Haben minderwertige Elektrizität die Selbstentzündung von Elektromobilen verursacht? Wissenschaftlich entlarven wir drei gängige Elektromobil-Mythen. Passen Sie auf, dass Sie nicht Opfer von Betrugsgeschäften werden.
Die Aufklärung über Elektromobile hat noch einen langen Weg vor sich.
Was würden Sie tun, wenn Sie ein Video mit der These "Günstiger Strom führt zu Selbstentzündung von Elektromobilen" sehen? Kürzlich hat ein Video auf einer Kurzzeit-Videoplattform große Diskussionen ausgelöst, in dem behauptet wurde, dass ein Elektromobil einer bestimmten Marke durch "schlechten Strom" in Brand geraten sei. Tatsächlich war dies eine frei erfundene Geschichte von einem Netizen namens Chen. Laut einer Meldung der "Beijing Daily" wurde Chen gesetzeskonform festgenommen.
Chens "Theorie des schlechten Stroms" ist ziemlich primitiv: Er unterscheidet Stromqualitäten anhand des Strompreises. So ist teurer Strom (etwa 2 Yuan pro Kilowattstunde) "guter Strom", vergleichbar mit Super 98-Benzin. Billiger Strom (etwa 1,8 Yuan pro Kilowattstunde) entspricht Normalbenzin, und Strom, der nur 0,4 bis 0,5 Yuan pro Kilowattstunde kostet, wird als "schlechter Strom" bezeichnet, vergleichbar mit Ethanolbenzin.
Screenshot: Weibo
Diese Theorie scheint auf den ersten Blick der Weisheit "teuer ist teuer" zu entsprechen, hält aber keinerlei wissenschaftlichen Prüfung stand. Das Originalvideo liefert keine detaillierten Erklärungen, trifft aber die Sicherheitsängste einiger Menschen bezüglich Elektromobilen und verbreitet sich daher schnell.
Auch auf sozialen Plattformen zirkuliert ein Bild eines sogenannten "Stromfilters". Ein Blogger behauptet sogar, dass es ähnlich wie ein Kraftstofffilter funktioniere und somit das Risiko von "schlechtem Strom" vermeiden könne.
Quelle: Weibo
Die Tatsache, dass solche Gerüchte so weit verbreitet werden, liegt darin, dass sie die Wissenslücken der Öffentlichkeit ausnutzen. Sowohl Chens absurde "Theorie des schlechten Stroms" als auch der sogenannte "Stromfilter" beruhen auf Missverständnissen über Elektromobiltechnologien. Lassen Sie uns uns von der Vorstellung "teuer ist teuer" lösen und den sogenannten "schlechten Strom" auf wissenschaftliche Weise analysieren.
Der Unterschied im Strompreis beträgt das Doppelte, aber das Problem liegt nicht im Strom selbst
Strom ist ein physikalisches Phänomen, das durch die gerichtete Bewegung von Ladungen entsteht. Sein Kernwert besteht darin, Energie mit bestimmten Parametern bereitzustellen. An sich gibt es keine Unterschiede in der Qualität, wichtig ist nur die Einhaltung der Vorschriften.
China hat klare nationale Standards für den Haushalts- und Industriestrom. Sowohl das Stromnetz als auch die Ladestationen müssen die Spannung, Frequenz, Wellenform und andere Schlüsselparameter gemäß den einschlägigen Normen wie GB/T 18487.1 - 2023 einhalten. Das bedeutet, dass Strom aus gesetzlichen Quellen im Wesentlichen "gleichartig und gleichwertig" ist. Teurer Strom hat keine besonderen Vorteile, und billiger Strom ist kein Sicherheitsrisiko.
Der Kernfehlschluss in der Gerüchtekampagne um "schlechten Strom" besteht darin, die "physikalischen Eigenschaften des Stroms" mit der "Stabilität des Ladevorgangs" zu verbinden und Preis und Qualität gleichzusetzen. Gelegentliche Batteriesicherheitsprobleme werden auf die "Stromqualität" zurückgeführt.
Tatsächlich liegt das echte Risiko nicht im "Strom selbst", sondern in den "Stromübertragungs- und Umwandlungsstufen". Probleme mit der Stromqualität wie Spannungsschwankungen, Frequenzabweichungen und Harmonische Störungen sind die Hauptursachen für Sicherheitsrisiken.
