StartseiteArtikel

Das tausendjährige Tanzduett zwischen Finanzen und Technologie: Warum ist jede technologische Revolution stets von Blasen und Umstrukturierungen begleitet?

36氪领读2026-01-19 07:18
Wie kann man in der Hype um AI - Investitionen zwischen Blasen und Chancen unterscheiden?

Einführung: Wenn die generative KI eine Investitionsschaumgier auslöst und die technologische Innovation erneut mit finanziellen Blasen verflochten ist, wie können wir durch das Labyrinth blicken und die Chancen des Zyklus nutzen? In letzter Zeit wurde das Klassikerwerk "Technologische Revolutionen und Finanzkapital: Die Dynamik von Blasen und Goldzeiten" in einer neuen Auflage herausgebracht! Als bahnbrechendes Werk von Carlota Perez, der Pionierin der Theorie des "technisch-ökonomischen Paradigmas", basiert dieses Buch auf fünf technologischen Revolutionen in den letzten 200 Jahren. Es enthält neue Erkenntnisse über den Investitionsszyklus der KI-Zeit und lüftet die zugrunde liegende Logik des Prozesses "technologischer Durchbruch - Finanzschaumgier - Blasenplatzen - institutionelle Neugestaltung - Goldzeit". Es hilft uns, die Regeln der gegenwärtigen Technologieinvestitionen zwischen Schaumgier und Ordnung zu verstehen.

Im Folgenden finden Sie die Empfehlungseinleitung "Zwischen Schaumgier und Ordnung: Die geistigen Impulse von 'Technologische Revolutionen und Finanzkapital'" von Chen Yongwei, Leiter der Forschungsabteilung von "Comparison", für die Freude der Leser.

Autor: [UK] Carlota Perez

Übersetzer: Tian Fangmeng et al.

Verlag: Zhanlu Culture / Zhejiang Science and Technology Press

Erscheinungsdatum: Dezember 2025

Vom Schaum zur Ordnung: Die tiefliegende Rhythmik des Kapitalismus

Carlota Perezs "Technologische Revolutionen und Finanzkapital" ist ein Klassikerwerk, das die Evolution des Kapitalismus aus einer langfristigen Perspektive versteht. Es bringt nicht nur neues Leben in die Tradition von Schumpeters "Innovation und Zyklus", sondern zeigt auch aus einer einzigartigen systemischen Perspektive die komplexe Wechselbeziehung zwischen Technologie, Finanz und Institutionen auf.

Perez zeichnet anhand von über 200 Jahren Industriegeschichte die "wellenförmige" Struktur der kapitalistischen Entwicklung: Von der Mechanisierungsrevolution im 18. Jahrhundert über die Dampf- und Eisenbahnrevolution im 19. Jahrhundert bis zur Stahl- und Elektrizitätsrevolution, der Massenproduktionsrevolution bis hin zur gegenwärtigen Informations- und Kommunikationsrevolution - jede technologische Revolution ist nicht nur der Aufstieg einer neuen Technologie, sondern auch eine umfassende Veränderung der sozialen Organisationsform und des Wertesystems.

Perez weist darauf hin, dass der Kapitalismus alle etwa fünfzig Jahre eine von technologischen Revolutionen getriebene systemische Transformation durchläuft. Diese Transformation ist nicht linear aufwärts gerichtet, sondern vollzieht sich im Kreislauf von finanzieller Blüte und institutioneller Neugestaltung. Sie teilt diesen Zyklus in zwei Phasen auf: die Einführungsphase und die Entfaltungsphase. In der Einführungsphase dominiert das Finanzkapital und treibt den Ausbruch neuer Technologien an; aber die Spekulationsgier und die Verzögerung der Institutionen führen zwangsläufig zu Krisen und Abstürzen. Anschließend, in der Entfaltungsphase, passen sich die sozialen Institutionen allmählich den neuen Technologien an, das Produktionskapital nimmt wieder die Führungsposition ein und die Wirtschaft tritt in eine relativ stabile und blühende "Goldzeit" ein.

Es ist genau diese Rhythmik von "Unruhen - Anpassung - Blüte", die den Puls der langfristigen Evolution des Kapitalismus ausmacht. Perez sagt: "Finanzielle Schaumgier und Produktionsblüte sind nicht entgegengesetzt, sondern zwei Takte der Selbsternovierung des Kapitalismus." Das ist der Grund dafür.

