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Er hat Tesla gerettet, und dann hat Tesla ihn zerstört.

36氪领读2026-09-02 07:30
Ein ehemaliger Tesla-Mitarbeiter enthüllt die schmutzigen Geheimnisse des Unternehmens und veröffentlichte das Buch mit dem Titel „Tesla-Interna“.

Eine anonyme Nachricht öffnet einen Riss im Imperium

Am 4. November 2022, einem gewöhnlichen Freitag.

Auf dem Desktop des Computers von Sönke Iwersen, einem investigativen Journalisten der *Handelsblatt*, tauchte eine Anrufanfrage von Microsoft Teams auf. Der Anrufer war ein Kollege, der in Tokio stationiert war und seit Monaten keinen Kontakt mehr zu ihm hatte.

»Ein Fremder hat mich angerufen und gesagt, dass er bei Tesla in Norwegen arbeitet und vor schwerwiegenden Problemen im Unternehmen warnt. Möchtest du mit ihm sprechen?«

Sönke war natürlich bereit dazu.

Der Fremde war äußerst vorsichtig. Keine Anrufe, keine E-Mails, nur eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikationssoftware namens Signal. Kein Name, nur eine ID.

Zwölf Minuten später vibrierte Sönkes Handy.

»Hallo, ich habe deine ID von Martin bekommen. Habe ich die richtige Person erreicht?«

»Ja, das bin ich.«

Zehn Minuten später schickte die Gegenseite das erste Dokument.

»Das ist die Datentabelle der entlassenen Mitarbeiter.«

Dann das zweite, das dritte. Eines davon war eine Excel-Datei mit über 30 Megabyte. Sönke hatte noch nie eine so große Tabelle gesehen. Er entpackte sie und öffnete sie –

Zeile 72999.

Die Namen, Eintrittstermine, Firmen-E-Mails, Privatadressen, Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern von mehr als 70.000 Tesla-Mitarbeitern … alles war auf einen Blick ersichtlich.

»Können alle Personen auf diese Dateien zugreifen?« fragte Sönke.

»Ja«, antwortete die Gegenseite, »jeder kann sie durchsuchen. Ich habe einen vertrauenswürdigen Kollegen gebeten, es zu testen, und er konnte auch darauf zugreifen.«

Sönke lehnte sich in seinem Stuhl zurück und hatte nur einen Gedanken im Kopf: Wenn das stimmt, wird dies eine Geschichte sein, die den Mythos von Tesla umschreibt.

Aber er wusste damals noch nicht, dass der Absender dieser anonymen Nachricht einst der rettende Held von Tesla war.

2019 löschte er das Feuer mit bloßen Händen, und Musk dankte ihm persönlich

Die Zeit zurückspringen zum Frühling 2019. Auf einer Automesse in Lillestrøm, Norwegen.

Ein brandneues Tesla Model 3 fing plötzlich Feuer. Die Flammen schossen aus dem Motorraum, während nur wenige Meter entfernt ahnungslose Besucher standen. Sobald das Feuer sich auf die Lithiumbatterien unter dem Fahrzeug ausbreitete, wären die Folgen unvorstellbar gewesen – Wasser hätte Wasserstoff freisetzen und eine Explosion auslösen können.

Ein Techniker in Arbeitskleidung stürzte nach vorne.

Er hatte keinen Feuerlöscher, keine Schutzausrüstung. Er streckte einfach die Hand in den glühenden Motorraum, umwickelte seine Finger mit dem Ärmel seines Hemdes und riss das brennende Leistungsverstärkergerät heraus.

Er hieß Lucas Krupski. Seine Finger erlitten schwere Verbrennungen, aber die Katastrophe wurde verhindert.

Zwei Tage später erhielt er eine E-Mail von Elon Musk:

»Danke dir und herzlichen Glückwunsch zur Abwendung der Krise!«

Lucas antwortete: »Ich habe nur das Richtige getan.«

In diesem Moment glaubte er, endlich in das Unternehmen seiner Träume eingetreten zu sein. Er nannte sich selbst »Anhänger von Musk« und glaubte, dass Tesla die Welt verändert und er dabei hilft, dieses Unternehmen besser zu machen.

Aber er hätte nie gedacht, dass dieser »Verdienst« der Anfang seines Albtraums werden würde.

Je mehr Probleme er entdeckte, desto weiter entfernte sich das Unternehmen von ihm

Lucas war ein sehr gewissenhafter Mensch.

Er sah überall Risiken: Zu wenige Feuerlöscher, Mitarbeiter, die sicherheitsrelevante Teile ohne Genehmigung umbauten, Fahrzeuge, die zu dicht geparkt waren, sodass Funken von Schleifarbeiten jederzeit auf ein anderes Fahrzeug überspringen konnten.

Er meldete es den Managern, aber niemand kümmerte sich darum. Also schrieb er direkt eine zweite E-Mail an Musk.

