Laden per Magnet, Fotografieren auch per Magnet: Transsion hat ein "Bausatz-Smartphone" vorgestellt.
In den letzten zwei Jahren hat man immer wieder gesagt, dass die Formgestaltung von Smartphones in eine Phase der starken Konvergenz geraten sei.
Dies stimmt – denn wenn die „Funktionalität“ bereits weitgehend festgelegt ist, ist die „Formkonvergenz“ nur die am stärksten sichtbare Erscheinung.
▲ Bild | Facebook @Apple Hub
Genau in dieser Welt der einförmigen Smartphone-Formate hat sich jedoch Transsion, einst der „König Afrikas“, hervorgetan und will etwas Anderses machen.
Auf der laufenden Mobile World Congress (MWC) 2026 hat Transsion eine Reihe von sehr ansprechenden Konzept-Smartphones vorgestellt.
Außer dem extrem dünnen Modell Tecno SPARK vom vergangenen Jahr gibt es auch ein neues modulares Smartphone:
▲ Bild | Engadget
Transsion nennt dieses Hardware-System „Modular Magnetic Interconnection Technology“ und bietet es in zwei Farben: ATOM (silber-rot) und MODA (grau-gold):
▲ Bild | GadgetMatch
Das auffälligste Merkmal dieses modularen Smartphones ist seine Dicke von 4,9 Millimetern und der Entwurf, den USB-C-Ladeanschluss wegzulassen.
Der „Kern“ des Smartphones ähnelt stark einem noch flacher gedrückten iPhone Air. Hinter dem über 6-Zoll-Bildschirm befindet sich nur eine sehr einfache Kamera, und der Rest besteht aus einem Vier-Pin-Magnetanschluss:
▲ Bild | GadgetMatch
Um diese extreme Dicke zu erreichen, hat Transsion den USB-C-Anschluss am Rand entfernt und die Hauptladeart auf magnetische Verbindung umgestellt, ähnlich wie das MagSafe auf MacBook:
▲ Bild | ByteCable
Das Entfernen des Anschlusses dient nicht nur der Reduzierung der Dicke und der Verbesserung des visuellen Eindrucks, sondern auch einem präzisen und effizienten „modularen Zubehörsystem“.
Nach den Demos vor Ort auf der MWC hat Transsion Module gezeigt, darunter ein externes Lautsprechermodul mit unabhängigen symmetrischen Hoch- und Tieffrequenzeinheiten, ein unabhängiges Mikrofonmodul mit stärkerer Richtwirkung und besseren Aufnahmeeigenschaften, ein magnetischer Powerbank, ein Stativ und eine Kartenhalterung, die alle mit dem Smartphone kompatibel sind.
▲ Bild | Mashable
Allerdings wären diese Module allein nicht sonderlich technologisch aufwendig –
Aber Transsion hat es nicht bei diesem Punkt belassen. Vielleicht inspiriert durch das Konzept-Smartphone von Xiaomi 15 mit einem externen M43-Kamera-Modul, unterstützt auch dieses Smartphone von Transsion die Anbringung von Objektiven über ein „Kameramodul“ mit (wahrscheinlich) einem ein-Zoll-Sensor:
▲ Bild | Mashable
Sogar neben der professionellen Kamera hat Transsion auch ein externes Action-Kamera-Modul gezeigt, das einen besseren Weitwinkelobjektiv und ein Mikrofon integriert.
▲ Bild | TECNO
Ehrlich gesagt ist es in der Zeit von 2026, in der die Integration der Smartphone-Hardware immer höher wird, erfreulich, plötzlich auf diesen modularen Entwurf zu stoßen.
▲ Bild | Mashable
Obwohl das Konzept und das Prototyp-Smartphone sehr aufregend erscheinen, hat Transsion auf der MWC keine konkrete Markteinführungszeitangabe gemacht –
Tatsächlich hat Transsion überhaupt keinen Massenproduktionsplan für dieses „modulare Smartphone“ angekündigt.