Das Duett von Technologie und Finanz: Die doppelte Antriebskraft des Kapitalismus

Nach Perez stammt die Kraft des Kapitalismus aus einem dynamischen, koexistierenden Doppelrad: technologischen Revolutionen und Finanzkapital. Die ersteren bieten neue Wachstumsmotoren, die letzteren liefern den Treibstoff.

Das Finanzkapital ist aufgrund seiner hohen Liquidität und Risikobereitschaft oft der erste Investor in neue Technologien. Es erkennt scharf die zukünftigen Möglichkeiten und lenkt durch Spekulation Kapital in die Innovationsbranche. Genau in dieser "Kombination aus Gier und Vorstellungskraft" entstehen neue Branchen und alte Strukturen werden aufgebrochen. Perez nennt dies den "großen Knall" des Kapitalismus.

Allerdings kann die Kurzsichtigkeit und Spekulation der Finanzwelt auch Innovationen in Blasen verwandeln. Zu Beginn jeder technologischen Revolution geht es mit zunehmender Ungleichheit, überbewerteten Vermögenswerten und moralischem Verfall einher. Wenn das Finanzsystem sich von der realen Wirtschaft entfernt und in einer Selbstzirkulation versinkt, ist ein Absturz unvermeidlich.

Aber die Krise ist nicht das Ende. Die Krise ist der Umstrukturierungsmechanismus des Kapitalismus, die Wehen, in denen alte Institutionen einer neuen Ordnung weichen. Nach dem Absturz greift die Regierung ein, und Institutionen wie Bankenaufsicht, Steuerrechtssystem, Gewerkschaften und Sozialversicherungssystem, öffentliche Investitionspolitik usw. passen sich allmählich der neuen technologischen Logik an, und die Gesellschaft stellt wieder die Koordination her. Dann übernimmt das Produktionskapital die Führung, und die Wirtschaft tritt in eine Phase des "schöpferischen Aufbaus" ein, und die Goldzeit beginnt.

Diese Analyse lässt uns die Doppelnatur der Finanzwelt neu verstehen: Sie ist sowohl der Katalysator für Innovation als auch die Quelle für Krisen. Perez' Verdienst besteht darin, dass sie die Finanzwelt nicht als äußere Störung ansieht, sondern in den inneren Kreislauf des Kapitalismus einbezieht. Die Interaktion zwischen Finanz und Produktion ist nicht eine Abweichung von der Norm, sondern ein unvermeidlicher Prozess der institutionellen Evolution.

Das "technisch-ökonomische Paradigma": Von Kuhn zu Schumpeter

Das originellste Konzept in diesem Buch ist das "technisch-ökonomische Paradigma". Perez übernimmt die Idee des "wissenschaftlichen Paradigmas" von Thomas Kuhn und bringt sie in die Wirtschaftsgeschichte ein, um die "Effizienzkompetenz" und die "organisatorische Rationalität" zu erklären, die sich aus jeder Generation technologischer Revolutionen ergeben.

Jede technologische Revolution ist nicht nur die Aktualisierung von Maschinen, sondern auch der Wechsel der Denkweise. Die Ära von Dampf und Eisenbahn hatte die "Geschwindigkeit und Expansion" als Rationalität; die Ära der Massenproduktion hatte die "Standardisierung und Skaleneffekte" als Glaubenssatz; und die Kernlogik der Informationsära ist die "Vernetzung und Flexibilität". Diese "Paradigmen" beherrschen nicht nur die Unternehmensführungspraxis, sondern auch die institutionelle Gestaltung der Gesellschaft, die Konsumkultur und sogar die Wertvorstellungen.

Perez meint, dass ein neues technologisches Paradigma eine tiefliegende soziale Veränderung auslösen kann, nicht nur weil es die Produktivität erhöht, sondern auch weil es ändert, "was als effizient, vernünftig oder fortschrittlich angesehen wird". Wenn eine neue Effizienzlogik unter den wirtschaftlichen Akteuren weitgehend akzeptiert wird, formt sich die gesamte Gesellschaft neu in einem neuen Koordinatensystem.

Deshalb versteht sie Innovation als einen sozialen Absorptionsprozess - Technologie kann erst in Wirtschaftswachstum umgewandelt werden, wenn sie von den Institutionen absorbiert wird. Der Erfolg oder Misserfolg einer technologischen Revolution hängt von der "Anpassungsfähigkeit" der Institutionen an sie ab. Diese Erkenntnis bringt Perezs Theorie über den traditionellen "Technologiedeterminismus" hinaus und führt in eine historische Perspektive mit mehr Komplexität und Interaktion ein.

