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9,5 Milliarden Yuan – Nvidia hat in ein Robotikunternehmen investiert

铅笔道2026-06-11 15:18
Neura Robotics gibt Abschluss einer Finanzierungsrunde in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar bekannt.

Am 10. Juni kündigte das deutsche Robotikunternehmen Neura Robotics die erfolgreiche Durchführung einer Finanzierung in Höhe von 1,4 Milliarden US - Dollar (etwa 9,5 Milliarden Yuan) an. Der Unternehmenswert beläuft sich auf etwa 7 Milliarden US - Dollar.

Die Liste der Investoren ist äußerst imposant: Neben US - Technologiegiganten wie Nvidia, Amazon und Qualcomm gehören auch deutsche Industriekonzerne wie Bosch und Schaeffler dazu. Darüber hinaus sind der Europäische Investmentbank und der Stablecoin - Emittent Tether an der Finanzierung beteiligt.

Neura wurde erst vor sieben Jahren gegründet, und dies ist zugleich die größte Robotik - Finanzierung in der Geschichte Europas.

Warum setzen die Giganten so viel Geld in Neura? Weil es die Android - Plattform für Roboter werden will.

Der humanoide Roboter 4NE1 von Neura Robotics. Quelle: Öffentliche Quellen

Die Android - Plattform für Roboter schaffen

Im Jahr 2019 wurde Neura in der kleinen Stadt Metzingen im deutschen Bundesland Baden - Württemberg gegründet.

Heutzutage lassen sich die globalen Robotikunternehmen grob in zwei Kategorien einteilen: Die erste Kategorie verkauft Roboter. Beispiele sind Tesla und Unitree, die allen bekannt sind, daher braucht man hier nicht weiter darauf einzugehen. Die zweite Kategorie verkauft die intelligente Plattform hinter den Robotern, und Neura sieht immer mehr wie ein Vertreter dieser Kategorie aus.

Neura hat auch eigene Roboter. Es hat bereits Kollaborationsroboter, mobile Roboter, Vierbeiner - Roboter und den humanoide Roboter 4NE1 auf den Markt gebracht. Insbesondere der 4NE1 gilt als der erste europäische humanoide Roboter, der in die Massenproduktion geht.

Aber Neura ist nicht damit zufrieden. Es entwickelt eigene Sensorsysteme, eigene KI - Software und baut sogar eigene Trainingsplattformen. So hat es das Robotergehirn Neuraverse geschaffen, das der Android - Plattform in der Welt der Roboter entspricht.

David Reger, Gründer von Neura Robotics. Quelle: Öffentliche Quellen

Der schnelle Durchbruch von Smartphones war nicht auf das Handy selbst zurückzuführen, sondern darauf, dass Android und iOS eine einheitliche Plattform geschaffen haben. Entwickler können ein Mal ein Programm schreiben, das dann auf Hunderten von Millionen Geräten laufen kann.

In der Robotikbranche gibt es bisher noch keine solche Plattform, und Neura will die erste sein.

Es hat sich vorstellt, dass die Roboter ein Netzwerk ihrer Fähigkeiten bilden: Wenn ein Roboter in einer Fabrik lernt, Schrauben anzuziehen, kann er diese Erfahrung in die Cloud hochladen, und andere Roboter in einer anderen Fabrik können diese Fähigkeit automatisch erwerben. Wenn ein Pflegeroboter lernt, ältere Menschen aufzunehmen, kann diese Erfahrung auch von anderen Robotern geteilt werden.

Neura nennt dieses Modell "Shared Robot Intelligence". Auf der CES 2026 basieren der 4NE1 und die Vierbeiner - Roboter auf der Neuraverse - Plattform.

Die automatisierte Produktionslinie von Neura - Robotern. Quelle: Öffentliche Quellen

Wichtiger ist die Trainingsmethode. Viele Robotikunternehmen verlassen sich auf teure Trainings in der realen Welt, während Neura sogenannte "Robot Gyms" baut. Mitarbeiter tragen Bewegungsaufzeichnungssysteme und führen Aufgaben aus. Die Roboter lernen die Bewegungen in einer digitalen Umgebung und werden dann in die reale Welt eingesetzt.

Das Kernvermögen von Neura besteht nicht mehr aus Roboter - Hardware, sondern aus ständig akkumulierten Daten und Modellen. Sobald ein Netzwerkeffekt entsteht, wird es für Nachzügler immer schwieriger, aufzuholen. Dies ist auch der Teil, der von den Investoren am meisten geschätzt wird. Die Roboter - Hardware wird schließlich möglicherweise immer billiger, während die Gewinne von der Plattform unbegrenzt sind.

