ihre Aufmerksamkeit erregen, werden alle festen Vorstellungen davon, wie Unterhaltung aussehen soll, über Bord geworfen.“

Plattformen für kurze Videoserien sind auf dem chinesischen Markt sehr beliebt, konnten aber bisher kaum in den US-Markt eindringen. Pocket FM unterscheidet sich jedoch von den meisten dieser Plattformen: Rund 80 % der Einnahmen stammen aus den USA, weitere 12 % aus Europa. Westliche Zuschauer mögen anfangs vor dem „Uncanny Valley“-Effekt von KI-generierten Videos zurückschrecken, aber sie akzeptieren KI-generierte Audioinhalte offensichtlich viel besser.

Dennehy enthüllte, dass das Unternehmen 2024 intern darüber diskutierte, vollständig auf das Videogeschäft umzusteigen – schließlich ist das potenzielle Gewinnpotenzial im Videobereich viel größer. Aber die Gründer befürchteten, dass ein so großer strategischer Wandel die Investoren in Panik versetzen würde. Die frühen Projekte mit real gefilmten Videos schnitten schlecht ab, und im Juni dieses Jahres schloss Nayak die Video-App von Pocket, Pocket TV, mit der Begründung, dass die Nutzerbindungsrate niedrig und die Produktionskosten hoch seien.

Nach der Schließung von Pocket FM schrieb Nayak auf LinkedIn: „Wir glauben, dass das derzeitige Modell für kurze Videoserien nicht funktioniert. Ein großer Teil des Wachstums in dieser Kategorie beruht heute auf aggressiven Investitionen in die Nutzergewinnung, manipulativen Design-Tricks und automatischen Verlängerungsabonnements – ein Spiel, an dem wir kein Interesse haben. Wenn Ihr Geschäft nur aufrechterhalten werden kann, indem Sie absichtlich die Hürden für die Kündigung von Abonnements erhöhen, bedeutet das, dass Ihr Produkt keine Produkt-Markt-Passung erreicht hat und Sie nur eine Plattform sind, die von Marketing-Arbitrage profitiert.“

Aber das verlockende Gewinnpotenzial des Videogeschäfts ist letztlich unwiderstehlich. Kurz nach der Schließung von Pocket TV brachte das Unternehmen leise eine neue Video-App namens Pocket Saga auf den Markt. Nach Angaben von Nayak übersteigt der monatliche Umsatz dieser App bereits 1 Million US-Dollar. Er ist der Ansicht, dass die KI-Technologie heute ausgereift genug ist und der IP-Bestand von Pocket tief genug ist, um sich von konkurrierenden Produkten abzuheben. Um die Kosten zu kontrollieren, passt das Unternehmen derzeit nur seine beliebtesten Audioserien in Videos um, aber er ist überzeugt, dass der endgültige Erfolg durch die schiere Menge an Inhalten erreicht wird. „Wir haben jetzt 200.000 Stunden an Inhalten, und es ist ein riesiges Projekt, sie alle in KI-Videos umzuwandeln“, sagte er. „Aber dieser Tag wird kommen.“

Manche mögen denken, dass diese Vision für die Zukunft der Unterhaltungsindustrie fast so düster und absurd ist wie die fiktive Welt in *Mein Vampir-System*, aber Nayak ist davon überzeugt. Er glaubt, dass in naher Zukunft nicht nur Pocket die Plattform sein wird, die das Geschichtenerzählen für die breite Masse zugänglich macht.

„Wird Netflix in Zukunft weiterhin eine Plattform für professionelle Inhalte sein, oder eine Plattform, auf der jeder Filme erstellen kann? Meiner Meinung nach wird es sich dem Modell für nutzergenerierte Inhalte zuwenden“, sagte Nayak. „Wenn ein einzelnes Studio ein IP im Wert von 100 Millionen US-Dollar schaffen kann, stellen Sie sich vor, wie die ganze Welt dann aussehen wird.“

Dieser Artikel wurde übersetzt von: https://www.forbes.com/sites/mattcraig/2026/09/10/inside-pocket-fms-400-million-microdrama-content-farm/

Originaltitel: „Mehr Inhalte sind immer besser“: Ein tiefer Einblick in die 400-Millionen-US-Dollar-Inhaltsfabrik von Pocket FM

Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Offiziellen Konto