Quelle: pixabay
Nach chinesischen nationalen Standards darf die Spannungsabweichung im Haushaltsstromnetz nicht mehr als ±5% betragen, die Standardfrequenz beträgt 50 Hz mit einer zulässigen Abweichung von ±0,2 Hz. Die Ladesysteme von Elektromobilen sind auf diese Standards ausgelegt. Wenn die Qualität einer Ladestation mangelhaft ist, können die Ausgangsspannung und -frequenz außerhalb des zulässigen Bereichs liegen, was die Genauigkeit der Lade- und Entladekontrolle beeinträchtigen und sogar zu einem Batteriekurzschluss führen kann. Wenn Komponenten wie Gleichrichterbrücken und Filter in der Ladestation defekt sind, können Harmonische Störungen auftreten, die das normale Funktionieren des Systems stören und langfristig die Batterielebensdauer und -sicherheit beeinträchtigen können.
Strom ist an sich saubere Energie, die Probleme kommen jedoch oft von unzureichenden "Übertragungsleitungen".
Die Sicherheitsrisiken beim Laden stammen daher aus Problemen mit der Stromqualität, die durch technische Mängel der Ladegeräte verursacht werden, und haben nichts mit der Logik "billiger Strom = schlechter Strom" zu tun.
Aber warum gibt es Unterschiede im Preis der Ladestationen? Laut "Dianchetong" gibt es zwei Hauptgründe.
Erstens wird der Preis von Ladestationen durch die Marketingstrategie der Unternehmen und die Eigenschaften des Einsatzorts bestimmt. Top-Marken von Ladestationen haben in der Regel bessere Serviceleistungen und Infrastrukturwartung, weshalb sie etwas höhere Gebühren verlangen. In "Notwendigkeitsszenarien" wie Autobahnraststätten und Touristenattraktionen erhöhen die Betreiber die Servicegebühren aufgrund des hohen Bedarfs der Nutzer. Neue Marken bieten hingegen Rabatte und Aktionen an, um schnell Marktanteile zu erlangen und Kunden zu gewinnen.
Zweitens spielt die Tages-/Nacht-Tarifpolitik eine entscheidende Rolle bei den Ladekosten. In den meisten Teilen Chinas wird der Tages-/Nacht-Tarif angewandt, sodass die Ladekosten in den Spitzenzeiten höher sind als in den Nachtstunden. In Guangzhou, wo sich "Dianchetong" befindet, kann der Strompreis an einer Ladestation in den Spitzenzeiten bis zu 1,5 Yuan pro Kilowattstunde betragen, während er in den Nachtstunden auf 0,7 Yuan pro Kilowattstunde sinken kann, was einen Preisunterschied von mehr als dem Doppeltem bedeutet.
Screenshot: Xiaoju Charging
Deshalb laden viele Elektromobilfahrer, insbesondere Taxifahrer, gerne in den Nachtstunden, um die Betriebskosten zu senken.
Die Angst vor Elektromobilen beseitigen: 3 Gerüchte klären wir auf
Das Gerücht über "schlechten Strom" kann leicht entlarvt werden. Aber "Dianchetong" hat bemerkt, dass es in der Elektromobilbranche noch viele andere Missverständnisse gibt.
Der Grund dafür ist nicht schwer zu verstehen: Der Elektromarkt entwickelt sich rasant, und die Technologie entwickelt sich schneller als die Kenntnisse der Verbraucher. Die meisten Verbraucher haben noch die Vorstellung von Verbrennungsmotoren oder der frühen Phase der Elektromobiltechnologie und übertragen die Erfahrungen von Verbrennungsmotoren auf Elektromobile. Dies schafft Raum für gerüchtevolle Berichte ohne wissenschaftliche Grundlage.
Gerücht 1: Batteriestrahlung kann Krebs verursachen.
"Elektromobile strahlen stark, und langfristiges Fahren eines Elektromobils kann zu Haarausfall und sogar Krebs führen."
Diese These zirkuliert schon lange im Internet und hat viele Verbraucher beunruhigt. Aber die offizielle Stellungnahme ist klar: Die "2023 Anti - Rumor List of the New Energy Vehicle Industry" des chinesischen Internet - Anti - Rumor Platforms hat die These "Elektromobile strahlen stark und können Krebs verursachen" offiziell widerlegt.
China hat strenge Sicherheitsstandards für die elektromagnetische Strahlung von Fahrzeugen. Die maximale magnetische Strahlung darf 100 μT nicht überschreiten. Alle Elektromobile müssen vor der Serienproduktion einen EMC - Test (elektromagnetische Verträglichkeit) bestehen, um sicherzustellen, dass die Strahlungswerte den Standards entsprechen. Die magnetische Strahlung im Vorderteil eines Elektromobils beträgt normalerweise 0,8 - 1,0 μT, im Hinterteil 0,3 - 0,5 μT, was weit unter dem Strahlungspegel von Mobiltelefonen, Mikrowellenöfen und Computern liegt.
