Das iPhone unterstützt endlich Siri AI, aber die Modelle für den chinesischen Markt sind nicht beim Launch dabei – die Weckfunktion ist die größte Überraschung
Als die letzte Apple-Pressemitteilung, die von Cook selbst gehalten wird, hat die WWDC26 eine gewisse "Abschlussnote".
Von der "KI" als Highlight der WWDC24, über die "UI" als Schwerpunkt der WWDC25 bis hin zu diesem Jahr, wo sowohl "KI" als auch "UI" im Fokus stehen, hat Apple den Schritt zurückgenommen. Stattdessen wird es die in den letzten beiden Jahren festgelegten neuen Richtungen vertiefen und stabilisieren.
Insbesondere bei der KI hat Apple in der über 70-minütigen Pressemitteilung fast 40 Minuten für die neuen Fortschritte von Apple Intelligence reserviert. Es gibt nicht nur zahlreiche neue Funktionen, sondern Apple hat auch seine neue Vision vorgelegt:
Eine wirklich nützliche KI sollte den Nutzer als Kernpunkt haben.
iOS 27: Stärke auf Stabilität
Bei dieser WWDC gibt es einen deutlichen Wandel: Anstatt die Pressemitteilung in separate Abschnitte für iOS, iPadOS oder macOS aufzuteilen, werden nun direkt systemübergreifende neue Funktionen vorgestellt.
Dies deutet auf eine strategische Veränderung hin: Zukünftige Systemupdates von Apple werden sich eher auf "Funktionen" als auf "Geräte" konzentrieren und stärker an den Fähigkeiten von großen KI-Modellen ausgerichtet sein.
Die im vergangenen Jahr eingeführte "Flüssigglas"-Designsprache, obwohl aufregend, hat auch Probleme mit Leistung und Lesbarkeit gebracht. Daher ist eine der ersten Aufgaben von iOS 27 die Optimierung und die Verbesserung der Grundqualität des Systems.
In iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 können Nutzer die Transparenz des "Flüssigglases" direkt über einen Schieberegler anpassen und sogar auf eine niedrigere Transparenz wie in früheren Versionen ("Mattglas") zurücksetzen.
Apple hat auch die Icons weiter verfeinert. Durch die "Flüssigglas"-Schichten und Lichtbrechungseffekte werden die bereits glasklaren Icons noch detaillierter.
Die Systemoberfläche wird weiter aufgewertet, und auch die Systemgrundlage wird verbessert. Bei dieser WWDC hat Apple viel über Optimierungen gesprochen.
Am offensichtlichsten ist, dass einfache Aktionen wie das Swipen auf iPhone und iPad oder das Öffnen des Multitasking-Menüs auf Mac mit vier Fingern reibungsloser funktionieren. Man kann hoffen, dass die Bildrateprobleme von iOS 26 endlich behoben sind.
Apple behauptet, dass die Startzeit von iPhone- und iPad-Apps um 30 % beschleunigt wird. Dies gilt nicht nur für die ersten Party-Apps von Apple, sondern dank der Systemoptimierung wird auch die Reaktionszeit von Drittanbieter-Apps deutlich verbessert.
Weitere Systemaktionen werden ebenfalls schneller. Beispielsweise ist die Zeit, um nach dem Aufnehmen eines neuen Fotos in die Galerie zu gelangen, um 70 % kürzer, und die Übertragungsgeschwindigkeit von AirDrop steigt um bis zu 80 %.
Apple hat auch angekündigt, dass alle iPhone-Modelle, die iOS 26 unterstützen, auch auf iOS 27 aktualisiert werden können, einschließlich des iPhone 11 und des zweiten iPhone SE.
Ein weiterer systemübergreifender Update betrifft die "Suche". Apple hat die Suchfunktionen in Spotlight, Fotos und E-Mail-Apps neu gestaltet. Nach der Installation des neuen Systems wird im Hintergrund ein "Index" aller auf dem Gerät gespeicherten Informationen erstellt, so dass die Suche personalisierter und intelligenter wird.
In den letzten Jahren hat die Apple-Ekosphäre begonnen, sich zu öffnen. iOS 27 erweitert die iCloud-Shared-Alben und ermöglicht es Android- und Windows-Geräten, Fotos hochzuladen und zu teilen.
Es gibt auch ein kleiner, aber vermutlich beliebter Update: Nach der Aktualisierung auf iOS 27 können AirPods-Nutzer einen eigenen Equalizer einstellen und die Soundqualität des Kopfhörers anpassen.
Ein weiteres wichtiges Thema dieser WWDC ist die "Kindersicherheit". Mit dem "Kinderskonto" als Kernpunkt aktiviert das System sofort Schutzmaßnahmen, die auf das Alter des Kindes zugeschnitten sind, um die Besichtigung bestimmter Websites und Medien zu verhindern. Eltern können auch die Nutzung des App Stores und die Kontaktmöglichkeiten ihrer Kinder weiter kontrollieren.
Nachdem Fan'er die Beta-Version von iOS 27 getestet hat, hat man festgestellt, dass es noch viele nützliche Updates gibt, die bei der WWDC nicht erwähnt wurden.
