Nach dem mutmaßlichen Leak von Gemini 4 Pro erweist sich die sogenannte „KI-Verlangsamung“ erneut als leeres Gerede.
In den vergangenen Monaten haben OpenAI und Anthropic nacheinander ihre Flaggschiffmodelle weiterentwickelt, während Google ungewöhnlich still geblieben ist.
Flash wird fast alle drei Wochen aktualisiert, mit den Versionen 3.6, 3.7 und 3.8 die nacheinander erschienen sind – aber die Pro-Version, die die höchste Leistungsgrenze darstellt, lässt auf sich warten.
Erst in den letzten Tagen tauchte in der großen Modell-Blindtest-Arena plötzlich ein Modell mit dem Namen gemini-3.8-flash auf.
Entwickler merkten sofort etwas Ungewöhnliches: Das echte Gemini 3.8 Flash ist bereits veröffentlicht, und sein Leistungsniveau ist allen bekannt. Aber dieses „3.8 Flash“ zeigte bei Codeerstellung, SVG-Erstellung und Agent-Ausführung deutlich verbesserte Ergebnisse.
Nach mehreren praktischen Tests verbreitete sich schnell eine Vermutung:
Dieses Modell ist höchstwahrscheinlich das nächste Generation-Flaggschiff, das Google hinter der Bezeichnung versteckt – Gemini 4 Pro.
Daraufhin verbreitete sich ein noch auffälligeres Benchmark-Vergleichsbild viral: Bei Codierung, Agent-Aufgaben und Schlüsselfähigkeiten übertraf es GPT-6 Astra und Claude Fable in mehreren Punkten.
Vor wenigen Tagen diskutierten mehrere der wichtigsten KI-Unternehmen noch öffentlich, ob sie das Entwicklungstempo verlangsamen sollten. Jetzt, wo die Stimmen für eine Verlangsamung noch nicht verklungen sind, hat die neue Wettbewerbsrunde bereits rasant begonnen.
Hinter diesem mutmaßlichen „göttlichen Modell“ Gemini 4 Pro verbirgt sich noch ein gefährlicheres Stichwort:
RSI.
Gemini 4 Pro mutmaßlich durchgesickert
Am 2. September veröffentlichte Google offiziell Gemini 3.8 Flash. Laut offizieller Angabe ist dies die neueste Generation von Flash in der Gemini 3-Serie, mit deutlichen Verbesserungen bei Software-Engineering, Agent-Aufgaben und komplexen mehrstufigen Schlussfolgerungen; zwischen 3.7 Flash und 3.8 Flash lagen nur drei Wochen.
Als also in der Arena wieder ein Modell mit dem gleichen Namen gemini-3.8-flash auftauchte, bemerkten Entwickler schnell die Anomalie.
Das echte 3.8 Flash existiert bereits als bekannter Referenzpunkt. Dieses neue Modell ist aber offensichtlich leistungsfähiger, mit Fähigkeiten, die typischerweise nur Pro-Modellen zugeschrieben werden.
Die ersten verbreiteten praktischen Tests konzentrierten sich auf SVG, Webseiten und 3D-Szenen.
Der Entwickler Harshith ließ das Modell eine Seitenansicht einer Hauskatze in SVG zeichnen und verglich die Ergebnisse mit GPT-6 Astra Max und der offiziellen Version von Gemini 3.8 Flash. Die Version aus der Arena zeigte bei Konturen, Proportionen und Detailgenauigkeit einen sichtbaren Unterschied zur offiziellen 3.8 Flash.
Von links nach rechts: „4 Pro“, Astra, 3.8 Flash
Der X-Nutzer @thtbee_ testete dieses mutmaßliche Gemini 4 Pro-Modell aus mehreren Perspektiven nacheinander.
Bei einem Voxel-Stil-Pagoden baute das Modell innerhalb von 8 Minuten eine vollständige interaktive 3D-Szene auf.
Bei einem Airbus H145-Hubschrauber erstellte es in etwa 10 Minuten eine vollständige 3D-Präsentationsseite mit sehr reichen Details. Allerdings gab der Nutzer an, dass die UI-Elemente am unteren Rand der Seite „etwas schlecht aussahen“.
Bei der Webdesign erstellte das Modell in etwa 14 Minuten eine einfarbige Themenwebsite, die insgesamt sehr sauber und vollständig war. Das Designproblem, für das Gemini in der Vergangenheit oft kritisiert wurde, scheint diesmal endlich behoben zu sein.
