In- und ausländische Modelle mit demselben Gerät, aber unterschiedlichen Namen – was steckt hinter der Strategie der Hersteller?
Kürzlich wurde die OnePlus Turbo 6X-Serie in China vorgestellt, und bereits danach meldeten ausländische Medien, dass die Standardversion (OnePlus Turbo 6X) stark an die OnePlus Nord CE6 Lite erinnert, die zuvor im Ausland eingeführt wurde. Es gibt nur geringfügige Unterschiede in den Hardwarefunktionen.
Zufällig genug stellte Xiaomi fast zur gleichen Zeit die Xiaomi 17T-Serie in China vor, und auf der Vorstellung präsentierte man sich auch nicht davor zurück, dass diese Serie aus ausländischen Produktlinien stammt.
Das hat uns von 3eLife neugierig gemacht. Ist es in der gesamten Mobiltelefonbranche üblich, ausländische Produkte auf den chinesischen Markt zu bringen? Neigen die meisten Hersteller dazu, die Produktnamen einheitlich zu halten, oder wählen sie unterschiedliche Namen?
Das Einführen ausländischer Modelle ist üblich, aber meist werden die Namen geändert
Zunächst die Schlussfolgerung: Das Einführen ausländischer Produktlinien, die sich bewährt haben und gut verkauft werden, auf den chinesischen Markt ist tatsächlich eine übliche Praxis. Viele Leute bemerken das jedoch nicht, hauptsächlich weil die meisten Hersteller unterschiedliche Namenssysteme verwenden, was es schwierig macht, die Beziehung zwischen verschiedenen Versionen desselben Modells zu erkennen.
Beispielsweise werden die Mittelklasse-Smartphones der Honor X-Serie (X30, X50, X70 usw.) im Ausland seit langem unter dem Namen "Magic xx Lite" vermarktet. Obwohl es geringfügige Unterschiede in der Batteriekapazität und im Detaildesign gibt, lässt sich ihre Verwandtschaft anhand des Hauptprozessors, der Kameraausstattung und des Designs erkennen.
Ein weiteres Beispiel ist die vivo S-Serie, die in China auf die junge Zielgruppe abzielt. Im Ausland wurde diese Serie zunächst als V-Serie vermarktet und hat eine Zeiss-Kamera-Zertifizierung, die die chinesische S-Serie nicht hat. Ab der S30 Pro mini-Generation wird das Modell im Ausland sogar als X200 FE verkauft und gehört damit zur Flaggschiffsproduktlinie von vivo.
Darüber hinaus entspricht das vivo Y300i der malaysischen Version vivo Y39 5G, das vivo Y300t der indischen Version vivo T4x, und das iQOO Z11x und die ausländische Version vivo T5x sind "Bruder-Modelle".
Diese beiden typischen Marken sind eher "offen"
Natürlich können wir bei der Einführung ausländischer Modelle nicht an Realme und Motorola vorbeigehen. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Beispielen, bei denen die Produkte zuerst im Ausland und dann in China eingeführt wurden, ist die Strategie von Realme und Motorola bei der Behandlung ihrer Produkte in verschiedenen Regionen komplizierter.
Zunächst Realme. Wie bekannt, wurde diese Marke im Ausland gegründet und kehrte nach ihrem Erfolg auf den chinesischen Markt zurück.
Die chinesische Version Realme 15
Anfangs war die chinesische Produktlinie von Realme eher ein "Exklusivprodukt" und wurde nicht mit dem Ausland geteilt. Nur wenige Modelle wurden aus dem Ausland eingeführt. Erst 2022 führte Realme die ausländische Hauptproduktlinie, die Zahlenserien (Realme 10, Realme 11 usw.), in China ein und ersetzte damit die zuvor in China vorhandenen Q- und X-Serien.
Das erste moto Edge Plus wurde nicht in China eingeführt.
Bei Motorola ist die Situation noch komplizierter. Einerseits hat Motorola im Ausland drei Hauptproduktlinien, nämlich Edge, G und razr. In China wurde die Edge-Serie jedoch in die Mittelklasse-Serie S und die High-End-Serie X aufgeteilt.
Das in China erstmals vorgestellte moto X70 Air Pro
Andererseits kann man nicht sagen, dass die S- und X-Serien von Motorola vollständig aus der ausländischen Edge-Serie eingeführt wurden. Manchmal wird ein Modell zuerst in China und dann im Ausland vorgestellt, manchmal ist es umgekehrt. Es gibt keine feste Reihenfolge. Diese Vorgehensweise ähnelt eher einem globalen Plan, anstatt dass ein erfolgreiches ausländisches Modell einfach auf den chinesischen Markt gebracht wird.
Die Absicht, die Kunden davon abzuhalten, die Preise zu vergleichen, lässt sich nicht verbergen
Von einem geschäftlichen Standpunkt aus gesehen ist es für Mobiltelefonhersteller kein Problem, unterschiedliche Produktlinien auf dem chinesischen und ausländischen Markt zu verwenden. Denn verschiedene Märkte haben unterschiedliche Bedürfnisse und Kaufkraft. Beispielsweise akzeptieren viele ausländische Verbraucher die Konfigurationen von "Niedrigpreis-Smartphones" viel eher als chinesische Verbraucher. In einem solchen Fall müssen die Hersteller für den Auslandseinsatz speziellere Produkte entwickeln. Würden diese Modelle in China eingeführt werden, wären sie oftmals nicht an die chinesischen Verhältnisse angepasst.
Andererseits bedeutet die Entwicklung spezieller Produktlinien natürlich zusätzliche Kosten. Vor allem in dieser Zeit steigender Kosten hat das Einführen ausländischer Produktlinien in China den großen Vorteil, dass die Entwicklungskosten gespart werden können. So kann man leichter die Nachfrage auf dem chinesischen Markt decken und gleichzeitig die Lagerbestände reduzieren.
Warum verwenden die meisten Hersteller jedoch absichtlich unterschiedliche Namenssysteme im Ausland und in China und versuchen, die "Entsprechungen" zwischen den Modellen vor den Verbrauchern zu verbergen?
Das ist einfach zu erklären: Da die Kaufkraft in verschiedenen Märkten und Regionen unterschiedlich ist, variieren auch die Preispolitik der Produkte. Die gleiche Konfiguration kann in China als "Niedrigpreis-Modell" gelten, aber in einigen ausländischen Märkten als "Mittelklasse-Modell" verkauft werden. In einem solchen Fall ist es für die Hersteller notwendig, die Verbraucher davon abzuhalten, die Preise zu vergleichen, um die zusätzlichen Gewinne, die durch die Informationslücke entstehen, nicht preiszugeben.
Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Account "3eLife" (ID: IT-3eLife), Autor: 3eLife-Team. Veröffentlicht von 36Kr mit Genehmigung.