Elite-Unternehmer vs. Grassroots-Unternehmer: Zwei Lebensweisen, zwei Schicksale
Ich bin seit Jahren im Venture-Capital-Umfeld tätig und habe unzählige völlig unterschiedliche Unternehmer kennengelernt.
Auf der einen Seite stehen die elitären Unternehmer mit Abschlüssen von Spitzenuniversitäten, gewandter Kommunikation und Zugang zu hochwertigen Ressourcen;
auf der anderen Seite die bodenständigen Unternehmer, die aus dem Nichts aufgebaut haben, mutig und kämpferisch sind und eine enorme Umsetzungsstärke besitzen.
Ist es für elitäre Unternehmer leichter, erfolgreich zu sein, oder überleben die bodenständigen Unternehmer besser?
Eigentlich gibt es keine absoluten Vor- oder Nachteile – es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Geschäftslogiken und Überlebensmodelle, die zwangsläufig zu ganz verschiedenen Wegen und Ergebnissen im Unternehmertum führen.
Anhand der realen Erfahrungen von Gründern, mit denen Mark zusammengearbeitet hat, analysieren wir heute die grundlegenden Unterschiede zwischen elitären und bodenständigen Unternehmern. Dies ist meine persönliche Ansicht, rein zum Austausch – falls etwas nicht korrekt sein sollte, bitte ich um Verständnis.
I. Unterschiedlicher Ausgangspunkt: Eliten starten mit Ressourcen, Bodenständige brechen mit Tatkraft durch
Die Grundlage elitärer Unternehmer ist niemals nur Fleiß, sondern der anfängliche Vorteil durch ihr Umfeld und ihr Wissensvorsprung.
Diese Gründer verfügen meist über einen hohen Bildungsstand, Abschlüsse von Spitzenuniversitäten, Berufserfahrung in großen Unternehmen und Auslandserfahrung sind für sie normal. Schon während ihrer Studienzeit und in der frühen Berufsphase bewegen sie sich in hochwertigen Geschäftskreisen und treffen auf Investoren, Branchenführer und erfahrene Fachkräfte.
Diese Herkunft und dieser Lebenslauf verschaffen ihnen den entscheidenden Vorteil für das Unternehmertum: Die Finanzierung verläuft von Natur aus reibungslos, der Start ist bereits mit Glaubwürdigkeit verbunden.
Für Investoren im Primärmarkt bedeutet die Investition in Projekte im Wesentlichen die Investition in Menschen. Ein makelloser Lebenslauf, systematisches Geschäftsverständnis und ein durchdachtes Konzept für die Teamführung schaffen bei Investoren von Natur aus Vertrauen. Wenn sie ein Unternehmen gründen, müssen sie sich nicht von Grund auf beweisen, noch müssen sie dem Markt wiederholt die Machbarkeit nachweisen – mit einem Lebenslauf und einer standardisierten Geschäftslogik können sie problemlos auf Kapital der Angel-Runde und der Pre-A-Runde zugreifen.
Ihr Unternehmertum zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit vorhandenen Ressourcen ein Geschäftsfeld suchen und mit Kapital das Wachstum vorantreiben – der Start ist respektabel, der Weg strukturiert und die Fehlertoleranz sehr hoch.
Bodenständige Unternehmer hingegen haben keinen Glanz durch ihre Bildung, keine Glaubwürdigkeit durch ihr Umfeld und keine vorbereiteten Kontakte – ihre einzige Trumpfkarte sind sie selbst.
Ihr größter Kernvorteil ist die maximale Umsetzungsstärke und ihre unkonventionelle, kraftvolle Herangehensweise.
Wenn elitäre Unternehmer ein Projekt betrachten, führen sie zuerst Marktuntersuchungen durch, analysieren Daten, kalkulieren Risiken aus, verfeinern das Konzept, prüfen die Machbarkeit wiederholt und arbeiten in zahlreichen Meetings an Details;
die Logik bodenständiger Unternehmer ist dagegen einfach: Handeln, sobald man die Idee hat, und währenddessen anpassen.
