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Warum hat die einst hitzig debattierte Gentechnik in den letzten Jahren plötzlich an Fahrt aufgenommen?

正解局2026-08-13 12:52
Gentechnik, China meint es endlich ernst.

In letzter Zeit gab es einige wenig beachtete öffentliche Meldungen zu gentechnisch veränderten Organismen.

In Henan, einer Provinz mit hoher landwirtschaftlicher Ertragskapazität, führen Experten Schulungen für örtliche Landwirte zum Anbau von gentechnisch verändertem Mais durch.

Noch früher, im Mai, wurde berichtet, dass 74 Sorten von gentechnisch verändertem Mais und Sojabohnen die erste Prüfung der nationalen Sortenzulassung bestehen sollen.

Tatsächlich haben im vergangenen Jahr bereits 96 Sorten von gentechnisch verändertem Mais und 2 Sorten von gentechnisch veränderten Sojabohnen die nationale Sortenzulassung erhalten.

Statistiken zufolge hat China von 2023 bis 2025 insgesamt die Zulassung für 160 Sorten von gentechnisch verändertem Mais und 19 Sorten von gentechnisch veränderten Sojabohnen erteilt.

Vor mehr als zehn Jahren, im Juni 2013.

Damals erteilte das Landwirtschaftsministerium Sicherheitszertifikate für den Import von drei Sorten gentechnisch veränderter Sojabohnen. Sobald die Nachricht veröffentlicht wurde, entbrannte eine heftige öffentliche Debatte.

In den letzten Jahren scheint sich die Entwicklung der Gentechnik in der Landwirtschaft zu beschleunigen?

Heute beantworten wir genau diese Frage.

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Ein sensibles Thema

Kalamität durch Baumwollkapselkäfer

Tatsächlich hat die Forschung zu gentechnisch veränderten Organismen in China schon sehr früh begonnen.

1992 brachen in den beiden großen Baumwollanbaugebieten, dem Huang-Huai-Hai-Becken und dem Yangtze-Becken, nacheinander Katastrophen durch Baumwollkapselkäfer aus.

Die Dauer der Katastrophe und das Ausmaß der betroffenen Gebiete waren beispiellos.

Baumwollbauern beschrieben die Schädlinge so: „Sie fressen alles, außer Strommasten.“

In jenem Jahr sank der Ertrag von entkörnter Baumwolle (den Baumwollfasern nach Entfernung der Samen) in Hebei, einer großen Baumwollprovinz, auf einen Bruchteil des ursprünglichen Werts, und die direkten landesweiten Verluste beliefen sich auf fast 10 Milliarden Yuan.

Vor allem halfen selbst der ständige Wechsel verschiedener Pestizide nichts gegen die Schädlinge.

Die Katastrophe erschütterte das ganze Land.

Tatsächlich hatte der Staat bereits im Jahr davor die Forschung zur Züchtung von insektenresistenten Baumwollsorten mittels Gentechnik gestartet.

Bei der herkömmlichen Züchtung werden zwei Sorten gekreuzt, und man wartet darauf, dass zufällig gute Eigenschaften bei den Nachkommen auftauchen – das ist wie das Öffnen von Überraschungspaketen.

Bei der gentechnischen Züchtung insektenresistenter Baumwolle hingegen wird direkt das „nützliche Genfragment“ (z. B. das Bt-Gen aus Bacillus thuringiensis) identifiziert und präzise in das Genom der Baumwollpflanze eingefügt. Das Ziel ist klar und der Vorgang ist nachverfolgbar.

Aufgrund des Schädlingsbefalls von 1992 wurde dieses Forschungsprojekt in die erste Gruppe von geplanten Projekten im Biologiebereich des nationalen 863-Programms aufgenommen.

Man muss wissen, dass das 863-Programm mit vollem Namen „Nationales Hochtechnologie-Forschungs- und Entwicklungsprogramm“ heißt. Es wurde im März 1986 auf Anweisung von Deng Xiaoping gestartet, um die Spitzenforschung in sieben Bereichen wie Biotechnologie, Raumfahrt und Informationstechnologie in China gezielt zu fördern. Es war das hochrangigste wissenschaftlich-technische Schlüsselprojekt Chinas zu jener Zeit.

Nationales Hochtechnologie-Forschungs- und Entwicklungsprogramm (863-Programm)

1994 wurde das Projekt weiter aufgewertet und zu einem der sechs Großprojekte im Biologiebereich des 863-Programms.

