Bei der IFA ist es zu einem großen Ausbruch von konsumorientierter KI-Hardware gekommen. KI ist nicht mehr nur ein funktionelles Plugin, sondern der "Gehirn" für die Haushaltsumgebung.
Im Jahr 2017 veröffentlichte der von Steve Jobs hoch geschätzte Tech-Journalist Walt Mossberg (Dr. Mossberg) in seiner Kolumne auf The Verge seinen letzten Artikel vor seinem Ruhestand, mit dem Titel „The Disappearing Computer“ (Der verschwindende Computer). Sein zentrales Argument war die Zusage von „Ambient Computing“ (Umgebungsrechnen), also einer allgegenwärtigen Rechnenkapazität, die uns umgibt.
Am 5. September 2025 fand die neue Deutsche Internationale Funkausstellung Berlin (IFA 2025) offiziell statt. Über 1.700 Hersteller von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik aus der ganzen Welt strömten zu dieser neuen Veranstaltung. Gleichzeitig waren die chinesischen Hersteller erneut, wie erwartet, die wichtigste Kraft auf der IFA und die Hauptakteure bei der Technologieinnovation.
Um diese Tech-Veranstaltung aus nächster Nähe zu beobachten, hat Lei Technology seine bisher größte ausländische Berichterstattungsteam, das „Lei Technology IFA25 Berichterstattungsteam“, in Berlin platziert. Das Team berichtet live, umfassend und direkt über die IFA 2025. Auf der IFA 2025 sieht Lei Technology auch zunehmend die Veränderungen, die durch die Einbindung von KI in zahlreiche Branchen und Produkte entstehen, und beschleunigt damit die Verwirklichung des von Dr. Mossberg erwarteten Umgebungsrechnens.
Es ist zweifellos, dass die neue Welle der KI-Technologie, getrieben von großen Modellen, die Umsetzung des Umgebungsrechnens beschleunigt. KI verleiht nicht nur allen Produkten eine bisher nie dagewesene Verständnis- und Rechenleistung, sondern auch die Fähigkeit zur Datenverarbeitung. Gleichzeitig beginnt KI, die bisher isolierten Haushaltsgeräte oder anderen Produkte zu einem kooperativen System zu verbinden. Ein typisches Beispiel ist die Transformation des Smart-Homes durch KI.
Bildquelle: Lei Technology IFA25 Berichterstattungsteam
Die praktische IFA: KI geht von „funktionsfähig“ zu „nutzerfreundlich“
In den Ausstellungsräumen der IFA 2025 fällt auf, dass KI nicht mehr nur ein aufwendiges Konzept ist, sondern der unsichtbare „Hirn“ hinter der Verbesserung des Produkt-Erlebnisses. Dies steht im krassen Kontrast zur CES 2025 Anfang des Jahres, die eher auf die revolutionäre Kraft der KI und die neuen Erzählungen der Plattformökosysteme abzielte. In Berlin hingegen möchten die Hersteller lieber mit alltäglichen Produkten wie Waschmaschinen, Kühlschränken, Kopfhörern und Uhren die kleinen, aber entscheidenden Veränderungen durch KI demonstrieren.
An alltäglichen Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Waschmaschinen kann man sehen, dass Hersteller wie Haier Smart Home, Samsung und LG mit Kameras oder anderen Sensoren im und am Produkt die KI in der Lage setzen, bessere visuelle Verständnisfähigkeit und proaktive Dienstleistungen zu bieten. Beispielsweise kann ein Kühlschrank auf der Grundlage des Lagerbestands Rezepte vorschlagen und Sie daran erinnern, Lebensmittel nachzukaufen. Eine Waschmaschine kann basierend auf dem Strompreisverlauf und der Stoffart des Wäsche automatisch das beste Programm auswählen, was Zeit, Wasser und Energie spart. Insbesondere in der Ausstellungsfläche von Haier Smart Home kann man deutlich spüren, dass KI in jedes Haushaltsgerät eindringt.
Klimaanlagen sind ebenfalls ein gutes Beispiel. Der neue Marktteilnehmer Dreame hat auf der IFA seine X-Wind-Klimaanlage vorgestellt, die auf Basis eines eingebauten Millimeterwellenradars und eines Roboterarms mit einer KI-basierten Personenerkennungs- und Energieeinsparungstechnologie ausgestattet ist. Sie kann die Position und Aktivität des Menschen präzise erfassen, selbst bei Abwesenheit automatisch im Niedrigleistungsmodus laufen und bei Anwesenheit schnell die komfortable Temperatur wiederherstellen. Ähnlich ist die TCL Little Blue Wing C7 Frischluft-Klimaanlage. In Kombination mit Millimeterwellenradar und einem großen KI-Modell kann sie den Schlafzustand des Benutzers in Echtzeit erkennen und die Temperatur anpassen. Sie hat die erste variable Schlaf-Temperaturkurve in der Branche entwickelt und behauptet, die Tiefe-Schlafzeit des Benutzers um 25 % zu erhöhen.