Beispielsweise gibt es eine "epische" Funktion: Die integrierte Uhr-App unterstützt endlich Feiertagswecker, und auch "Arbeitstage an Feiertagen" werden als Arbeitstage für den Wecker berücksichtigt.
Die Wetter-App wurde ebenfalls neu gestaltet, und die verschiedenen Indikatoren werden nun in einem klareren Balkendiagramm dargestellt.
Tatsächlich sind viele dieser Updates einzeln betrachtet nicht sehr spektakulär, aber zusammen zeigen sie die Prioritäten von iOS 27: Die Reduzierung von Bedienungshürden, die Behebung alter Probleme und die Schaffung von Raum für KI-Eingänge.
Der Hauptakteur dieser Nacht ist jedoch die wiederbelebte Apple Intelligence.
Apples verspäteter KI-Angriff beginnt mit Siri
Während iOS 27 eher auf die Verbesserung des bestehenden Systems abzielt, ist Apple Intelligence der Versuch von Apple, den Zugang zur KI-Era zurückzuerobern.
In den letzten zwei Jahren war Apples Passivität in Bezug auf KI verständlich. ChatGPT, Claude und Gemini haben die Erwartungen der Nutzer an KI-Assistenten deutlich erhöht. Nutzer sind nicht mehr nur auf Sprachfragen und -antworten angewiesen, sondern erwarten auch mehrstufige Gespräche, Dateianalyse, Bildverständnis und komplexere Aufgabenausführung.
Daher lag der Schwerpunkt dieser WWDC zweifellos auf Apple Intelligence. Interessanterweise hat Apple-Manager Craig Federighi angezeigt, dass einige Unternehmen scheinbar KI nur für die KI selbst vorantreiben, ohne genügend auf die Menschen zu achten, die von der KI bedient werden sollen.
(Also, wen meint er damit?)
Apples Antwort auf die KI ist "Nutzerzentriert". Apple Intelligence soll tief in die täglichen Produkte integriert werden, den persönlichen Kontext, die gängigen Apps und den Bildschirminhalt verstehen und gleichzeitig die Privatsphäre von Anfang an schützen.
Um dieses System zu unterstützen, hat Apple in diesem Jahr eine engere Zusammenarbeit mit Google eingegangen.
Beide Unternehmen nutzen die Technologie hinter den Gemini-Serienmodellen, um die nächste Generation von Apple Foundation Models zu erstellen. Diese Modelle werden für die von Apple integrierte Apple Intelligence-Erfahrung verwendet und sind für zwei Betriebsumgebungen geeignet: eine auf Geräteebene und eine auf Serverebene über private Cloud-Computing.
Abgesehen von der kurzfristigen Anerkennung der Lücke in Bezug auf allgemeine große Modelle, ist dies auch eine kluge Strategie, um Zeit für Raum zu gewinnen. Die Nutzungseingaben, Anforderungsverteilungen, Geräteerfahrungen und Entwickleraufrufe von Milliarden von Geräten werden, nachdem sie privatsphäre- und rechtssicher behandelt wurden, zu wichtigen Grundlage für Apples Modelliteration, Systemsteuerung und Cloud-Architektur.
Darüber hinaus hat Apple ein leistungsstärkeres Gerätemodell für das leistungsstärkste Apple Silicon-System optimiert. Es kann Sprache verstehen und generieren, gleichzeitig Text und Bilder verstehen und bessere Systemtranskription, besseres natürliches Sprachverständnis und expressivere Sprachrückmeldung bieten.
Der offensichtlichste Wandel findet auf der Eingangsebene statt.
16 Jahre nach der Übernahme von Siri hat Apple endlich eine eigene App für Siri entwickelt, und die Produktlogik nähert sich der von ChatGPT.
Nutzer können in der neuen Siri-App bestehende Gespräche ansehen, vorherige Themen fortsetzen oder neue Gespräche beginnen. Die Gesprächsgeschichte von Siri wird über iCloud privat zwischen iPhone, iPad und Mac synchronisiert.
Angesichts der bisherigen Nutzungshabits von Nutzern wird der traditionelle Eingang beibehalten. Nutzer können weiterhin "Hey Siri" sagen oder den Seitentaster drücken, um Siri aufzurufen.
Das eigentliche Zeichen der Interaktionsänderung in iOS 27 ist die tiefe Integration von Siri mit der Dynamic Island.
Jetzt kann man, indem man von der Mitte der oberen Bildschirmkante nach unten swipet, die Dynamic Island öffnen. Sie wird zu einem dunklen Textfeld, in dem man suchen und fragen kann. Der blinkende Cursor hat auch den leuchtenden Farbverlauf aus den Werbebildern der WWDC 2026.
Hier kann man nach dem Wetter fragen, Webseiten durchsuchen oder komplexe Befehle geben.
Apple hat auch drei Szenarien gezeigt, um die Kernfähigkeiten der neuen Siri zu demonstrieren - Siri hat sich von einem einfachen Fragesteller zu einem systemweiten KI-Assistenten entwickelt, der Bildschirminhalte verstehen, persönliche Informationen abrufen und Aufgaben fortsetzen kann.