Blasen, Krisen und Neugestaltung: Das Schicksal des Finanzkapitals

In Perezs Schilderungen hat jeder Aufschwung des Kapitalismus Risse. Die finanzielle Schaumgier in der Einführungsphase treibt den Ausbruch von Innovationen an, aber sie schafft auch soziale Spaltungen und institutionelle Lücken. Sie weist darauf hin, dass von der Eisenbahnblase in den 1840er Jahren, der Wall-Street-Blüte in den 1920er Jahren bis zur Internet-Schaumgier in den 1990er Jahren Blasen fast eine Pflichtstunde jeder neuen Wirtschaft sind.

Die Struktur dieser Blasen ist erstaunlich ähnlich: Zunächst die optimistische Überzeugung, dass "neue Technologien alles verändern"; dann Spekulation, Kreditexpansion und Überbewertung von Vermögenswerten; und schließlich Absturz und Rezession. Sie weist es nicht einfach auf Gier oder Irrationalität zurück, sondern sieht es als eine historische Notwendigkeit - denn die Evolution der sozialen Institutionen hinkt immer hinter der Verbreitung der Technologie zurück. Wenn die alten Institutionen das neue Finanzwesen nicht eindämmen können, wird die Krise zum Katalysator für die institutionelle Neugestaltung.

Nach der Krise bildet sich allmählich ein neues institutionelles Rahmenwerk: Bankenaufsicht, Steuersystem, Gewerkschaften und Sozialversicherungssystem, öffentliche Investitionspolitik... Diese Institutionen lassen das Potenzial der Technologie wirklich entfalten und bilden eine neue "Synergiephase". Dann tritt das Finanzkapital in den Hintergrund, das Produktionskapital nimmt wieder die Führung ein, und die Gesellschaft tritt in eine relativ stabile Goldzeit ein.

Dieser Prozess wird als "Neukopplung" (recoupling) bezeichnet: Wenn die technologische Logik und die sozialen Institutionen wieder übereinstimmen, bündeln sich die schöpferischen Kräfte des Kapitalismus wieder. Nach Perez ist es genau dieser Zyklus von "Kopplung - Entkopplung - Neukopplung", der es dem Kapitalismus ermöglicht, langfristig eine dauerhafte Vitalität zu bewahren.

Methode und Impulse: Historisches Systemdenken

Methodologisch gesehen ist der größte Beitrag von "Technologische Revolutionen und Finanzkapital" die Wiederherstellung der historischen Dimension der wirtschaftlichen Gedankenwelt. Perez weist es zurück, die Wirtschaft als isolierten Markt anzusehen, sondern setzt sie zurück in das Wechselwirkungsnetzwerk von Technologie, Institutionen und Kultur. Ihre Analyse überspannt Ökonomie, Soziologie und Politik und bildet eine "systemische Evolutionstheorie" als Erzählung.

Sie lässt uns sehen, dass wirtschaftliche Schwankungen keine Zufallsereignisse sind, sondern das wiederholte Auftreten von Fehlanpassungen zwischen Technologie und Institutionen. Finanzblasen sind keine Anomalien des Marktes, sondern eine Art des systemischen Lernens. Das Eintreten der Goldzeit ist nicht das Ergebnis einer natürlichen Gleichgewichtsbildung, sondern das Ergebnis der aktiven Wiederherstellung der Ordnung durch die Gesellschaft nach einer Krise.

Eine solche historische Sichtweise ist von großer praktischer Bedeutung. Sie erinnert uns daran, dass die Aufgabe der Politik nicht darin besteht, Schwankungen zu beseitigen, sondern Blasen zu lenken, Krisen zu nutzen und die Chancen für eine Neukopplung zu gestalten. Angesichts der Wogen von Künstlicher Intelligenz, erneuerbaren Energien und neuen Infrastrukturen ist diese Erkenntnis immer noch von leitender Bedeutung. Was die Regierung und die Gesellschaft tun müssen, ist nicht die Risiken neuer Technologien zu unterdrücken, sondern Institutionen aufzubauen, die Risiken absorbieren und Kapital in die Produktion lenken können.

Einige Überlegungen: Die Kraft und Spannungen der Theorie

Als ein umfassendes Erklärungsrahmenwerk hat "Technologische Revolutionen und Finanzkapital" eine bemerkenswerte Erklärungskraft, aber es ist auch nicht ohne Kontroversen. Obwohl es ein theoretischer Gipfel ist, ist auch die "systemische Erzählung", die es bietet, ebenfalls diskussionswürdig.

