Apple ist schon 50 Jahre alt. Warum denkt man immer noch so sehr an ihre Jugendzeit?
Ehrlich gesagt, habe ich manchmal den Eindruck. Ich habe manchmal den Eindruck, dass das Unternehmen Apple noch sehr jung ist. Denn egal ob es um seine Produkte, die Atmosphäre der Produktpräsentationen oder die Werbekonzepte geht, alles vermittelt ein sehr "modernes" Gefühl, so als wäre dieses Unternehmen erst in den letzten zehn oder zwanzig Jahren aufgestiegen.
Wenn wir jedoch die Zeit ein wenig zurückdrehen, stellen wir eine ziemlich verrückte Tatsache fest: Apple wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Seit seiner Gründung im Jahr 1976 hat es bereits ein ganzes halbes Jahrhundert hinter sich.
Wenn ein Mensch einmal dieses Alter erreicht hat, sagt man in unserem Sprachgebrauch, er "weiß, was das Schicksal ihm auferlegt". Aber kann ein Technologieunternehmen im Alter von 50 Jahren auch so etwas verstehen? Oder ist es immer noch das damalige "Denke anders"-Apple?
Ich habe festgestellt, dass es derzeit im Internet recht heiß um dieses Thema herum geht.
Einige Leute glauben, dass Apple tatsächlich verändert wurde. Vom damaligen Mutmacher, der ständig die Welt verändern wollte, ist es allmählich zu einem weltlichen Unternehmen geworden, das nur noch in kleinen Schritten innoviert, die Preise immer höher setzt und die Kunden immer wieder mit verschiedenen Gründen dazu bringt, für den Umweltschutz zu bezahlen.
(Zwar haben wir diese Punkte auch in der Vergangenheit nicht selten kritisiert.)
Aber wenn man es wirklich als völlig wertlos abtut, scheint das auch nicht ganz richtig zu sein. Ein Unternehmen, das 50 Jahre überlebt hat und bis heute noch erfolgreich am Markt ist, kann es nicht nur mit Marketing, Markenfilter und Geschäftsmethoden schaffen.
In den letzten Jahren hat Apple tatsächlich eine Vielzahl von wichtigen Produkten entwickelt und hat immer wieder die gesamte Konsumelektronikbranche beeinflusst.
Die Lösung des Problems liegt vielleicht nicht einfach darin, zu sagen, ob Apple sich verändert hat oder nicht. Vielmehr ist es wichtig zu verstehen, wie es bis hierhin gekommen ist. Erst wenn wir diesen Weg noch einmal betrachten, können wir vielleicht leichter die Frage beantworten:
Handelt es sich beim heutigen Apple, das immer geschäftssüchtiger und gebildet ist, noch um dasselbe Unternehmen wie das damalige Apple, das nur an die Weltveränderung dachte?
Setzen wir die Zeit zurück auf das Jahr 1976. Damals waren Computer entweder so groß, dass sie einen ganzen Raum füllten, oder wie der Altair 8800, bei dem man Programme über Schalter auf der Frontplatte eingeben musste und dann auf die blinkenden LED-Lampen schauen musste, um das Ergebnis zu lesen.
Die damaligen Technologiegiganten dachten allgemein, dass Computer für Unternehmen und Regierungen gedacht seien. Was sollten normale Menschen mit einem Computer anfangen?
Aber Steve Jobs und Steve Wozniak hatten eine andere Meinung. Sie wollten einen eigenen Computer und bauten deshalb in einer unbedeutenden Garage aus Teilen, die heute als Elektronikschrott gelten würden, den Apple I zusammen.
Ehrlich gesagt, war das eher ein Halbfabrikat: Kein Gehäuse, keine Tastatur, kein Monitor, im Wesentlichen nur eine nackte Mainboard. Man musste es sich nach dem Kauf noch selbst zusammenbauen, und der Preis von 666,66 Dollar war damals nicht billig.
Jobs sah jedoch sofort, dass dieses Ding nicht nur für ihn selbst interessant war, sondern dass man es auch an andere verkaufen konnte. Tatsächlich hatte er recht, und schließlich wurden einige Dutzend dieser einfachen "Computer" verkauft. So erhielt Apple seinen ersten Startkapital.
Dieses erste Produkt war jedoch eher ein Testlauf. Das, was Apple wirklich von einem "Hausierbetrieb" zu einem seriösen Unternehmen machte, war der Apple II von 1977. Dies war der erste persönliche Computer, der tatsächlich von normalen Menschen verwendet werden konnte.