Europas letzte Chance

Die Liste der Aktionäre von Neura ist sehr interessant. Viele Menschen sehen nur Amazon und Nvidia, aber es lohnt sich, eher auf Bosch, Schaeffler und die Europäische Investmentbank zu achten.

Bosch und Schaeffler sind keine gewöhnlichen Finanzinvestoren. Das erste ist der weltweit größte Zulieferer für die Automobilindustrie, das zweite ist ein Weltmarktführer für Lager und Getriebesysteme. Beide Unternehmen repräsentieren fast die Kernkraft der deutschen Fertigungsindustrie. Wenn sie gleichzeitig in Neura investieren, setzen sie im Wesentlichen auf die nächste Generation der Arbeitskräfte in der deutschen Industrie.

Deutschland hat bereits einen starken demografischen Wandel erlebt, und der Mangel an Arbeitskräften in der Fertigungsindustrie wird immer gravierender, insbesondere in der Automobilversorgungsindustrie. Die Zielgruppe von Neura sind nicht die Verbraucher, sondern die deutschen Fabriken.

Darüber hinaus befindet sich die deutsche Automobilindustrie in einer schwierigen Phase. Die Wettbewerbsvorteile, die in der Zeit der Verbrennungsmotoren aufgebaut wurden, schwinden. Die chinesische Elektromobilität rückt schnell auf, und die Elektrifizierung macht die Automobilstruktur immer einfacher. Der Gewinnraum der traditionellen Zulieferunternehmen wird ständig eingeengt. Für diese Industriekonzerne müssen sie eine neue Branche finden, die Wachstum ermöglichen kann. Und die Robotik hat einen Vorteil: Sie teilt viele Lieferketten mit der Automobilindustrie.

Deshalb investieren Bosch und Schaeffler nicht nur, sondern beteiligen sich auch direkt an der Entwicklung und Implementierung von Robotern. Beide Parteien hoffen sogar, ihre Fähigkeiten in der Präzisionsfertigung, bei Getrieben und Aktuatoren auf die Branchenkette der humanoiden Roboter zu übertragen.

Im Januar dieses Jahres hat Bosch eine strategische Partnerschaft mit Neura geschlossen. Beide Parteien planen, gemeinsam ein Daten - System für humanoide Roboter aufzubauen und die Implementierung von Robotern in industriellen Szenarien zu fördern. Bosch wird seine Fabrikumgebung und Fertigungserfahrung nutzen, um Neura bei der Ausbildung und Implementierung von Robotern zu helfen.

Die Isaac - Robotikplattform von Nvidia. Quelle: Öffentliche Quellen

Hinter dieser Finanzierung verbirgt sich eine noch größere Geschichte: In den letzten zwanzig Jahren hat Europa das Internet, das Mobile - Internet verpasst und in der Ära der großen Modelle weit hinter den USA und China zurückgeblieben. Jetzt will Europa in der Ära der Physical AI die Initiative in der Fertigungsindustrie zurückerobern.

Der Gründer von Neura, David Reger, hat sogar direkt gesagt: Dies ist Europas letzte Chance, seine Fertigungsfähigkeiten zurückzugewinnen.

Nvidia bietet die KI - Rechenleistung, Amazon die Cloud - Infrastruktur, Bosch und Schaeffler die industrielle Fertigungsfähigkeit, und die Europäische Investmentbank bietet die politische Unterstützung. So entsteht eine typische Kombination aus "europäischer Industrie + US - KI".

Neura plant, in diesem Jahr etwa 6.000 Roboter herzustellen und im nächsten Jahr die Produktion auf Tausende zu erhöhen. David Reger hat in einem Interview erwähnt, dass die Jahressalesmenge der globalen Robotikbranche weniger als 700.000 Einheiten beträgt, während Apple 700.000 iPhone in etwa drei Tagen verkauft.

Alle Gründer und Investoren sprechen über einen Billionen - Dollar - Markt für Embodied Intelligence, aber die Branchengröße ist immer noch weit hinter einer etablierten Konsumelektronik - Kategorie zurück.

Neura hat das Ziel, bis 2030 Millionen von Robotern herzustellen. Derzeit liegt die Bestellreservierung bereits über 1 Milliarde US - Dollar.

Dieser Artikel stellt keine Investitionsempfehlung dar.

Dieser Artikel stammt aus dem WeChat - Account "Pencil News" (ID: pencilnews). Autor: Huang Xiaogui. Veröffentlicht von 36Kr mit Genehmigung.