DeepSeek entwickelt verdeckt eigene Chips mit Fokus auf Inferenz – Projekt startete vor einem Jahr, Einstellungen laufen unter strenger Geheimhaltung
DeepSeek entwickelt nun eigene Chips!
Ziel: Verringerung der Abhängigkeit von Nvidia.
Laut Informationen von Reuters entwickelt dieses chinesische KI-Unternehmen, das das Silicon Valley mit seinen Modellalgorithmen beeindruckt hat, heimlich einen selbst entwickelten KI-Chip.
Der Chip ist für Inferenzaufgaben und nicht für das Training ausgelegt, das Projekt wurde vor etwa einem Jahr gestartet.
Derzeit befindet sich das Projekt noch in einem frühen Stadium. Aus Quellen geht hervor, dass DeepSeek bereits Gespräche mit Chipdesignunternehmen, Halbleiterherstellern und Speicherlieferanten aufgenommen hat.
Vom Algorithmusunternehmen zum Hardwareakteur
DeepSeek stand schon immer für die ultimative Optimierung von Algorithmen.
Vom R1-Inferenzmodell, das im Januar 2025 weltweit für Aufsehen sorgte, bis zur späteren V4-Serie, die für Huaweis Ascend-Chips angepasst wurde, zeigte dieses Unternehmen stets, dass es mit weniger Rechenleistung mehr erreichen kann.
Doch jetzt steigt es selbst in die Hardwareentwicklung ein.
Laut informierten Quellen hat DeepSeek in den letzten Monaten Chipdesign-Ingenieure eingestellt, wobei der Einstellungsprozess äußerst diskret ablief – es wurden keine Stellenangebote auf öffentlichen Einstellungsplattformen veröffentlicht.
Dass Modellunternehmen eigene Chips entwickeln, ist kein Einzelfall.
Weltweit betrachtet ist die Eigenentwicklung von Chips durch KI-Modellunternehmen zu einem Trend geworden. OpenAI hat im vergangenen Monat seinen ersten kundenspezifischen Inferenzchip Jalapeño vorgestellt, der gemeinsam mit Broadcom entwickelt wurde, und auch Anthropic wurde im April dieses Jahres berichtet, dass es die Eigenentwicklung von KI-Chips prüft.
Liang Wenfeng, Gründer von DeepSeek, hat in einem seltenen Medieninterview im Jahr 2024 angedeutet, dass der Mangel an Chips das Unternehmen vor Herausforderungen stellt.
Die Basis des R1-Modells wurde auf Nvidia H800 trainiert. Danach wechselte DeepSeek zu Huaweis Ascend-Plattform, das im April dieses Jahres veröffentlichte V4-Modell wurde bereits für Ascend-Chips angepasst, und Huawei bestätigte, dass seine Prozessoren an Teilen des Trainings von V4-Flash beteiligt waren.
Doch selbst mit der Verteilung der Ressourcen auf zwei Plattformen war DeepSeek nicht zufrieden.
Dieser selbst entwickelte Chip von DeepSeek ist speziell für Inferenzaufgaben ausgelegt.
Mit der massiven Verbreitung von KI-Anwendungen verlagert sich der Schwerpunkt des Branchenbedarfs an Rechenleistung schnell vom Training zur Inferenz. Das Training ist eine einmalige Investition, während die Inferenz einen kontinuierlichen Verbrauch darstellt – jede Anfrage eines Nutzers erfordert Rechenleistung für die Antwort.
Spezialisierte Chips, die für Inferenzszenarien angepasst sind, können einen geringeren Energieverbrauch und niedrigere Stückkosten als allgemeine GPUs erreichen, was für ein KI-Unternehmen, das auf dem Weg zur Kommerzialisierung ist, von entscheidender Bedeutung ist.
DeepSeek hat bereits bei der Modellentwicklung die Weichen für die Hardware-Kooptimierung gestellt.
Das von DeepSeek-V3.1 eingeführte UE8M0 FP8-Datenformat gilt als speziell für die Hardwareeigenschaften der nächsten Generation inländischer Chips konzipiert, das Algorithmenteam denkt bereits bei der Erstellung der Modelle an die spätere Chipimplementierung.
Dennoch sind die Herausforderungen groß: Die Entwicklung eines wettbewerbsfähigen KI-Chips erfordert in der Regel mehrere Jahre und enorme Investitionen, ein Erfolg ist derzeit nicht garantiert.
51-Milliarden-Yuan-Finanzierung abgeschlossen, Rechenleistungsinfrastruktur wird gleichzeitig ausgebaut
Dieses Vorhaben wird mit echtem Kapital unterstützt.
Im Juni 2026 schloss DeepSeek seine erste externe Finanzierungsrunde seit der Gründung ab und sammelte rund 51 Milliarden Yuan (ca. 7,4 Milliarden US-Dollar) ein, die Unternehmensbewertung nach der Finanzierung liegt zwischen 52 und 59 Milliarden US-Dollar. Dieses Unternehmen lehnte über Jahre externe Investitionen ab, die Öffnung für externe Finanzierungen stellt an sich eine wichtige strategische Wende dar.
Die Verwendung der Mittel ist festgelegt: Erweiterung von Rechenzentren, die hauptsächlich auf inländischen Chips basieren, Eigenentwicklung von KI-Chips und Ausbau des Teams weltweit führender Fachkräfte.
Auch im Bereich der Infrastruktur laufen die Arbeiten voran. DeepSeek hat Stellenangebote für IDC-Planungsingenieure veröffentlicht, die an der Planung und dem Bau von Rechenzentren im Bereich von Megawatt bis Gigawatt mitwirken sollen – in den Stellenangeboten werden konkrete Standorte wie Ulanqab in der Inneren Mongolei genannt.
DeepSeek selbst bleibt seiner gewohnten Zurückhaltung treu. Drei informierte Quellen wollten anonym bleiben, und das Unternehmen hat keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.
Doch unabhängig davon will dieses Unternehmen, das den weltweiten Wettbewerb im Bereich KI verändert hat, nun auch seine eigene Hardware-Grundlage neu gestalten.
Referenzlinks:
[1]https://www.reuters.com/world/china/chinas-deepseek-developing-its-own-ai-chip-sources-say-2026-07-07/
Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Offiziellen Konto „QbitAI“, Autor: Meng Chen, veröffentlicht mit Genehmigung von 36Kr.