Warum haben die neuen Smartphones aus dem Jahr 2026 wieder die antike Ausstattung aus dem Jahr 2000?
Kürzlich hat realme in Vietnam ein neues Smartphone namens realme 16 vorgestellt.
An dem Produktnamen erkennt man schon, dass es sich um ein Mainstream-Modell aus der Zahlenreihe handelt. Seine Positionierung ist niedriger als die des zuvor in Indien erstmals vorgestellten realme 16 Pro und realme 16 Pro+. Dies lässt sich direkt daran erkennen, dass es nur mit einem Dimensity 6400 Turbo ausgestattet ist und ein hinteres Dual-Kamera-Modul mit einem 50-Megapixel-Hauptobjektiv und einem 2-Megapixel-Nebenobjektiv hat.
Was realme 16 für uns bei San Yi Sheng Huo wirklich interessant macht, ist weder der Markt, in dem es eingeführt wurde, noch das Design, das offensichtlich von den "Air"-Modellen der Konkurrenz inspiriert ist, sondern das antike Feature, das sich ganz rechts am hinteren Kamera-Modul, das wie ein "Explosionsschutzschild" aussieht, befindet, nämlich der "Selbstporträtspiegel".
Vielleicht haben viele junge Leute heute noch nie einen Selbstporträtspiegel benutzt und wissen nicht, wie "alt" er in der Mobiltelebranche tatsächlich ist. Einfach ausgedrückt, auf dem im Jahr 2000 vorgestellten Sharp J-SH04 konnte man bereits einen kleinen Spiegel neben der hinteren Kamera sehen, der es den Benutzern ermöglichte, "mit der hinteren Kamera ein Selbstporträt zu machen".
Übrigens war das J-SH04 auch das weltweit erste Mobiltelefon mit einer hinteren Kamera und wird daher als einer der "Väter" der "Fotomobile" anerkannt. Daraus lässt sich ersehen, wie "alt" der "Selbstporträtspiegel" in der Mobiltelebranche tatsächlich ist.
Die Frage ist also, warum ein neues Smartphone, das 2026 vorgestellt wird, auf dieses Design aus dem Beginn des Jahrtausends zurückgreift?
Ist der "Selbstporträtspiegel" besonders gut? Wer ihn einmal benutzt hat, weiß, dass aufgrund seiner konvexen Form das Bild verzerrt wird. Da er außerdem nicht auf der gleichen optischen Achse wie die Kamera liegt, kann es vorkommen, dass man im "Selbstporträtspiegel" in der Mitte des Bildes erscheint, aber auf dem Foto am Rand zu sehen ist. Darüber hinaus wird der "Selbstporträtspiegel" leicht beschädigt, und wenn er verkratzt ist, kann man ihn nicht mehr benutzen.
Ist es möglich, dass realme dieses Feature absichtlich eingefügt hat, um das Design des neuen Smartphones zu bereichern? Das ist durchaus möglich, denn wie bereits erwähnt, hat das realme 16 nur ein hinteres Dual-Kamera-Modul, aber es versucht offensichtlich, ein Design zu haben, das wie ein Dreifach- oder Vierfach-Kamera-Modul aussieht. Daher ist es verständlich, dass man den "Selbstporträtspiegel" benutzt, um die Lücke an der Stelle einer Kamera zu füllen.
Aber abgesehen davon, aus der Sicht der "Funktionalität", wenn die Designer von realme einen "Selbstporträtspiegel" an das hintere Kamera-Modul dieses neuen Smartphones hinzufügen und die Benutzer offensichtlich dazu ermutigen, die hintere Kamera für Selbstporträts zu benutzen, drücken sie damit nicht auch ihre Unzufriedenheit mit dem Mainstream-Ansatz der "Frontkamera für Selbstporträts" in der heutigen Mobiltelebranche aus?
Nach der Recherche in öffentlichen Informationen haben wir festgestellt, dass in den beiden Jahren von 2024 bis 2025 insgesamt 28 hintere Kamera-CMOS-Lösungen auf den Markt gekommen sind, während es in der gleichen Zeit nur 8 Frontkamera-CMOS-Lösungen gab. Das heißt, dass die "Auswahlfreiheit" für die hintere Kamera mehr als dreimal so groß ist wie die für den Frontkamera-Sensor.
Darüber hinaus scheint es, dass die Sensorhersteller bei vielen der neuesten Architekturen und Technologien nicht besonders bereit sind, diese auf die Frontkamera zu übertragen. Beispielsweise verfügen die meisten derzeit auf dem Markt befindlichen Frontkamera-Sensoren nicht über Dual-Pixel-Autofokus und unterstützen keine 4K-60FPS-Aufnahmen (was auf eine schlechte Auslesebandbreite des Sensors hinweist). Selbst die Ultra-Kleinpixel-Technologie im 0,5-Mikrometer-Bereich, die eigentlich von der Frontkamera benötigt wird (was auf einen neueren Herstellungsprozess hinweist), ist derzeit von einer ganzen Reihe neuer Mittelformat-Hinterkamera-Sensoren "monopolisiert".
Ganz zu schweigen von der derzeit sehr beliebten LOFIC-Technologie, die die Helligkeitsinformationen und den Dynamikumfang deutlich verbessern kann. Bislang ist kein bekannter Frontkamera-Sensor damit ausgestattet, es gibt nicht einmal "Gerüchte" darüber.
Warum ist das so? Ist es unmöglich, die zugrunde liegende Technologie zu verbessern und Frontkamera-CMOS-Sensoren mit höherer Bildqualität herzustellen? Offensichtlich ist das nicht möglich, denn wie wir bereits erwähnt haben, gibt es bereits Lösungen mit fortschrittlicherem Herstellungsprozess und höherer Pixelintegration bei den hinteren Kamera-Lösungen.
Deshalb kann man dies nur so erklären, dass die Sensorhersteller wenig Interesse an "Frontkamera-Sensoren" haben. Genauer gesagt, kann man dies auch so verstehen, dass die Mainstream-Smartphone-Benutzer jetzt nicht mehr so stark auf "Selbstporträts" achten wie früher.
Wenn die Nachfrage der Verbraucher nachlässt, sind die Hersteller natürlich nicht mehr bereit, aufwendige Technologien in die Frontkamera zu investieren. Im Laufe der Zeit werden daher die wenigen Modelle, die etwas Neues bei den "Selbstporträts" ausprobieren möchten, gezwungen, andere Methoden zu verwenden. Beispielsweise das "Rückdisplay"-Design einiger High-End-Smartphones und die Rückkehr des "Selbstporträtspiegels" bei diesem realme 16 sind beide notwendige Ergebnisse dieses Phänomens.
Dieser Artikel stammt aus dem WeChat-Account "San Yi Sheng Huo" (ID: IT - 3eLife), Autor: San Yi Jun. Veröffentlicht von 36Kr mit Genehmigung.