Sie haben keine Sorgen wegen der Kosten für Fehlversuche, sind nicht an starre Regeln gebunden, kennen keine standardisierten Abläufe, streben nicht nach einem perfekten Konzept – sie folgen nur der Devise: „Zuerst umsetzen“. Während andere noch zögern, abwarten und sich in internen Konflikten verlieren, haben bodenständige Unternehmer bereits den kleinsten geschlossenen Zyklus durchlaufen und ihr erstes Ergebnis erzielt.
Diese unkonventionelle Umsetzungsstärke ist die Fähigkeit, die vielen elitären Unternehmer am meisten fehlt. In der Frühphase des Unternehmertums, in Nischenmärkten und in den unteren Marktsegmenten übertreffen die schnelle Umsetzung, die flexible Anpassung und die maximale Effizienz bodenständiger Unternehmer oft die strukturierten Teams der Eliten.
II. Unterschiedliches Modell: Eliten beherrschen das „Vorzeige-Unternehmertum“, Bodenständige vertrauen nur auf „Ergebnisse als Maßstab“
Nach langer Tätigkeit im Venture-Capital-Umfeld habe ich eine schmerzliche Wahrheit erkannt: Viele elitäre Unternehmer gründen Unternehmen, um es dem Kapital zu zeigen; bodenständige Unternehmer gründen, um selbst zu überleben.
Das Unternehmertum vieler elitären Unternehmer hat einen starken vorzeigenden und demonstrativen Charakter.
Sie sind darin versiert, perfekte Geschäftsmodelle aufzubauen, ihre PPTs sind logisch einwandfrei, sie können Geschäftsstrategien überzeugend darstellen und ihr Branchenwissen souverän präsentieren. Sie beherrschen den Kontakt zu Investoren, die Teilnahme an Branchenveranstaltungen und den Aufbau von Markenbekanntheit. Sie legen Wert auf Teamstrukturen, Büroumfeld, Markenauftritt und Branchenruf – alles schreitet nach einem standardisierten Gründungsleitfaden voran.
Aber oft fehlt hinter dem eleganten Auftritt das schlichte Kernprinzip des Geschäfts: Geld zu verdienen.
Sie betreiben Geschäfte, um schöne Zahlen, gute Kapitalgeschichten und Branchenaufmerksamkeit zu erzielen – sie sind bereit, langfristig Geld zu verbrennen, um Größe, Reichweite und Bewertung zu erlangen, warten geduldig darauf, dass Kapital einsteigt, und streben nach langfristigem Wachstum der Unternehmensbewertung – dabei vernachlässigen sie oft das grundlegendste Element eines Unternehmens: den Cashflow.
Um es klar auszudrücken: Viele elitäre Unternehmer sind gut darin, Größe aufzubauen, Geschichten zu erzählen und Bewertungen zu steigern – aber sie sind schlecht darin, Gewinne zu erzielen, Cashflow zu sichern und umzusetzen.
Bodenständige Unternehmer hingegen sind das genaue Gegenteil: Maximal pragmatisch, ergebnisorientiert und voll und ganz auf Profit ausgerichtet.
In ihrem Verständnis von Unternehmertum gibt es keine komplexen Branchenbegriffe, keine leeren Kapitalgeschichten und keine glänzende Selbstdarstellung – es gibt nur ein einziges Bewertungskriterium: Kann man damit Geld verdienen?
Das Projekt bringt kein Geld? Sofort den Verlust begrenzen und entschlossen aufgeben, keine Zeit verschwenden und nicht daran festhalten;
Das Modell ist profitabel? Sofort voll einsteigen und schnell vervielfältigen, nicht nach Perfektion streben und nicht zögern.
Sie kennen keine ausgefeilte Betriebsführung oder Kapitalisierung – aber sie verstehen das grundlegendste Prinzip des Geschäfts: Das erste Ziel des Unternehmertums ist, zu überleben.
Sie streben nicht nach einem glänzenden Auftreten, nicht nach leeren Branchenruhm und passen sich nicht den Vorlieben des Kapitals an. Solange ein Vorhaben umsetzbar, profitabel und ertragreich ist, arbeiten sie es konsequent aus – selbst wenn es sich um einen kleinen Nischenmarkt handelt, das Modell einfach ist und nicht besonders hochwertig wirkt.
