Musk skizziert die Zukunft von Tesla: Es wird eine riesige Chipfabrik selbst errichten, und die Kosten für Roboter betragen nur 20.000 US-Dollar.
Am frühen Freitagmorgen, chinesischer Zeit, hielt Elon Musk auf der Tesla-Aktienbesitzersversammlung 2025 einen äußerst informativen Vortrag und skizzierte ein radikales und ambitioniertes Zukunftsprojekt für das Unternehmen.
Er enthüllte nicht nur die Möglichkeit der Errichtung einer eigenen "Riesen-Chipfabrik", gab auch die genauen Kosten des Optimus-Roboters und den Produktionszeitplan des Cybercab bekannt und prognostizierte, dass die vollständige Genehmigung für FSD (Fully Self-Driving) in China bald erteilt werden würde. Diese Reihe von wichtigen Ankündigungen führte zu einem Anstieg des Nachbörsenkurses von Tesla um 3%.
Chip-Strategie: Möglicherweise eigene "Riesen-Waferfabrik" und Überlegungen zur Zusammenarbeit mit Intel
Im Mittelpunkt von Musks Vortrag stand der Chip-Bereich. Er sagte direkt: "Ich bin derzeit extrem in Chips investiert." Um den hohen Bedarf seiner selbstfahrenden Autos und Roboter zu decken, kündigte er an, dass Tesla "möglicherweise" eine "Riesen-Chipfabrik" bauen müsse, um "kostengünstige" und "energieeffiziente" Chips zu erhalten.
Zur gleichen Zeit gab Musk ein Signal für eine Zusammenarbeit preis und sagte: "Es könnte sich lohnen, mit Intel zu sprechen."
Obwohl noch kein Vertrag unterzeichnet wurde, stieg der Nachbörsenkurs von Intel sofort um 3%. Er verglich auch Tesla mit Nvidia und stellte fest, dass Nvidia alle Kunden bedienen muss, während Tesla die Chips nur für seine eigene Software optimieren muss und somit einen stärker zielgerichteten Vorteil habe.
Roboter und Selbstfahrtechnik: Die Kosten von Optimus werden bekanntgegeben
Bezüglich des hochinteressanten humanoiden Roboters Optimus enthüllte Musk erstmals, dass die gegenwärtigen Produktionskosten auf etwa 20.000 US-Dollar pro Einheit gesenkt wurden.
Er betonte erneut das enorme Potenzial von Optimus und nannte ihn "das größte Produkt aller Zeiten". Er prognostizierte, dass es in Zukunft hunderte von Milliarden von Optimus-Robotern auf der Welt geben würde, deren Anzahl "die Anzahl der Mobiltelefone übertreffen" und möglicherweise sogar "die Armut beseitigen" könnte.
Musk enthüllte erstmals, dass das Training des humanoiden Roboters Optimus eine extrem teure Investition sein würde. Er prognostizierte, dass die damit verbundenen Rechenkosten "hunderte von Milliarden von Dollar" betragen würden.
"Das ist eine enorme Ausgabenposten", gestand Musk. Dies zeigt direkt die technologische und finanzielle Tiefe, die erforderlich ist, um Optimus von einem Konzept in die Realität umzusetzen.
In Bezug auf die Selbstfahrtechnik kündigte Musk an, dass das Cybercab ohne Lenkrad und Pedale im April 2026 in die Produktion gehen würde und stellte ein äußerst ambitioniertes Produktionsziel: letztendlich soll alle 10 Sekunden ein Fahrzeug produziert werden, und er meinte, dass theoretisch auch alle 5 Sekunden ein Fahrzeug möglich sei.
Für den chinesischen Markt prognostizierte Musk, dass FSD im Februar oder März 2026 die vollständige Genehmigung erhalten würde und sagte zuversichtlich, dass FSD bald es den Fahrern ermöglichen würde, sicher "während der Fahrt zu texten".
Musk lobte auch besonders die ausgezeichnete Arbeit des Tesla-Supercharger-Teams.
Er stellte fest, dass die schnelle Expansion und das hervorragende Erlebnis des Supercharger-Netzes dazu geführt hätten, dass viele Automobilhersteller schließlich sich entschieden hätten, sich an den Tesla-Standard anzuschließen, anstatt ihr eigenes System aufzubauen. "Das ist gut für uns", sagte Musk.
Neue Generation Roadster: Das "aufregendste Produkt aller Zeiten" kommt bald
Musk bestätigte offiziell, dass die neue Generation des Tesla Roadster, die bereits 2017 vorgestellt wurde, in Arbeit sei und nannte es "die aufregendste Produktvorstellung aller Zeiten".
Musk gab auch einen genauen Zeitplan an: Tesla plant, am 1. April 2026 eine Produktvorstellung durchzuführen. Etwa 12 bis 18 Monate danach soll der Roadster in die Serienproduktion gehen.
