An vorderster Front | Der Freelander 8 ist ab 289.900 Yuan erhältlich, Jaguar Land Rover und Chery beabsichtigen, eine „globale Marke“ neu zu etablieren.
Am 3. September wurde das erste Serienmodell der Marke FREELANDER – der Freelander 8 – offiziell auf den Markt gebracht.
Der Neupreis beginnt nach Abzug der Neukundenrabatte bei 289.900 Yuan, wobei die Version mit fünf großen Sitzen zwischen 289.900 und 369.900 Yuan kostet und die Version mit sechs großen Sitzen zwischen 299.900 und 379.900 Yuan. Insgesamt werden drei Ausstattungsvarianten angeboten: PRO, MAX und MAX+. Die ersten Marktrückmeldungen sind sehr positiv: Innerhalb von 12 Stunden nach der Markteinführung überschritten die festen Bestellungen 5.000 Einheiten, und die 1.000 Exemplare der limitierten Erstauflage sind bereits ausverkauft.
Aufnahme des Freelander 8 vor Ort
Viel bemerkenswerter als der Preis ist die Ausstattungsstrategie des Freelander 8.
Das neue Fahrzeug ist in allen Ausstattungsstufen serienmäßig mit 156 Merkmalen ausgestattet, darunter eine 800V-Hochspannungs-Reichweitenplattform, Allradantrieb mit zwei Motoren, Huawei ADS 5 intelligentes Fahrsystem, der automobiltaugliche Chip Qualcomm Snapdragon 8397 sowie ein Harman-Kardon-Audiosystem mit 23 Lautsprechern. Die Gesamtleistung der beiden Motoren beträgt 610 kW, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 4,6 Sekunden, und die CLTC-Rein-Elektro-Reichweite beträgt 310 Kilometer.
Das bedeutet, dass der Freelander 8 nicht der bei Elektrofahrzeugen üblichen Konfigurationlogik folgt, wonach die Einstiegsversion den Preis niedrig hält und die höher ausgestatteten Versionen die Kernfunktionen bieten. Stattdessen versucht es, mit einer hohen Grundausstattung den Einstiegspreis von fast 300.000 Yuan direkt zum Hauptverkaufspreis zu machen.
Für FREELANDER geht es aber nicht darum, ob die Ausstattung hoch genug ist, sondern darum, wie eine neue Marke, die aus Land Rover hervorgegangen ist und von Chery Jaguar Land Rover betrieben wird, ihre eigenen Produktmerkmale etablieren kann.
Die Antwort liegt zunächst im Konzept „Geländegängigkeit“.
Der Freelander 8 ist mit einem mechanischen Vorderachssperrdifferenzial, einem digitalen Energie-Mittelsperrdifferenzial und einem elektronischen Hinterachs-Sperrdifferenzial e-LSD ausgestattet. Die maximale Watttiefe beträgt 900 mm und die maximale Bodenfreiheit 270 mm. Noch wichtiger ist, dass es die traditionell mechanischen Geländefähigkeiten von Land Rover weiter intelligent machen soll: Das gemeinsam mit Huawei abgestimmte intelligente All-Terrain-System i-ATS kann die Straßenverhältnisse scannen und erkennen sowie Antrieb, Federung und Sperrzustände automatisch anpassen.
Genau hier unterscheidet sich der Freelander 8 von der großen Zahl der aktuellen „kastenförmigen“ Elektro-SUVs.
Wen Fei, Global CEO der Marke FREELANDER, fasst dies unter dem Motto „Abenteuer mit Eleganz“ zusammen: Einerseits greift es auf die 78 Jahre angesammelte All-Terrain-Abstimmungstechnologie und die globale Datenbank von Land Rover zurück, andererseits integriert es Lieferanten wie Huawei, ZF und Qualcomm, um traditionelle mechanische Fähigkeiten mit Intelligenz zu verbinden. Das Ziel ist nicht nur, erfahrene Geländefahrer zu bedienen, sondern die Nutzungshürden für das Geländefahren zu senken.
Mit anderen Worten: FREELANDER hat sich nicht dafür entschieden, das wichtigste Markenvermögen von Land Rover im Zeitalter der Elektromobilität aufzugeben, sondern versucht, es durch Elektrifizierung und Intelligenz neu zu interpretieren.
Dahinter verbirgt sich auch eine größere strategische Planung von Chery Jaguar Land Rover für FREELANDER – es handelt sich nicht um ein Sondermodell ausschließlich für den chinesischen Markt, sondern von Anfang an um ein globales Markenprojekt.
Wen Fei erklärte, dass der Freelander 8 als globales Fahrzeug entwickelt wurde und die Zertifizierungen für neun der wichtigsten globalen Sicherheitsvorschriften erfüllen muss. Um in mehr als 100 Länder und Märkte weltweit einzutreten, hat das Entwicklungsteam mehr als 1.000 Testfahrzeuge eingesetzt, um Prüfungen in verschiedenen Regionen wie Nordeuropa, Westeuropa und Südamerika durchzuführen. Die aus den globalen Tests gewonnenen Daten werden anschließend für die Weiterentwicklung der Produkte im Inland verwendet.
Damit ist FREELANDER zu einem ziemlich besonderen Beispiel in der heutigen chinesischen Joint-Venture-Automobilindustrie geworden: Es handelt sich weder um das traditionelle Konzept „ausländische Marke + chinesische Fertigung“ noch um eine einfache Ausfuhr chinesischer Elektrofahrzeugtechnologie. Stattdessen versucht es, das angesammelte Markenvermögen, das Design und die Geländefähigkeiten von Land Rover mit der ausgereiften chinesischen Lieferkette für Elektromobilität und intelligente Fahrfunktionen neu zu kombinieren.
Zumindest mit dem Freelander 8 will Chery Jaguar Land Rover eines beweisen: Der Wert von Joint Venture 3.0 liegt darin, die chinesische Automobilindustrie-Lieferkette zu nutzen, um eine neue Marke zu schaffen, die global erfolgreich sein kann.
Trotzdem hat Wen Fei dieser Ambition klare realistische Grenzen gesetzt. Derzeit wird FREELANDER noch vom Joint Venture Chery Jaguar Land Rover betrieben, bei dem beide Seiten 50 % der Anteile halten. Derzeit bestehen keine Voraussetzungen für einen unabhängigen Börsengang. Im Gegensatz zu Kapitalgeschichten sei die wichtigste Aufgabe derzeit, zuerst Produkte, Auslieferungen, Reputation und Markenidentität zu optimieren, damit das Joint Venture einen gesunden Betrieb erreichen kann.