Diese maximale Ergebnisorientierung sorgt dafür, dass bodenständige Unternehmer in Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs, in Branchenkrisen und bei kleinen und mittleren Gründungsvorhaben eine weit höhere Überlebensrate haben als viele glänzende elitäre Unternehmer.
III. Der schicksalhafte Unterschied: Eliten gewinnen bei der Obergrenze, Bodenständige bei der Untergrenze
Nachdem man die Unterschiede zwischen beiden Arten von Unternehmern betrachtet hat, fragen viele: Wer ist eigentlich besser?
Die Antwort ist realistisch: Elitäre Unternehmer bestimmen die Obergrenze der Branche, bodenständige Unternehmer sichern die Untergrenze des Geschäfts.
Der Vorteil elitärer Unternehmer liegt in ihrem extrem hohen Potenzial.
Dank ihrer Bildung, ihres Wissens, des Kapitals und ihres Umfelds können sie in Geschäftsfelder mit hohen Eintrittsbarrieren einsteigen, große Finanzierungssummen aufbringen, Unternehmen in großem Maßstab aufbauen, einen Börsengang anstreben und an die Spitze der Branche gelangen – sie schaffen großen wirtschaftlichen Wert und Brancheneinfluss.
Aber ihre Schwächen sind ebenfalls offensichtlich: Sie haben eine geringe Fehlertoleranz, schwache Umsetzungsstärke und wenig Widerstandsfähigkeit unter Druck. Sobald das Kapital zurückgeht und die Geschichte zerbricht, droht der komplette Zusammenbruch.
Der Vorteil bodenständiger Unternehmer liegt in ihrer extrem starken Überlebensfähigkeit.
Ohne Glanz, ohne Rückzugsmöglichkeit und ohne Abhängigkeiten haben sie eine enorme Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Umsetzungsstärke entwickelt. Sie wählen keine bevorzugten Geschäftsfelder, scheuen keine Mühen und fürchten keine Fehlversuche – sie können kleine Geschäfte ausbauen, mit kleinen Gewinnen überleben und finden unabhängig von der Marktlage immer einen Weg, weiterzumachen.
Aber ihre Schwächen sind ebenfalls deutlich: Ihr Wissen hat eine Obergrenze, ihr Horizont ist begrenzt – es fällt ihnen schwer, aus ihrem Umfeld auszubrechen. Meistens führen sie nur kleine, profitable Geschäfte, können aber kaum große, skalierte und kapitalisierte Unternehmen aufbauen.
IV. Die wahren Spitzenunternehmer vereinen beide Eigenschaften in sich
Die besten Akteure im Venture-Capital-Umfeld sind niemals reine Eliten oder reine bodenständige Unternehmer.
Hervorragende Unternehmer verfügen sowohl über das Wissen, die Denkweise für Kapital und den umfassenden Horizont einer Elite als auch über die Umsetzungsstärke, die Ergebnisorientierung und die unerschütterliche Widerstandsfähigkeit eines bodenständigen Unternehmers.
Weil sie die übergeordneten Prinzipien verstehen, gehen sie keine falschen Wege, verlieren sich nicht in unnötiger Konkurrenz und wissen, wie sie Kapital und ihr Umfeld nutzen;
weil sie die praktische Umsetzung beherrschen, bauen sie keine leeren Hüllen, erzählen keine unrealistischen Geschichten und behalten stets die Untergrenze des Cashflows im Blick.
Elitäre Unternehmer müssen ihren glänzenden Vorzeigecharakter ablegen und mehr pragmatische Ergebnisorientierung entwickeln;
bodenständige Unternehmer müssen die Grenzen ihres Wissens durchbrechen und mehr übergeordnete Planung und langfristiges Denken entwickeln.
Die ultimative Wahrheit des Unternehmertums ist niemals: Mit hoher Bildung ist man automatisch erfolgreich, oder mit starker Umsetzungsstärke wird man zwangsläufig reich.
Vielmehr gilt: Dein Wissen bestimmt deine Höhe, deine Umsetzungsstärke bestimmt dein Überleben – und das umgesetzte Ergebnis bestimmt dein endgültiges Schicksal.
Mit diesen Worten möchte ich alle Unternehmer ermutigen!