Angesichts des Schicksals von Transsions extrem dünnen Konzept-Smartphones, dreifach faltbaren Konzept-Smartphones, umlaufenden Bildschirm-Konzept-Smartphones und anderen Konzept-Smartphones ist dieses Ergebnis nicht überraschend.
▲ Transsion Phantom Ultimate 2 Konzept-Smartphone | CNET
Wenn man sich aber zurückdenkt, ist das modulare Smartphone eigentlich kein neues Phänomen.
Als Utopie in den Herzen vieler Ingenieure und Techno-Geeks ist das Kernkonzept des modularen Smartphones sehr einfach:
Es besagt, dass das Smartphone in unabhängige Komponenten wie Bildschirm, Prozessor, Kamera etc. zerlegt werden kann. Benutzer können wie beim Bauen mit Lego die Komponenten nach Bedarf auswählen, ohne dass sie bei jeder Aktualisierung das gesamte Smartphone ersetzen müssen.
Sogar schon 2013 hat der niederländische Designer Dave Hakkens das Konzept „Phonebloks“ vorgeschlagen, bei dem das Smartphone in quadratische Module zerlegt wird, die zusammengebaut werden können.
Google hat anschließend dieses Projekt übernommen und das berühmte Project Ara entwickelt:
▲ Bild | Android Authority
Project Ara wurde von vielen als eine Revolution im Smartphone-Bereich angesehen. Google hatte sich einen Rahmen mit einem inneren Skelett vorgestellt, an dem Komponenten wie Fernobjektiv, Batterie, Rückseite etc. über Magnete und Kontakte angebracht werden konnten.
Allerdings gab es immer noch eine große technische Kluft zwischen der Idee und der Realität.
Da jedes Funktionsmodul eine eigene Verkapselung und Schnittstelle benötigte, war das Smartphone von Project Ara ungewöhnlich sperrig, und die Probleme mit der Kommunikationsverzögerung und dem Stromverbrauch zwischen den Modulen konnten nie perfekt gelöst werden.
▲ Bild | WIRED
Google hat schließlich 2016 das Projekt unbefristet aufgeschoben, was das Ende der Idee des voll modularen Smartphones auf dem Konsumelektronikmarkt markierte.
Nach Google hat auch LG versucht, auf dem LG G5 ein modulares Design umzusetzen, allerdings war das Modularitätselement nicht so ausgeprägt.
Das LG G5 hatte eine ausziehbare Boden-Steckdose, die Module mit verschiedenen Funktionen wie Ersatzbatterie, Fotohandgriff, Audiomodul etc. anbot, damit Benutzer nach Bedarf auswählen konnten:
▲ Bild | CNET
Allerdings haben die genialen Ingenieure von LG das modulare Bauteil mit der Smartphone-Batterie integriert. Das bedeutet, dass Benutzer die Batterie ausstecken und das Smartphone neu starten müssen, wenn sie ein beliebiges Modul wechseln, selbst wenn es nur ein Fotohandgriff ist.
Diese absurde Bedienlogik, zusammen mit der begrenzten Anzahl von Modulen und den hohen Preisen des LG G5, führte zu einer sehr kalten Reaktion der Verbraucher und schließlich zu einer katastrophalen Verkaufszahl.
▲ Bild | Mobile Fun
Das in der Geschichte am nächsten an einem Erfolg gekommene Beispiel ist vielleicht das Moto Mods-Konzept von Motorola.
Durch die Kontakte auf der Rückseite des Smartphones hat sich die Moto Mods-Serie von Moto Z bis Moto Z4 über vier Generationen hinweg erstreckt, und es sind bekannte Produkte wie das Hasselblad-Kameramodul und das JBL-Moto-Sound-Modul entstanden:
▲ Bild | GSMArena
Aber aufgrund der Einschränkungen des Designs der „vollformatigen Module“ für die äußere Gestaltung des Smartphones und den Problemen wie hohen Preisen und der Unmöglichkeit, unabhängig zu funktionieren, konnte auch Moto Mods letztendlich nicht der Randständigkeit entkommen.