Obwohl er gestand, dass dieser Hochleistungs-Sportwagen nicht vollständig mit der neuen Mission des Unternehmens "nachhaltige Fülle" übereinstimme, repräsentiere er zweifellos die technologische Spitze und den Markendreambild von Tesla. Allerdings berichtete die amerikanische Mainstream-Online-Medienplattform BI zuvor unter Berufung auf Insiderquellen, dass der Roadster noch mindestens 2 bis 3 Jahre von der Serienproduktion entfernt sei.
Musk erläuterte erneut die Entwicklungsphasentheorie des Unternehmens und sagte, dass Tesla "ein neues Buch schreibe, nicht nur eine neue Seite".
Musk sagte, dass selbst wenn das Geschäft des Unternehmens über die Automobilherstellung hinausgehe, "die Massensteigerung der Automobilproduktion" immer noch ein zentrales Kapitel in diesem "neuen Buch" sei und die Fahrzeuge weiterhin ein unverzichtbarer Teil der Zukunft von Tesla seien.
Vision der Selbstfahrtechnik: Anerkennung der Beiträge von Waymo und Prognose eines Rückgangs der Fahrzeugzahl
Bezüglich der Zukunft der vollständigen Selbstfahrtechnik machte Musk eine Vorhersage, die scheinbar im Widerspruch zu seiner Rolle als Automobilhersteller steht: In einer Zukunft, in der alle Selbstfahrer-Taxis nutzen, würde die Gesamtzahl der Fahrzeuge auf der Straße sinken, da die Fahrzeuge äußerst effizient genutzt würden. Gleichzeitig bedankte er sich überraschenderweise bei dem Wettbewerber Waymo und sagte, dass es "den Weg für die Selbstfahrtechnik ebnet und große Hilfe geleistet" habe. Er gestand auch, dass der Serienproduktionsrhythmus des Cybercab in hohem Maße von der Geschwindigkeit der behördlichen Genehmigungen abhängen würde.
Interplanetare Ambitionen: Tesla und Optimus werden zur "natürlichen Wahl" auf Mond und Mars
Bei der Vision der Zukunft malte Musk ein hochgradig wissenschaftsfiktives Bild: Tesla-Fahrzeuge und Optimus-Roboter würden ein "perfektes Paar" für den Bau einer Mondbasis sein. Er sagte, dass beide Produkte auch auf dem Mars landen würden und für den Bau von Marsstädten geeignet seien, wobei er besonders auf den Cybertruck hinwies.
SpaceX wird sicherlich irgendwann an die Börse gehen - Musk gestand die Schwierigkeiten des Betriebs eines börsennotierten Unternehmens
Auf der Versammlung gestand Musk, dass der Betrieb eines börsennotierten Unternehmens "sehr schwierig" sei und erwähnte das damit verbundene Rechtsstreitrisiko. Nach eingehender Überlegung gab er erstmals zu, dass "vielleicht" SpaceX in einem bestimmten Stadium an die Börse gehen sollte. Noch bemerkenswerter war, dass er vorschlug, "irgendeine Möglichkeit" zu finden, damit auch die Tesla-Aktionäre an der Entwicklung dieses Weltraumforschungsunternehmens teilnehmen könnten.
Aufbau einer "verteilten KI-Flotte": Leerstehende Fahrzeuge verdienen Geld und "bekämpfen Langeweile"
Musk erläuterte erneut ein revolutionäres Konzept: Die Tesla-Fahrzeuge würden eine "große verteilte KI-Inferenzflotte" bilden. Mit Zustimmung der Fahrzeugbesitzer könnten die Elektromobile, die in der Garage stehen, an KI-Berechnungen teilnehmen und Gewinne für die Besitzer generieren.
"Das hilft auch der KI im Fahrzeug nicht zu langweilen", fügte Musk hinzu. Wenn dieses Projekt umgesetzt würde, würden weltweit Millionen von Tesla-Fahrzeugen gemeinsam ein bisher nie dagewesenes starkes Rechennetzwerk bilden.
Ultimative Überlegung: Die Zukunftswelt könnte von KI "dominiert" werden
Als Musk gefragt wurde, ob seine visionäre "nachhaltige Fülle" in der Zukunft seine persönlichen Reichtümer irrelevant machen würde, hob seine Antwort die Perspektive auf die Ebene der menschlichen Zivilisation.
Er stellte die These auf, dass, wenn "die Gesamtfähigkeit der Künstlichen Intelligenz die Summe der menschlichen Intelligenz weit übersteigt", es "schwer vorstellbar sei, dass die Welt von einem Menschen dominiert wird".
Dieser Artikel stammt von "Tencent Technology", Autor: Jin Lu, veröffentlicht von 36Kr mit Genehmigung.