Wie ist das Ergebnis ausgefallen?

Bis 2020 betrug die Anbaufläche von gentechnisch veränderter Baumwolle in China etwa 3 Millionen Hektar, was fast 95 % der gesamten Baumwollanbaufläche des Landes entspricht.

Die Schäden durch den Baumwollkapselkäfer sind praktisch verschwunden, und der Einsatz von Pestiziden ist um mehr als 70 % gesunken.

Aber Baumwolle wird ja nicht zum Verzehr angebaut, daher konnte die Öffentlichkeit die Verbreitung gentechnisch veränderter Baumwolle noch akzeptieren.

Sobald es aber um landwirtschaftliche Produkte geht, die in den menschlichen Körper gelangen, machen sich die Menschen besonders viele Sorgen.

2009 wurden die ersten Sicherheitszertifikate für die Produktion und Anwendung von gentechnisch veränderten Nahrungspflanzen erteilt, nämlich für zwei Reissorten und eine Maissorte.

Diese Nachricht löste heftige öffentliche Diskussionen aus, das Thema der Gentechnik in Nahrungsmitteln erlangte enorme Aufmerksamkeit und führte sogar zu zahlreichen Kontroversen.

Der Fokus lag auf der langfristigen Sicherheit von gentechnisch veränderten Hauptnahrungsmitteln, dem Risiko der Genverdriftung und dem Recht der Öffentlichkeit auf Information.

Aus verschiedenen Gründen wurden die Anträge auf Verlängerung der ersten Zertifikate nach Ablauf ihrer fünfjährigen Gültigkeitsdauer nicht mehr genehmigt.

Die Angelegenheit schien zu einem Ende gekommen zu sein.

Sollte es damit zu Ende sein?

Nein, keineswegs.

Ganz im Gegenteil: Zehn Jahre später wurde die Entwicklung der Gentechnik plötzlich beschleunigt.

Anfang 2020 wurde offiziell eine Liste von Sicherheitszertifikaten für gentechnisch veränderte landwirtschaftliche Organismen genehmigt.

Dazu gehörten die zwei gentechnisch veränderten Maissorten DBN9936 von Beijing Dabeinong und Shuangkang 12-5 von Ruifeng Biotech Hangzhou / der Zhejiang-Universität sowie die gentechnisch veränderte Sojabohnensorte SHZD3201 der Shanghai Jiao Tong Universität.

Das war das erste Mal, dass eine in China entwickelte gentechnisch veränderte Sojabohne ein Sicherheitszertifikat für Produktion und Anwendung erhielt, und das erste Mal nach 10 Jahren, dass eine gentechnisch veränderte Maissorte eine solche Genehmigung erhielt.

Danach wurde das Tempo der offiziellen Genehmigungen immer schneller.

Im Dezember 2023 wurden beispielsweise auf einmal 37 Sorten von gentechnisch verändertem Mais und 14 Sorten von gentechnisch veränderten Sojabohnen zugelassen.

Das war das erste Mal, dass China eine große Anzahl kommerzieller Sorten von gentechnisch veränderten Hauptnahrungspflanzen genehmigte.

Zehn Monate später wurden die zweiten 27 Sorten von gentechnisch verändertem Mais und 3 Sorten von gentechnisch veränderten Sojabohnen zugelassen.

Diese Zahl wäre vor zehn Jahren undenkbar gewesen.

Warum hat sich diese beschleunigte Veränderung ergeben?

Welche tiefere Bedeutung steckt dahinter?

Bevor wir diese Fragen beantworten, müssen wir uns zuerst dem grundlegenden Problem stellen, das einst die gesamte Gesellschaft spaltete.

Ist die Gentechnik in der Landwirtschaft überhaupt problematisch?

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Ist gentechnisch veränderte Nahrung sicher?

Weltweit sind gentechnisch veränderte Pflanzen bereits bei vielen Kulturpflanzen weit verbreitet.

Oben: Kurven der Akzeptanzrate verschiedener gentechnisch veränderter Pflanzen in Brasilien Unten: Weltweite Verbreitungsrate der Gentechnik bei verschiedenen Kulturpflanzen im Jahr 2024

Und viele Menschen wissen das vielleicht nicht.