Musk antwortete: »Gut, sag mir Bescheid, wenn es noch Dinge gibt, die wir tun sollten.«

Lucas glaubte, dass seine Stimme gehört worden war. Aber sein Vorgesetzter erfuhr bald von dieser Angelegenheit und fragte ihn scharf: »Für wen hältst du dich?«

Was danach folgte, glich einem Thriller, der langsam außer Kontrolle gerät.

Sein Arbeitscomputer begann ungewöhnlich langsam zu laufen. Er drückte Strg+Alt+Entf und stellte fest, dass ein Programm namens Code42 mehr als die Hälfte der Prozessorleistung verbrauchte – das war die Spionagesoftware des Unternehmens, die speziell zur Überwachung von »internen Bedrohungen« eingesetzt wurde.

Er wurde von seinem ursprünglichen Arbeitsplatz versetzt, in den Keller des Verteilzentrums geschickt und durfte nicht mehr mit seinen ehemaligen Kollegen kommunizieren. Die Leitung schickte ihm eine offizielle Verwarnung und warf ihm vor, »zu viel Zeit damit zu verbringen, zu überprüfen, ob die Dinge richtig sind«.

Die Kollegen fingen an, ihn zu meiden. Einige sagten, er sei »unkooperativ« und »nicht vertrauenswürdig«. Jemand flüsterte ihm zu: »Du bist markiert.«

Im September 2020 fiel Lucas bei der Arbeit in Ohnmacht und wurde in die Notaufnahme eingeliefert.

Er nahm Krankurlaub und begann dann eine Psychotherapie.

Als er keine Gerechtigkeit finden konnte, wählte er den letzten Ausweg

Lucas gab nicht auf. Er kündigte seinen Job, weigerte sich aber, wegzugehen.

Er begann nachts den Laptop zu öffnen, den Tesla schon unzählige Male überwacht hatte, sich im IT-System des Unternehmens anzumelden und zu suchen. Er stellte zu seinem Erstaunen fest, dass er alle Dateien öffnen konnte, die als »vertraulich« oder »streng vertraulich« markiert waren.

Die Sozialversicherungsnummern von 70.000 Mitarbeitern weltweit. Verträge von Lieferanten. Ausgabenrechnungen der persönlichen Leibwächter von Musk. Geheime Ermittlungsanordnungen der österreichischen Staatsanwaltschaft gegen flüchtige Führungskräfte von Wirecard.

Er fand sogar einen internen Bericht über Fehler im autonomen Fahrsystem – mehr als 2400 Fälle von unbeabsichtigtem Beschleunigen, mehr als 1500 Fälle von Phantombremsungen und Hunderte von tödlichen Kollisionen. Die Technologie von Tesla war bei weitem nicht so sicher, wie Musk sie angepriesen hatte.

Lucas zögerte nicht. Er kopierte diese Daten Stück für Stück. Das war kein Hackerangriff – er nutzte nur die Zugriffsrechte eines Servicetechnikers, um Dateien zu öffnen, die ihm eigentlich nicht zugänglich sein sollten.

Dann kontaktierte er die Aufsichtsbehörden. Die US-Börsenaufsicht SEC, die norwegische Datenschutzbehörde, den deutschen Bundesbeauftragten für den Datenschutz … er schrieb einen Hinweis nach dem anderen.

Alles verhallte ohne Echo.

Niemand antwortete ihm.

Bis er den Journalisten Sönke Iwersen von der *Handelsblatt* fand.

19 GB Daten, ein Krieg gegen einen Giganten

Im Dezember 2022 flog Sönke nach Drammen in Norwegen.

An dem Tag schneite es. Lucas holte ihn mit einem großen Land Rover ab. In einem Restaurant sagte Lucas endlich das Wort, das er jahrelang in seinem Herzen verborgen hatte:

»Musk hat viele Menschen verletzt, sie ausgebeutet und betrogen. Er bringt gefährliche Software und Hardware auf die Straßen. 2019 habe ich das Feuer gelöscht und sein Geschäft gerettet, und als Gegenleistung hat er mein Leben zerstört.«

Einige Stunden später saßen sie in der Lobby eines Hotels. Lucas' Freund – der griechische Techniker, der noch bei Tesla arbeitete – öffnete den Laptop und meldete sich im Jira-System an.

Sönke tippte beiläufig ein Wort ein: »Staatsanwaltschaft«.

Auf dem Bildschirm tauchte eine Datei auf. Sie stammte von der Wiener Staatsanwaltschaft und forderte Tesla auf, die GPS-Daten des Fahrzeugs eines österreichischen Abgeordneten zur Verfügung zu stellen – der Abgeordnete wurde verdächtigt, dem flüchtigen ehemaligen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek geholfen zu haben.