Tao Lin, Vizepräsidentin von Tesla, hat auch auf die Frage der ionisierenden Strahlung reagiert. Die magnetische Feldstärke in der Nähe des Kopfes von Fahrer und Passagieren im Model 3 beträgt nur 0,08 - 1,30 μT, was ebenfalls weit unter dem gesetzlichen Sicherheitsstandard liegt und die Strahlungssicherheit von Elektromobilen bestätigt.
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Gerücht 2: Die Batterie eines Elektromobils ist nach fünf Jahren kaputt.
Es gibt tatsächlich zwei Probleme mit Batterien: die Zyklenlebensdauer und die Kalenderlebensdauer. Die Zyklenlebensdauer bezieht sich darauf, dass die maximale Kapazität der Batterie mit zunehmender Ladezahl abnimmt. Die Kalenderlebensdauer bezieht sich darauf, dass die maximale Kapazität der Batterie auch bei Nichtgebrauch aufgrund der Alterung des Materials abnimmt.
Zu Beginn der Entwicklung der Elektromobilindustrie hatten viele Elektromobile eine Reichweite von 200 - 300 km, und nach fünf Jahren Fahrzeit sank die Reichweite auf die Hälfte. Dies hat den Eindruck geschaffen, dass die Batterien schnell altern. Heute ist dieses Problem jedoch deutlich verbessert. Die meisten Elektromobilhersteller bieten eine Garantie von 30.000 km pro Jahr. Ein Elektromobil mit einer Reichweite von 500 km muss pro Jahr etwa 60 - 80 Mal geladen werden, was deutlich weniger als bei elektronischen Geräten ist. Das Problem der Batteriealterung ist somit weitgehend gelöst.
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Bei der "2025 South China Lithium - Battery Recycling Regional Cooperation Conference" wurde das "2025 Forecast Results of Retired New Energy Vehicle Power Batteries in China" veröffentlicht, das die Nutzungsdauer der Batterien von Elektromobilen in China vorhersagt. Die Lebensdauer von reinen Elektromobilen beträgt etwa 6 - 10 Jahre, die von Plug - in - Hybrid - Elektromobilen etwa 12 - 16 Jahre.
Reine Elektromobile für Miet- und Leihfahrzeuge haben eine Lebensdauer von etwa 7 Jahren, während private Elektromobile eine Lebensdauer von 11,2 Jahren haben können, was im Wesentlichen die gesamte Nutzungsdauer eines Fahrzeugs abdeckt.
Darüber hinaus bieten einige Modelle von Top - Marken wie BYD, Chery, Geely und GAC Toyota eine lebenslange Garantie für die Batterie, die Elektronik und den Elektromotor. Wenn die Batterie innerhalb der Garantiezeit stark altert, wird sie von den Herstellern kostenlos ersetzt. Das Problem der Batteriealterung ist somit kein Hindernis für die Verbraucher mehr.
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Gerücht 3: Die Selbstentzündungswahrscheinlichkeit von Elektromobilen ist um ein Vielfaches höher als die von Verbrennungsmotoren.
Die These "Elektromobile neigen stärker zur Selbstentzündung als Verbrennungsmotoren" hat viel Sorge um die Sicherheit ausgelöst, aber die Daten sagen etwas anderes. Laut Statistiken der nationalen Feuerwehr betrug die Selbstentzündungswahrscheinlichkeit von Elektromobilen im vergangenen Jahr 0,00175%, deutlich niedriger als die von Verbrennungsmotoren mit 0,0052%. Die Selbstentzündungswahrscheinlichkeit von Verbrennungsmotoren ist fast das Dreifache der von Elektromobilen.
Der Eindruck, dass Elektromobile leichter in Brand geraten, liegt daran, dass Elektromobile für die Öffentlichkeit noch ein neues Phänomen sind und daher mehr Aufmerksamkeit erregen. Wenn es zu Sicherheitsvorfällen kommt, werden diese schnell über soziale Medien verbreitet und diskutiert, was die Sorge der Öffentlichkeit verstärkt.
Was noch wichtiger ist, dass die Sicherheitsstandards für Elektromobile ständig verbessert werden. Im März dieses Jahres wurde die "Safety Requirements for Power Batteries for Electric Vehicles" (GB38031 - 2025) veröffentlicht und wird am 1. Juli 2026 in Kraft treten. Die neue nationale Norm macht erstmals die Forderung "kein Feuer, keine Explosion" für Batter