Bildquelle: Lei Technology IFA25 Berichterstattungsteam
Zugleich erlebt die Fernsehbranche nicht nur die Revolution der RGB-LED-Anzeigetechnologie, sondern KI verbessert auch die Audio- und Videoqualität sowie die Interaktion. Neben der Entwicklung von Bildqualitäts-Engines auf Basis von großen Modellen versuchen einige Hersteller, die Probleme der Fernsehbildwiedergabe mit KI zu lösen. Beispielsweise hat der Xinxin KI-Bildqualitätschip H7 die KI-basierte natürliche Halogendämpfungstechnologie verbessert und eine präzisere Lichtsteuerung erreicht.
Dies ist nur eine Seite der Medaille. Beispielsweise hat Changhong auf dem Fernseher einen anthropomorphen Intelligenten Agenten namens „Panda Xiaobai“ eingeführt, der 24 Stunden am Tag „begleitet“ und vor allem Emotionswert bietet. Tatsächlich hat Lei Technology vor Ort festgestellt, dass alle Haushaltsgeräte auf der IFA dieses Jahr absichtlich oder unabsichtlich Emotionswert betonen. KI ist möglicherweise die wichtigste Technologie, die diesen Emotionswert jetzt und in Zukunft stärken und erweitern kann, und die Verbesserung der Sprachinteraktion durch KI ist hierbei der Schwerpunkt.
Natürlich haben wir die Veränderungen an Haushaltsgeräten durch KI bereits auf globalen Veranstaltungen wie der CES und der AWE dieses Jahres in Form von Konzeptpräsentationen oder weiterentwickelten Technologien gesehen. Aber erst auf der IFA werden diese technologischen Upgrades tatsächlich für die Verbraucher eingeführt und das alltägliche Nutzungserlebnis von Haushaltsgeräten auf ein neues Niveau gehoben.
Einfach ausgedrückt: Im Vergleich zur CES 2025 wird auf der IFA weniger von „Revolution“ gesprochen, sondern eher von praktischen „Verbesserungen“. Nicht nur bei Haushaltsgeräten, sondern auch bei tragbaren Geräten und Audio-Geräten wird die KI, insbesondere die generative KI auf Basis von großen Modellen, weiterentwickelt.
Bildquelle: Lei Technology IFA25 Berichterstattungsteam
Ein Beispiel ist die KI-Fahrradbrille von BleeqUP, einer Marke von Tribute to the Unknown (Geschäftsführer: Wu Dezhou). Sie kann die Höhepunkte während des Sports automatisch erkennen und in Echtzeit spannende Kurzfilme erstellen. Darüber hinaus ist sie mit einem Umgebungs- und Gefahrenerkennungssystem ausgestattet, das bei der Erkennung potenzieller Risiken automatisch die Aufzeichnung startet. Obwohl die Brille bereits auf der CES 2025 vorgestellt wurde, hat das Unternehmen auf der IFA 2025 endgültig die offizielle Vermarktung angekündigt.
KI wird zum neuen „Hirn“ des Smart-Homes: Der Weg zum intelligenten Zuhause
Wenn man sagt, dass das Smart-Home in der Vergangenheit eher auf die „Kontrollierbarkeit aller Dinge“ abzielte, dann ist auf der IFA 2025 eher „Autonomie aller Dinge“ zu beobachten. Einfach ausgedrückt: KI entwickelt sich von der Verbesserung einzelner Gerätefunktionen hin zur zentralen Steuerung des gesamten Haushalts. Dies ist einer der markantesten Trends auf dieser Messe und unterscheidet sich von der CES, die eher auf die Ökosysteme und Konzeptpräsentationen abzielt: Auf der IFA machen die Hersteller mit KI das „Zuhause“ zu einem proaktiven Dienstleister.
Samsung hat auf der IFA sein SmartThings-Ökosystem weiter ausgebaut und das Knox-Sicherheitssystem mit dem neuen Konzept des AI Home kombiniert. Es wird betont, dass alle Haushaltsgeräte unter der Leitung von KI nahtlos kooperieren können. Früher war der Verkaufsargument von Smart-Homes, dass man alle Geräte mit einer App auf dem Smartphone oder per Sprache steuern konnte. Jetzt zeigt Samsung, dass der Kühlschrank weiß, welche Lebensmittel Sie gekauft haben, die Waschmaschine automatisch außerhalb der Spitzenlastzeiten startet, der Staubsaugerroboter die Räume reinigt, wenn Sie weg sind, und sogar die Klimaanlage die Temperatur vor Ihrem Rückkommen einstellt.
Bildquelle: Lei Technology IFA25 Berichterstattungsteam
Mit anderen Worten: Die Benutzer müssen nicht mehr jedes Gerät manuell steuern, sondern überlassen die Steuerung zunehmend der KI.