Erstens hält es ein gefährliches Gleichgewicht zwischen Gesetzmäßigkeit und Zufall. Perez fasst die technologischen Revolutionen in einen fast festen Fünfzig-Jahres-Zyklus zusammen und zeigt die Rhythmik der Geschichte. Aber die reale Welt ist oft viel komplexer: Die Geschwindigkeit der Technologiediffusion, die Veränderungen der politischen Umwelt, die Ungleichgewichte im globalen System können den Rhythmus des Zyklus stören. Dass die "Goldzeit" der Informationsrevolution bis jetzt nicht eingetreten ist, zeigt gerade, dass die Geschichte nicht mechanisch schwankt, sondern mit unsicheren Abweichungen voll ist.

Zweitens ist es in Bezug auf den funktionalistischen und Machtpolitikansatz zu mild. Perez betont die Logik der institutionellen "Anpassung", aber sie diskutiert weniger die Machtkonflikte hinter dieser Anpassung. Die institutionelle Neugestaltung wird nicht automatisch durchgeführt, sondern hängt oft von politischen Kämpfen, sozialen Bewegungen und sogar Kriegen ab. Der von ihr geschilderte "Neukopplungsprozess" scheint organisch koordiniert, aber tatsächlich verbirgt er die Komplexität der Machtverteilung und sozialen Konflikte.

Drittens wirkt es konservativ angesichts des gegenwärtigen digitalen Kapitalismus. Wenn die Plattformwirtschaft, die Datenmonopolisierung und die Algorithmenregulierung die Grenzen zwischen "Finanz" und "Produktion" neu verwischen, vermischen sich die beiden Kapitalformen, die Perez unterschieden hat, bereits. Die Finanzlogik dringt in die tägliche Produktion ein, und das Algorithmenkapital übernimmt gleichzeitig Spekulations- und Produktionsfunktionen. Ihr historischer Rhythmus von "Rückzug des Finanzkapitals - Führung des Produktionskapitals" mag in dieser Ära bereits umgestürzt worden sein.

Allerdings ist es gerade wegen dieser Spannungen, dass ihre Theorie lebendig wirkt. Sie ist kein geschlossener Rahmen, sondern eine Denkweise - eine historische Systemtheorie, die Abweichungen akzeptiert und Komplexität anerkennt. Der Wert von Perez liegt nicht darin, endgültige Antworten zu geben, sondern uns anzuregen, neu zu fragen, wie der Kapitalismus sich selbst reparieren und lernen kann.

Zukunft in der Abfolge der Paradigmen denken

"Technologische Revolutionen und Finanzkapital" ist kein Buch über die Vergangenheit, sondern ein Buch über die Zukunft. Es sagt uns, dass die Lebenskraft des Kapitalismus nicht in der Stabilität liegt, sondern im Zyklus; nicht in der Beseitigung von Widersprüchen, sondern in der Umwandlung von Widersprüchen in erneuernde Antriebskraft.

Wenn Schumpeter die Logik des "schöpferischen Zerstörens" aufgedeckt hat, dann hat Perez die Ordnung des "schöpferischen Neugestaltens" weiter aufgedeckt. Sie lässt uns verstehen, dass echte Innovation nicht im Laboratorium entsteht, sondern in der Fähigkeit der Gesellschaft, das Chaos zu absorbieren und die Institutionen neu zu gestalten. In einer Ära, in der Künstliche Intelligenz und der Klimawandel zusammenkommen, erinnert Perezs Gedanke uns daran, dass die Bedeutung technologischer Revolutionen nicht in der Intelligenz der Maschinen liegt, sondern darin, ob die Gesellschaft für sie einen neuen institutionellen Behälter finden kann. Ohne diese "Neukopplung" wird das Potenzial der Technologie sich schließlich gegen sich selbst wenden.

Der Rhythmus der Marktfluktuationen setzt sich fort. Nach den Blasen könnte vielleicht wieder eine neue Goldzeit beginnen. Aber ob sie für die Mehrheit gilt, wird davon abhängen, wie wir diese Kraft verstehen und beherrschen. Wie Perez es aufgedeckt hat - der Tanz zwischen Finanz und Technologie kann nicht gestoppt werden. Die eigentliche Frage ist: Wer dirigiert das Stück.