Ein anderer Nutzer @Mr_Salio nutzte dieses mutmaßliche Gemini 4 Pro-Modell direkt für die Spieleentwicklung. Das fertige Bild läuft flüssig, und der Weltaufbau sowie die Spiellogik sind sehr ausgereift.
Ein weiterer wichtiger Hinweis stammt vom Entwickler Qwinah.
Er behauptet, erfolgreich zum Backend von Gemini 4 Pro „ghost-routed“ zu sein, und veröffentlichte einen Screenshot mit mutmaßlichen internen Terminal-Informationen.
Seinen Angaben zufolge tauchen in der internen Kennung des Modells direkt die Bezeichnungen G4P-ARGON und VIA_3.8_FLASH auf, die maximale Ausgabe erreicht 256K, das Kontextfenster überschreitet 10 Millionen Token, und es verfügt über Fähigkeiten wie dauerhaftes Gedächtnis über mehrere Sitzungen hinweg, Internetzugriff ohne API, automatische Kompilierung und Ausführung von Skripten auf dem Backend sowie sogar Steuerung von physischen Robotern.
Wenn diese Informationen zutreffen, handelt es sich offensichtlich nicht mehr um eine gewöhnliche Flash-Aktualisierung.
Gleichzeitig verbreitete sich eine Benchmark-Vergleichstabelle von Gemini 4 Pro in der Community.
Laut den Daten in der Grafik erreichte Gemini 4 Pro 88,7 % im Software-Engineering-Test DeepSWE v1.1, 95,3 % im Terminal-Agent-Test Terminal-Bench 2.1, 72,1 % im Expertenwissensschluss-Test HLE-Verified und 86,8 % im Computer-Betriebs-Agent-Test OSWorld 2.0.
Noch auffälliger: Bei GDPval-AA v2, das die tatsächliche Wissensarbeit misst, wird ein Wert von 2064 Elo angegeben, der die Marke von 2000 direkt durchbricht.
Wenn diese Daten stimmen, kann Gemini 4 Pro problemlos mit Fable und Astra mithalten und an die Spitze der modernsten Modelle aufsteigen.
Aber je auffälliger die Ergebnisse sind, desto vorsichtiger muss man sein.
Es ist bemerkenswert, dass diese Benchmark-Tabelle nicht vollständig mit dem mutmaßlichen Backend-Screenshot von Qwinah übereinstimmt; die Punktzahl von Astra als Vergleichswert in der Tabelle entspricht auch nicht den offiziellen Daten; beide Materialien haben keine offizielle Bestätigung von Google, Arena oder den relevanten Benchmark-Anbietern und sind bisher nur in der Community verbreitete Informationen.
Das einzige Bestätigbare ist das Modell mit dem Namen gemini-3.8-flash, dessen Leistung überhaupt nicht mit der von Gemini 3.8 Flash übereinstimmt.
Es gibt aber noch einen sehr wichtigen Grund, warum die Vermutung schnell auf Gemini 4 Pro fiel: Die Pro-Modellreihe von Google ist schon viel zu lange ohne neue Veröffentlichung.
Gemini 3.5 Pro wurde noch nicht offiziell veröffentlicht, und Gemini 4 ist bereits seit langem im Training. In den vergangenen Monaten wurde die Flash-Reihe Generation für Generation weiterentwickelt, aber es erschien kein neues Modell in der Pro-Linie, die die maximale Leistungsfähigkeit darstellt.
Plötzlich tauchte dieses „3.8 Flash“ mit auffällig ungewöhnlicher Leistung aus der Arena auf.
Daher wird die Vermutung immer plausibler: Google plante die große Aktualisierung vielleicht gar nicht für 3.5 Pro, sondern hat die Entwicklung direkt bis zu Gemini 4 Pro vorangetrieben.
Hinter Gemini 4 Pro:
Das größere Stichwort ist RSI
Wenn Gemini 4 Pro bisher nur ein Gerücht in der Community ist, ist es noch bemerkenswerter, dass Google das Tempo der KI-Beteiligung an der Modellentwicklung deutlich beschleunigt.
In den aktuellen Gerüchten zu Gemini 4 Pro wird das Stichwort RSI wiederholt erwähnt.