Er hatte erstmals einen farbigen Bildschirm und ein schönes Design. Man konnte damit Spiele spielen und Tabellen erstellen. Wozniak steckte bei der Entwicklung fast alle guten Ideen der damaligen Zeit hinein, und er war auch einfach zu bedienen.
Der Apple II wurde über ein Jahrzehnt lang verkauft, und die Gesamtverkaufszahlen näherten sich an 6 Millionen Stück. Dadurch wurde Apple von einem kleinen Garagenbetrieb zu einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von Hunderten von Millionen, und das Konzept des "persönlichen Computers" wurde weltweit bekannt.
1980 absolvierte Apple einen Börsengang, und der 25-jährige Jobs wurde über Nacht zu einem Milliardär. Apple trat erstmals auf die Weltbühne der Technologie.
Wenn wir heute zurückblicken, hat der Erfolg des Apple II tatsächlich den Grundstein für die folgenden Jahre von Apple gelegt - die komplizierte Technologie in einfache und praktische Tools umzuwandeln und sie in die Hände möglichst vieler normaler Menschen zu bringen.
Was Apple jedoch wirklich zum Mythos machte, war die Werbesendung von 1984. Eine Sportlerin in einem weißen Unterhemd stürmt in eine Halle, in der eine Menge Glatze vor einem großen Bildschirm sitzen. Sie wirft einen Hammer gegen den Bildschirm, und die Rede des "Großen Bruders" wird plötzlich unterbrochen.
Danach ertönt die Stimme:
"Am 24. Januar wird Apple Computer den Macintosh vorstellen. Dann werden Sie verstehen, warum 1984 nicht wie das Buch '1984' sein wird." Die Botschaft ist klar: Die Produkte von Apple sollen die Monopolisierung der Giganten brechen und die Individuen befreien.
Der Macintosh war der erste kommerziell erfolgreiche Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Die Tastatureingabe wurde durch die Maus ersetzt, und komplexe Befehlscode wurden durch Symbole und Menüs ersetzt. Dies war für die damaligen Computersysteme, die noch mit Befehlszeilen arbeiteten, eine echte Revolution.
Von "Computern für normale Menschen" beim Apple II zu "Computern, die normale Menschen bedienen können" beim Macintosh: Apple hat in seinem ersten Jahrzehnt zwei Revolutionen im Bereich der persönlichen Computer durchgeführt.
Damals war Apple wie ein stacheliger junger Mann, der der Welt verkündete: "Zur Hölle mit den Regeln, ich mache, was ich für richtig halte."
Natürlich hat der junge Mann auch seine Stärken und Schwächen.
1985 wurde Jobs aufgrund innerbetrieblicher Machtkämpfe von seinem eigenen Unternehmen entlassen. In den folgenden zehn Jahren war es für Apple eine "dunkle Zeit". Die Produktpalette war chaotisch, die Preise zu hoch, und der Marktanteil wurde von Konkurrenten immer stärker verdrängt.
1997 stand Apple vor dem Bankrott, und viele Leute dachten, dass das Unternehmen am Ende sei. Dann kehrte Jobs zurück. Sein erstes Ziel war nicht, ein sensationelles neues Produkt zu entwickeln, sondern die meiste Produktpalette zu kürzen.
Apple hatte damals Dutzende von Computermodellen. Jobs rief die Ingenieure zusammen und zeichnete auf der Tafel eine einfache Vierer-Matrix: Konsumentenmarkt und Profimarkt, Desktop und tragbar. Er sagte: "Wir brauchen nur diese vier Computer."
Ehrlich gesagt, sah diese extreme Fokussierung damals wie ein Selbstmordakt aus. Aber es war genau diese Philosophie von "Weniger ist mehr", die Apple rettete. Was Apple jedoch wirklich wieder zum Leben erweckte, war nicht ein bestimmtes Produkt, sondern ein Slogan.
1997 führte Apple die berühmte Werbekampagne "Denke anders" ein.
In einem Schwarz-Weiß-Bild gehen Personen wie Albert Einstein, Martin Luther King, Pablo Picasso und Mahatma Gandhi vorbei. Die Stimme sagt: "Nur diejenigen, die verrückt genug sind, zu glauben, dass sie die Welt verändern können, können es tatsächlich tun."
Diese Werbesendung erwähnt kein einziges Apple-Produkt, sondern verkündet perfekt die Rückkehr von Apple.