Ähnliche KI-Konzepte wurden auch von Hisense und LG gezeigt. LG hat seine ThinQ ON-Plattform und den Intelligenten Agenten FURON vorgestellt, der nicht nur Geräte über Gerätegrenzen hinweg steuern kann, sondern auch auf Basis von Lebensgewohnheiten und Umgebungsdaten proaktive Dienstleistungen anbieten kann. Beispielsweise kann er Ihnen, wenn der Kühlschrank bald leer ist, Einkaufsvorschläge senden oder, wenn er feststellt, dass Sie lange nicht mehr eine Pause gemacht haben, die Haushaltsgeräte in den Energieeinsparungsmodus schalten.
Im Vergleich zu früheren einfachen Kombinationen aus „Sprachassistent“ und „Szenariomodus“ betont LG eher die Rolle der KI als „Hirn“, das alle Haushaltsgeräte in der Küche, im Wohnzimmer und im Schlafzimmer integriert und so eine echte „Haushaltsintelligenz“ ermöglicht.
Hisense hat auf der IFA seine fünf KI-basierten Intelligenzen vorgestellt, die auf dem selbstentwickelten Xinghai-Großmodell basieren: AI Air, AI Laundry, AI Food, AI Energy und AI Service. Diese haben viele Besucher angezogen. Wichtig ist, dass es sich nicht um einzelne Funktionen handelt, sondern um „Domänen-KI“, die den gesamten Prozess von der Zubereitung bis zur Energieeffizienz und Programmauswahl bei der Koch- und Wascharbeit automatisch optimieren. Für die Verbraucher bedeutet dies, dass Haushaltsgeräte erstmals wirklich das Verständnis für das Gesamtbild zeigen: Sie helfen Ihnen nicht nur bei einzelnen Handlungen, sondern bei Entscheidungen im Rahmen des gesamten Haushaltslebens.
Außer den traditionellen Herstellern wie Samsung, LG und Hisense hat das chinesische Unternehmen SwitchBot mit seinem AI Hub eine Überraschung geliefert.
Der SwitchBot AI Hub wird als weltweit erster lokaler Smart-Home-Zentralrechner mit einem eingebauten visuellen Sprachmodell (VLM) angepriesen. Er ist mit Kameras und anderen Sensoren verbunden und verfügt über einen KI-Chip mit einer Rechenleistung von 6 T. Er kann Haushalts-Szenarien lokal erkennen und Ereignisse protokollieren. Beispielsweise kann er, wenn jemand das Smartphone zu Hause vergisst, das Bild aufnehmen und Sie per App benachrichtigen. Sie können sogar direkt in natürlicher Sprache fragen, wie spät Sie gestern das Zimmer verlassen haben, und der Hub wird die entsprechenden Videosequenzen aufrufen.
Dies bringt das Smart-Home wirklich von der „Sprachbefehle“ zur „visuellen Verständnis“ und alle Verarbeitungen erfolgen lokal, was den strengen Datenschutzanforderungen der europäischen Verbraucher entspricht.
Von traditionellen Giganten wie Samsung und LG bis hin zu neuen Marktteilnehmern wie Hisense und SwitchBot haben alle auf der IFA 2025 die gleiche Antwort gegeben: Der Kern des Smart-Homes entwickelt sich von der „Verbindung aller Dinge“ hin zur „KI-gesteuerten Autonomie“. Im Vergleich zur CES sind die Beispiele auf der IFA näher am Alltag und die Verbraucher können so besser die reale Veränderung des Lebensstils durch KI spüren.
Von Puppen bis zu Bügeleisen: KI verleiht allen Hardwareprodukten neues Leben
Auf der IFA 2025 ist nicht nur die Weiterentwicklung von traditionellen Produkten wie Kühlschränken, Fernsehgeräten und Klimaanlagen beeindruckend, sondern auch die Tatsache, dass viele Produkte, die bisher mit „Intelligenz“ nichts zu tun hatten, durch KI wiederbelebt werden. Die Veränderung durch KI bedeutet nicht einfach, dass diese Produkte „ans Netz angeschlossen“ werden, sondern dass die Nutzungsszenarien und der Wert der Produkte in gewissem Maße neu definiert werden.
Das offensichtlichste Beispiel sind Kuscheltiere. Als Haier den Intelligenten Agenten „Panda Xiaobai“ in sein Fernsehgerät integrierte, konnten viele Besucher bereits spüren, dass der Hersteller Emotionswert betont. Auf der anderen Seite der IFA haben einige traditionelle Puppenhersteller Spracherkennung, Interaktion mit großen Modellen und Emotionserkennung direkt in Kuscheltiere integriert, die dadurch sofort zu „KI-Begleiterrobotern“ werden. Im Vergleich zu früheren „Elektroniktieren“, die nur vorgespicherte Sprachaufnahmen abspielen konnten, können diese Produkte aktiv mit Ihnen sprechen und sogar Trost spenden, wenn Sie traurig sind. Früher sagten wir, dass Kuscheltiere Begleiter sind, heute können sie tatsächlich sprechen und sogar Ihre Emotionen verstehen.