Ein Techniker der niedrigsten Ebene konnte vertrauliche Informationen dieser Stufe mühelos durchsuchen.

Sönke schrieb später: »Ich konnte meinen Augen kaum trauen.«

An diesem Abend reichte Lucas ihm eine Festplatte.

»Welche Daten willst du?«

Sönke sagte: »Alle deine Daten.«

19 GB. Das entspricht der Kapazität eines langen Dokumentarfilms.

Der Preis des Helden: Razzien, Isolation und Diffamierung

Lucas' Identität wurde bald aufgedeckt.

Am 1. Juni 2023 klopften norwegische Polizisten mit einem Durchsuchungsbefehl an seine Tür. Fünf Personen durchsuchten seine Zwei-Zimmer-Wohnung und nahmen alle seine Handys, Computer und Speichergeräte mit.

Er saß auf dem Bett und war völlig betäubt. Er hatte nur einen Gedanken im Kopf:

Wie zum Teufel bin ich in diesen Kampf gegen Elon Musk geraten?

Tesla hörte nicht auf. Sein Team für Sicherheitsermittlungen – bestehend aus ehemaligen CIA-Beamten und digitalen Forensikexperten – stufte Lucas als »Fall 23-0081« ein und klassifizierte ihn als »Medienleck«. Sie verfolgten jeden seiner Zugriffsprotokolle und sperrten seine Konten.

Lucas wurde völlig isoliert. Der griechische Kollege, der ihm bei der Beschaffung der Daten geholfen hatte, brach den Kontakt ab. Sein Anwalt zog sich in einem kritischen Moment zurück. Er hatte keinen Job, keine Ersparnisse und lebte allein in einem Land, das nicht sein Heimatland war.

Tesla stellte ihn in den Medien als »unzufriedenen ehemaligen Mitarbeiter« dar und deutete an, dass er das Unternehmen erpresst und Vermögenswerte gestohlen habe.

Aber er löschte diese Daten nicht.

Er hat Musk nicht gestürzt, aber er hat drei Dinge erreicht

Gegenüber dem reichsten Mann der Welt – einem Handelsimperium, das Spitzenanwaltsteams mobilisieren, Aufsichtsbehörden durchdringen und sogar Polizisten zum Durchbruch schicken kann – hatte Lucas keine Mittel, keinen Hintergrund und keine Verbündeten.

Er konnte Musk nicht stürzen. Niemand kann einen Menschen »stürzen«, der über ein Vermögen von mehreren hundert Milliarden Dollar verfügt und bald ins Weiße Haus einziehen wird.

Aber er hat Dinge erreicht, die viele Menschen nicht schaffen:

Er wurde nicht zerschlagen, nicht zum Schweigen gebracht und nicht ins Gefängnis gesteckt.

Er gewann das Urteil des Gerichts und bewahrte sein Leben.

Und – er hat Dutzende von Aufsichtsbehörden dazu gebracht, Ermittlungen einzuleiten.

Er zwang Tesla, seine internen Datenschutzrichtlinien zu überarbeiten.

Er ließ Millionen Leser auf der ganzen Welt die Dateien sehen, die für immer in der schwarzen Kiste verborgen bleiben sollten.

Wie hat er das geschafft?

Diese Geschichte ist der Ausgangspunkt von *Tesla Inside*

Dieses Buch ist keine Biografie von Lucas allein.

Es ist die Wahrheit, die zwei investigative Journalisten der deutschen *Handelsblatt* – Sönke Iwersen und Michael Verfürden – fast zwei Jahre lang, auf drei Kontinenten und mit Interviews mit Hunderten von Personen Stück für Stück aus den 19 GB Daten ausgegraben haben, die Lucas ihnen übergeben hat.

Es enthüllt:

Der Datenschutz bei Tesla ist nicht mehr als eine leere Hülle, die Privatsphäre von hunderttausend Menschen verbreitet sich frei wie öffentliche Dokumente;

Die Berge von tödlichen Fehlerberichten hinter dem autonomen Fahrsystem und das Versprechen, das Musk seit zehn Jahren nie eingelöst hat;

Wie eine Unternehmenskultur, die »extrem hart« als Glauben betrachtet, die Mitarbeiter zerbricht, überwacht und dann verstoßt;

Und wie Lucas Krupski – ein gewöhnlicher polnischer Einwanderer, der niedrigste Techniker in der norwegischen Fabrik – mit seinem mutigen Herzen einen Riss in das riesige Monster gerissen hat.

Lucas hat Musk nicht gestürzt.

Aber er hat eines bewiesen: Ein gewöhnlicher Mensch kann, wenn er die richtigen Methoden anwendet und willensstark ist, Licht hereinlassen.

Und dieses Licht ist das Buch, das du jetzt in den Händen hältst.

Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Offiziellen Konto „Verkauf und Management Plus“ und wird von 36Kr mit Genehmigung veröffentlicht.