Die überwiegende Mehrheit der Chinesen hat eigentlich schon seit 20 bis 30 Jahren Kontakt mit gentechnisch veränderten Sojabohnen.

Bekanntlich ist China der größte Sojabohnenimporteur der Welt.

Daten der Generalverwaltung des Zolls zeigen, dass China 2024 ganze 105 Millionen Tonnen Sojabohnen importiert hat.

Länder wie Brasilien, die Vereinigten Staaten, Argentinien und Kanada sind die Hauptlieferanten für Chinas Sojabohnenimporte.

Die Verwendung dieser importierten gentechnisch veränderten Sojabohnen ist gesetzlich streng geregelt: Sie dürfen nur als Verarbeitungsrohstoff verwendet werden.

Wenn wir sie also nicht vermeiden können: Ist die Gentechnik aus wissenschaftlicher Sicht eigentlich sicher?

Zuerst einmal lautet die Position der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Bisher haben alle gentechnisch veränderten Lebensmittel, die legal auf dem internationalen Markt verkauft werden, eine Sicherheitsbewertung durchlaufen und stellen kein Risiko für die menschliche Gesundheit dar.

Dieser Satz steht seit langem ganz oben auf der Themenseite der WHO zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln.

Die Europäische Kommission erklärte in ihrem Bericht von 2010:

In den vergangenen 25 Jahren wurden mehr als 130 unabhängige Forschungsprojekte gefördert, die zu dem Schluss kamen: Die Gentechnik ist nicht risikoreicher als herkömmliche Züchtungstechniken.

Auch die offiziellen Websites der zuständigen chinesischen Behörden (Stand 2025) betonen:

Aus praktischer Sicht: Seit dem Beginn des kommerziellen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen im Jahr 1996 wurden weltweit insgesamt mehr als 50 Milliarden Mu (ca. 3,3 Milliarden Hektar) gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Milliarden Menschen in mehr als 70 Ländern und Regionen konsumieren gentechnisch veränderte Produkte, und es ist kein einziger wissenschaftlich nachgewiesener Sicherheitsvorfall aufgetreten.

Ein gentechnisch verändertes Produkt, das nach bestandener Sicherheitsbewertung auf den Markt kommt, ist also genauso sicher wie ein herkömmliches Produkt.

Hier gibt es einen interessanten Vergleich.

Ablauf der Weltraumzüchtung

Die Weltraumzüchtung (Strahlungszüchtung) ist ebenfalls eine Form der genetischen Züchtung, und wird oft als „hochtechnologisch“ und „sehr sicher“ empfunden.

Tatsächlich verändert die Weltraumzüchtung das Erbgut aber noch drastischer und zufälliger.

Weltraumstrahlung durchbricht die DNA der Samen und führt zu Mutationen, deren Ergebnis unvorhersehbar ist – es kann sowohl zu Verbesserungen als auch zu Verschlechterungen kommen, danach ist eine aufwändige Auswahl erforderlich.

Im Vergleich dazu schneidet die Gentechnik ein genau definiertes Genfragment mit bekannter Funktion präzise in das Erbgut ein: Das Ziel ist klar, der Vorgang ist nachverfolgbar und vorhersehbar.

Übrigens gibt es in China sehr strenge Genehmigungsverfahren für den Import gentechnisch veränderter Sojabohnen, und bei der Einfuhr wird auch überprüft, ob die Ware mit den mitgelieferten Zertifikaten übereinstimmt.

Von Oktober 2013 bis Anfang 2014 hat der chinesische Zoll mehr als eine Million Tonnen aus den USA importierten Mais zurückgeschickt, weil das gentechnische Merkmal MIR162 nachgewiesen wurde, das keine Genehmigung des chinesischen Landwirtschaftsministeriums hatte.

Das erregte damals breite Aufmerksamkeit in der internationalen Gemeinschaft.

Der Mais der Sorte MIR162 wurde von dem Schweizer Unternehmen Syngenta entwickelt, er ist resistent gegen Schmetterlingslarven. Er wurde bereits in den USA, Kanada, Japan, Brasilien und anderen Orten zugelassen, und befand sich zu jener Zeit gerade im Genehmigungsverfahren in China.

Aber ohne Genehmigung ist keine Einfuhr erlaubt.

Das macht im Grunde eines deutlich:

Vielleicht geht es neben der Gentechnik selbst vor allem um die Kontrolle und das Mitspracherecht hinter der Technologie.

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